--- Hook --- Heute blicken wir auf das Markenrennen, das Adidas für die WM im Jahr zweitausendsechsundzwanzig für sich entschieden hat, die positive Entwicklung des Werbemarkts, der ein Komma eins Prozent über dem Stand von zweitausendfünfundzwanzig liegt, sowie auf den stationären Handel, der gegenüber dem E-Commerce an Boden gewinnt. Außerdem betrachten wir, wie Künstliche Intelligenz die Rolle von Chief Marketing Officers verändert, und im Fachartikel von André Jonker zu „Was E-Commerce von Mozart Bett lernen kann“ gibt es spannende Einblicke. --- Thema 1 --- Die Fußball-Weltmeisterschaft zweitausendsechsundzwanzig war nicht nur ein Wettkampf der Nationalmannschaften, sondern auch ein Wettbewerb zwischen Marken. Adidas konnte sich hierbei klar vor Nike positionieren, insbesondere beim Earned Media Value. Während Adidas durch Kooperationen mit Lionel Messi und gezielte Produkt- sowie Lifestyle-Kampagnen punktete, setzte Nike auf Straßenfußball, Community-Events und digitale Inhalte, die vor allem jüngere Zielgruppen ansprachen. Die Analyse zeigt, dass kulturelle Relevanz heute entscheidender ist als klassische Werbung. Marken, die sich erfolgreich in die Fußballkultur integrieren, erzielen bessere Ergebnisse. Auch Luxus- und Modemarken wie Burberry, Loewe und Levi's nutzten die WM, um ihre Positionierung über Spieler und Popkultur zu stärken. Plattformen wie TikTok und Pinterest trugen zur Verstärkung von Trends rund um Fanmode und Fußball-Lifestyle bei. Letztlich war nicht die Größe des Werbebudgets ausschlaggebend, sondern die Glaubwürdigkeit der Marken. Authentische Fan-Erlebnisse erwiesen sich als entscheidend für die Markenwirkung. Die WM zweitausendsechsundzwanzig verdeutlichte, dass Marken künftig weniger auf kurzfristige Aufmerksamkeit setzen sollten, sondern vielmehr auf eine kontinuierliche kulturelle Präsenz und echte Nähe zur Zielgruppe. --- Thema 2 --- Im Juni zweitausendsechsundzwanzig verzeichnete der deutsche Werbemarkt ein Wachstum von vier Komma eins Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, was einem Gesamtvolumen von zwei Komma siebenundachtzig Milliarden Euro brutto entspricht. Damit liegt der Markt im ersten Halbjahr insgesamt ein Komma eins Prozent über dem Vergleichszeitraum zweitausendfünfundzwanzig. Allerdings ist die Entwicklung nicht einheitlich. Das lineare Fernsehen musste einen Rückgang von sieben Komma zwei Prozent hinnehmen, was vor allem auf die Fußball-Weltmeisterschaft zurückzuführen ist. Viele Spiele fanden nach zwanzig Uhr statt, was die Werbeerlöse der öffentlich-rechtlichen Sender beeinträchtigte. Private Sender verloren ebenfalls Zuschauer an die WM-Übertragungen. Im Halbjahresvergleich zeigt das Fernsehen ein Minus von ein Komma drei Prozent. Im Gegensatz dazu verzeichnen Online-Werbung, Out-of-Home und das Kino Zuwächse. Besonders hervorzuheben ist die Kinowerbung, deren Bruttoumsatz im ersten Halbjahr um achtzehn Komma fünf Prozent auf sieben Komma sieben Millionen Euro stieg. Diese Entwicklungen verdeutlichen den Druck auf klassische Medien und das anhaltende Wachstum digitaler Kanäle sowie Außenwerbung. --- Thema 3 --- Der stationäre Handel in Deutschland erfährt eine Renaissance, während die Vorliebe für den Online-Einkauf zurückgeht. Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Präferenz für Online-Käufe im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozentpunkte gesunken ist, während der stationäre Einkauf um vier Prozentpunkte zulegt. Ein Drittel der Verbraucher zieht den Einkauf im Ladengeschäft vor, während ein weiterer Teil beide Kanäle gleichermaßen nutzt. Besonders bei den Babyboomern ist die Rückkehr zum stationären Handel ausgeprägt. Trotz der Beliebtheit von Treueprogrammen zeigt sich, dass diese oft nicht den Bedürfnissen der Kunden entsprechen. Fast die Hälfte der Befragten kritisiert, dass die Vorteile nicht relevant sind. Erfolgreiche Kundenbindung erfordert daher mehr als nur Rabatte. Verbraucher wünschen sich praktische Omnichannel-Services, wie die Lieferung nicht verfügbarer Produkte nach Hause oder die unkomplizierte Rückgabe von Online-Artikeln im Geschäft. Für Händler bedeutet dies, dass eine enge Verzahnung von stationären und digitalen Touchpoints notwendig ist. Personalisierte Angebote und konsistente Kundendaten werden zu entscheidenden Wettbewerbsfaktoren. Ein reibungsloses Omnichannel-Erlebnis, das den Kunden echten Mehrwert bietet, ist entscheidend für den Erfolg im Handel. --- Thema 4 --- Künstliche Intelligenz verändert die Rolle von Chief Marketing Officers grundlegend. Marketing muss sich auf durch KI vermittelte Kaufentscheidungen einstellen und die Bereiche Marke, Customer Experience sowie Unternehmensstrategie enger miteinander verbinden. Laut der Boston Consulting Group werden KI-Agenten künftig nicht nur Inhalte erstellen oder Prozesse automatisieren, sondern auch aktiv an der Produktsuche, Bewertung, Kaufentscheidung und Transaktionen beteiligt sein. Dies führt zu neuen Entscheidern, die Marken anhand objektiv erkennbarer Leistungsmerkmale bewerten. Die Boston Consulting Group empfiehlt Chief Marketing Officers, drei Handlungsfelder neu auszurichten. Erstens sollte die Markenführung stärker mit der tatsächlichen Kundenerfahrung verknüpft werden. Zweitens eröffnen KI-gestützte Interaktionen tiefere Einblicke in die Motive und Entscheidungsprozesse der Kunden, die in Marketingkampagnen sowie Produktentwicklung einfließen sollten. Drittens ist ein neues Marketing-Betriebsmodell gefordert, das intelligente, KI-gestützte Organisationsformen etabliert. Die Studie zeigt jedoch eine deutliche Umsetzungslücke: Während nahezu alle befragten Chief Marketing Officers angeben, dass KI ihre Marketingorganisation verändert, haben nur rund ein Drittel Agentic AI umfassend implementiert. Unternehmen, die frühzeitig auf die Agentic-Ära ausgerichtet sind, können sich entscheidende Wettbewerbsvorteile sichern. --- Thema 5 --- Im Fachartikel von André Jonker wird aufgezeigt, wie Mozart Bett durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz, kurz KI, den E-Commerce revolutioniert. André Jonker erläutert, dass das Unternehmen den Kaufprozess eines Boxspringbetts in verständliche Entscheidungsschritte zerlegt hat, um Kunden eine fundierte Wahl zu ermöglichen. Der Fokus liegt auf einem digitalisierten Kaufprozess, datengetriebenem Performance-Marketing und einem selbst entwickelten KI-Werkzeugkasten, der in der Content-Produktion, im Kundenservice und in der Qualitätssicherung eingesetzt wird. Nach Einschätzung von André Jonker sind gute Daten entscheidend für den Erfolg, während Bauchgefühle an Bedeutung verlieren. Der Einsatz von KI hat die Effizienz in der Anzeigenproduktion und im Kundenservice erheblich gesteigert, wobei etwa fünfundsiebzig Prozent der Anfragen automatisch bearbeitet werden. Jonker betont jedoch, dass die strategische Bewertung und kreative Ideen weiterhin menschliche Expertise erfordern. Zudem wird die Sichtbarkeit in KI-generierten Antworten als zukünftiger Wettbewerbsvorteil betrachtet. Abschließend hebt André Jonker hervor, dass die Kombination aus KI und menschlicher Intelligenz entscheidend für das Wachstum von Mozart Bett ist, um das beste Boxspringbett für die Kunden zu entwickeln.