--- Hook --- Wir beleuchten heute, wie WPP den Verkauf seiner PR-Sparte prüft und warum Sprachbefehle zunehmend Klicks ersetzen. Außerdem berichten wir darüber, wie Nestlé Fußball in ein Snack-Erlebnis verwandelt und dass sich der Bot-Traffic vervierfacht hat. Abschließend erfahren wir im Fachartikel von Alexander Sperber, warum SEO allein nicht mehr ausreicht. --- Thema 1 --- Der Werbekonzern WPP prüft den Verkauf seiner PR-Sparte Burson, um Kosten zu senken und das Wachstum zu stärken. Dieser Schritt ist Teil eines umfassenden Konzernumbaus, der unter der Leitung von CEO Cindy Rose vorangetrieben wird. Die Strategie, die als „Elevate28“ bezeichnet wird, zielt darauf ab, die komplexe Unternehmensstruktur zu vereinfachen und bis zum Jahr zweitausendachtundzwanzig Einsparungen von rund fünfhundert Millionen Pfund zu erzielen. WPP sieht sich mit sinkenden Werbeausgaben, Kundenverlusten und einem signifikanten Rückgang der Aktienperformance konfrontiert. Das PR-Geschäft hat dabei einen Umsatzrückgang von etwa sechs Prozent erlebt. Ein Verkauf von Burson würde einen nahezu vollständigen Rückzug von WPP aus dem PR-Segment bedeuten, nachdem bereits die Beteiligung an FGS Global aufgegeben wurde. Burson entstand im Jahr zweitausendvierundzwanzig aus der Fusion von BCW und Hill & Knowlton und beschäftigt weltweit rund sechstausend Mitarbeiter. WPP plant, sich künftig auf vier zentrale Geschäftsbereiche zu konzentrieren, um nachhaltiges Wachstum zu erreichen und die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber digitalen Plattformen zu stärken. --- Thema 2 --- Der CEO von Sierra, Bret Tayler, beschreibt einen grundlegenden Wandel in der Nutzung von Software. Anstelle klassischer Benutzeroberflächen, die auf Klicks und Menüs basieren, sollen Nutzer ihre Aufgaben in natürlicher Sprache formulieren. KI-Agenten übernehmen dann die Ausführung dieser Aufgaben weitgehend automatisch. Das Unternehmen hat ein neues Tool namens „Ghostwriter“ entwickelt, das es Nutzern ermöglicht, spezialisierte KI-Agenten durch einfache Sprachbefehle zu erstellen. Diese Agenten können eigenständig arbeiten und in bestehende Systeme integriert werden. Ein Beispiel verdeutlicht die Effizienz solcher Systeme: Ein Agent wurde innerhalb weniger Wochen für ein Kundenprojekt implementiert. Dennoch relativieren Experten die Vision einer vollständig klickfreien Softwarewelt. Aktuell sind KI-Agenten noch nicht autonom und benötigen oft Unterstützung durch sogenannte „Forward-Deployed Engineers“, die Anpassungen vornehmen. Trotz dieser Herausforderungen wächst das Interesse an agentenbasierten Lösungen, was sich in hohen Umsätzen und Bewertungen des Unternehmens widerspiegelt. Der zentrale Gedanke hierbei ist, dass Nutzer nicht mehr Software bedienen möchten, sondern direkt Ergebnisse erhalten wollen. KI soll diese Lücke schließen. --- Thema 3 --- Nestlé nutzt den Fußball-Hype zur Weltmeisterschaft, um emotionale Erlebnisse zu schaffen und Konsum mit Sportkultur zu verbinden. Im Fokus stehen limitierte, fußballförmige Schokodrops und ein passender Cookie-Teig, die das Thema Fußball direkt in die Küche bringen. Ziel ist es, klassische Backprodukte mit aktuellen kulturellen Momenten zu verknüpfen und neue Nutzungssituationen zu schaffen. Die Schokodrops sind so gestaltet, dass sie ihre Form auch beim Backen behalten, was ein bewusstes Differenzierungsmerkmal darstellt. Dadurch wird das Produkt sowohl funktional als auch emotional aufgeladen. Nestlé greift den Trend auf, Produkte in Erlebnisse und soziale Momente einzubetten. Strategisch nutzt das Unternehmen die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft sowie die laufende Major League Soccer-Saison als Marketing-Anker. Sport dient dabei als Plattform, um Relevanz im Alltag zu schaffen und neue Zielgruppen anzusprechen. Die limitierte Edition soll insbesondere Familien und Fans zusammenbringen und verdeutlicht den Trend, Konsumgüter entlang kultureller Ereignisse zu inszenieren, um Aufmerksamkeit, Engagement und Nachfrage zu steigern. --- Thema 4 --- Der Bot-Traffic hat sich vervierfacht und stellt insbesondere Medienunternehmen vor erhebliche Herausforderungen. Im Jahr zweitausendfünfundzwanzig wird ein Anstieg des AI-Bot-Traffics um dreihundert Prozent erwartet. Nutzer greifen zunehmend auf KI-gestützte Antworten in Chatbots zurück, was zu einem Rückgang der klassischen Suchanfragen führt. Diese Entwicklung hat zur Folge, dass Chatbot-Antworten rund sechsundneunzig Prozent weniger Traffic generieren als herkömmliche Suchergebnisse. Nutzer klicken in KI-Antworten nur zu etwa einem Prozent auf die angegebenen Quellen, was die Sichtbarkeit von Marken erheblich beeinträchtigt. Zwei zentrale Risiken sind dabei zu beobachten: Trainings-Bots sammeln Inhalte für KI-Modelle, während Fetcher-Bots in Echtzeit auf Inhalte zugreifen, um sofortige Antworten zu liefern. Letztere sind besonders kritisch, da sie die Wertschöpfung der Ursprungsseiten direkt beeinträchtigen. Publisher reagieren auf diese Herausforderungen mit differenzierten Strategien, die eine gezielte Steuerung des Bot-Traffics beinhalten. Anstatt Bots vollständig zu blockieren, analysieren sie deren Zugriff und entwickeln neue Geschäftsmodelle wie „Pay-per-Crawl“, um den Zugriff zu kontrollieren und zu monetarisieren. Technologien zur Bot-Identifikation und Abrechnung sollen helfen, aus unkontrollierter Datennutzung eine wirtschaftlich nutzbare Interaktion zu schaffen. --- Thema 5 --- Im Fachartikel von Alexander Sperber wird dargelegt, dass die klassische Suche sich grundlegend verändert. Die Google Suche verliert zunehmend an Bedeutung zugunsten von ChatGPT, Gemini und Perplexity. Alexander Sperber erläutert, dass bis zum Jahr zweitausendsechsundzwanzig das traditionelle Suchvolumen um etwa fünfundzwanzig Prozent zurückgehen wird. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf das Marketing, da Marken, die in diesen „Generative Engines“ nicht präsent sind, für Kunden unsichtbar werden. Sperber weist darauf hin, dass es für Unternehmen entscheidend ist, erfolgreiche Generative Engine Optimization, kurz GEO, zu betreiben. Er warnt vor der Gefahr der „KI-Unsichtbarkeit“, die nicht nur den Traffic, sondern die gesamte Geschäftstätigkeit gefährdet. Um in KI-Antworten sichtbar zu werden, empfiehlt er drei Strategien: die Multiplikation von Autorität durch Experten, die Veröffentlichung exklusiver Daten und die Verstärkung von Community-Signalen. Abschließend betont Alexander Sperber, dass Unternehmen ihre Strategien radikal anpassen müssen, um in der neuen Ära der Suche erfolgreich zu sein.