--- Hook --- Wir beleuchten die wachsende Dominanz von US-Plattformen, die mehr als die Hälfte der Werbebudgets anziehen, und diskutieren, wie Chatbots als neues Werbemedium an Bedeutung gewinnen. Zudem schauen wir auf die Vorteile von Connected TV im B2B-Bereich, analysieren im Fachartikel von Markus Grutzeck den Einsatz von KI zur Umwandlung von CRM-Daten in Aktionen und sprechen im Podcast mit Kai-Marcus Thäsler darüber, warum die Zukunft der Werbung im Außenbereich liegt. --- Thema 1 --- Im Jahr zweitausendsechsundzwanzig wird erstmals mehr als die Hälfte der Werbeinvestitionen in Deutschland auf die US-Plattformen Google, Amazon und Meta entfallen. Diese drei Unternehmen erreichen zusammen einen Marktanteil von über fünfzig Prozent und erzielen mehr als sechzehn Milliarden Euro. Der deutsche Werbemarkt wächst in diesem Jahr um drei Komma fünf Prozent auf insgesamt einunddreißig Komma sechs Milliarden Euro. Während der digitale Bereich weiterhin stark wächst, bleibt Google der größte Werbevermarkter, wobei YouTube eine zentrale Rolle spielt. Meta profitiert vor allem von Social-Media-Werbung, und Amazon verzeichnet Erfolge im Retail-Media-Geschäft. TikTok gewinnt ebenfalls an Bedeutung und wird zunehmend Teil des Mediamix vieler Werbetreibender. Im Gegensatz dazu stehen klassische Medien unter erheblichem Druck, da lineares Fernsehen und Printmedien an Reichweite und Werbeumsätzen verlieren. Einzelne Alternativen wie Streaming und Audio-Formate können die Verluste nicht ausgleichen. Branchenvertreter warnen vor den langfristigen Folgen dieser Entwicklung, da die Konzentration der Werbegelder auf wenige internationale Plattformen die Medienvielfalt in Deutschland gefährdet. --- Thema 2 --- Chatbots entwickeln sich zunehmend zu einem neuen Werbemedium. Google hat erstmals Anzeigen in seinem KI-Suchassistenten „AI Mode“ integriert. Diese Werbung könnte sich in den Jahren zweiundzwanzig bis siebenundzwanzig etablieren, steht jedoch vor Herausforderungen hinsichtlich der Akzeptanz. Nutzer können beim Recherchieren von Produkten auf kontextuell passende, bezahlte Coupons oder Angebote stoßen. Google betont, dass diese Anzeigen die KI-generierten Inhalte nicht beeinflussen sollen. Auch andere Anbieter wie OpenAI und Meta prüfen Werbemodelle, um die hohen Entwicklungskosten für Künstliche Intelligenz zu finanzieren. Während OpenAI vorsichtig Werbung in ChatGPT in Betracht zieht, nutzt Meta Nutzerdaten aus KI-Interaktionen für das Targeting auf bestehenden Plattformen. Gleichzeitig besteht ein hohes Risiko, da Chatbots oft als persönliche und vertrauenswürdige Helfer wahrgenommen werden. Unpassende Werbung könnte das Vertrauen der Nutzer gefährden. Experten erwarten daher, dass zunächst kleinere Anbieter Tests durchführen, während größere Plattformen erst ab dem Jahr zweiundzwanzig siebenundzwanzig stärker skalieren. --- Thema 3 --- Connected TV, kurz CTV, bietet auch im B2B-Bereich neue Möglichkeiten, um Marketingstrategien zu optimieren. CTV-Retargeting kombiniert das Storytelling von TV-Werbung mit Performance-Marketing und unterstützt B2B-Marken dabei, lange Verkaufszyklen effektiv zu begleiten. Durch gezielte Ansprache von Website-Besuchern über unskippbare TV-Spots von dreißig Sekunden wird die Aufmerksamkeit der Zielgruppe gesteigert und das Vertrauen in die Marke gefestigt. Der Einstieg in dieses Retargeting ist bereits ab ungefähr fünfzig Dollar pro Tag möglich. B2B-Marketing sieht sich zunehmend Herausforderungen gegenüber, wie langen Entscheidungsprozessen und der Reizüberflutung durch digitale Kanäle. Herkömmliche Maßnahmen verlieren an Wirkung, da sie oft in überfüllten Umfeldern stattfinden. CTV-Retargeting bietet hier einen frischen Ansatz, indem es Website-Besucher über Streaming-TV ansprechen kann. Die Möglichkeit, Nutzenargumente, Produktdemos und Kundenstimmen visuell zu präsentieren, eröffnet neue Wege der Kundenansprache. Zudem fügt sich CTV nahtlos in bestehende Nurturing-Strecken ein und stärkt das Markenvertrauen, was entscheidend für Kaufentscheidungen im B2B-Bereich ist. Durch die Ansprache warmer Zielgruppen können bereits mit kleinen Budgets effektive Tests durchgeführt werden. CTV-Retargeting wird somit zu einem wertvollen Instrument, um in langen Verkaufszyklen präsent zu bleiben und die Abschlusswahrscheinlichkeiten zu erhöhen. --- Thema 4 --- Im Fachartikel von Markus Grutzeck wird die transformative Rolle von Künstlicher Intelligenz im Customer Relationship Management, kurz CRM, thematisiert. Markus Grutzeck erläutert, dass viele Unternehmen wertvolle Kundendaten sammeln, jedoch oft keine konkreten Aktionen daraus ableiten. Dies geschieht aufgrund von fragmentierten Daten, ungenutzten Insights und verspäteten Reaktionen auf Abwanderungsrisiken. Die Folge sind ineffiziente Vertriebsprozesse und verlorene Verkaufschancen. Markus Grutzeck beschreibt, wie moderne KI-gestützte CRM-Systeme diese Lücken schließen können. Durch die Integration unterschiedlicher Datenquellen entsteht eine umfassende Sicht auf den Kunden. Dies ermöglicht eine personalisierte Ansprache und automatisierte Aktionen, die auf erkannten Mustern basieren. Die Automatisierung repetitiver Aufgaben führt zu einer signifikanten Zeitersparnis für Vertriebsmitarbeiter, die sich dadurch stärker auf die Kundenbetreuung konzentrieren können. Zusammenfassend betont Markus Grutzeck, dass Unternehmen, die Künstliche Intelligenz im CRM einsetzen, messbare Vorteile wie höhere Conversion Rates, schnellere Reaktionszeiten und eine verbesserte Kundenbindung erzielen. Die Investition in diese Technologie amortisiert sich in der Regel schnell, sodass Unternehmen, die jetzt handeln, sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil sichern können. --- Thema 5 --- In der heutigen Podcast-Episode mit Kai-Marcus Thäsler wird das Thema Außenwerbung und ihre Zukunft im urbanen Raum besprochen. Außenwerbung hat sich zur am schnellsten wachsenden Mediengattung in Deutschland entwickelt und erreicht inzwischen einen Marktanteil von rund zehn Prozent. Diese Entwicklung zeigt sich sowohl bei digitalen Displays als auch bei klassischen Plakatflächen. Kai-Marcus Thäsler erklärt, dass datengetriebenes Marketing im öffentlichen Raum eine präzise Ansprache der Zielgruppen ermöglicht. Durch die Analyse von Bewegungsmustern und Handynutzung können Kampagnen in Echtzeit gestaltet werden, um die richtige Botschaft zur richtigen Zeit zu vermitteln. Besonders junge Menschen suchen nach Authentizität in der Außenwerbung, die im Vergleich zur digitalen Überreizung weniger störend wirkt und als Teil des Stadtbildes wahrgenommen wird. Zudem entwickeln sich Außenwerbeträger zu multifunktionalen Assets in intelligenten Städten, indem sie nicht nur Werbung, sondern auch Informationen und Dienstleistungen bieten. Datenschutz und Transparenz sind entscheidend für das Vertrauen der Nutzer im öffentlichen Raum. Außenwerbung nutzt aggregierte, anonymisierte Daten und hat damit einen Vertrauensvorteil, den die Branche aktiv kommunizieren sollte.