--- Hook --- Wir sprechen heute über Ubers Strategie, Commerce Media zu nutzen, Googles erweiterte Datensammlung für das KI-Training und wie Sprachmodelle Lieferanten auswählen. Außerdem beleuchten wir im Fachartikel von Emil Martini die neuen Regeln des WM-Sponsorings und diskutieren im Podcast mit Simon Putzer, warum offene Systeme und saubere Daten zur Grundvoraussetzung für jeden Erfolg werden. --- Thema 1 --- Das US-Unternehmen Uber präsentierte auf den Cannes Lions zweitausend sechsundzwanzig seine Vision für die Zukunft des Marketings, die stark von Künstlicher Intelligenz, Commerce Media und realen Kundenerlebnissen geprägt ist. Im Mittelpunkt stand die Überzeugung, dass Marken Verbraucher nicht mehr nur auf digitalen Plattformen, sondern entlang ihrer gesamten Alltags- und Kaufreise begleiten müssen. Die Weiterentwicklung von Commerce Media rückt reale Alltagssituationen wie Mobilität und Essensbestellungen in den Fokus. Uber möchte mit neuen Werbeformaten und einer erweiterten Marketingplattform Werbetreibenden ermöglichen, Konsumenten in entscheidenden Momenten anzusprechen. Ein weiterer wichtiger Aspekt war der Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf das Marketing und das Konsumentenverhalten. Künstliche Intelligenz beeinflusst zunehmend, wie Menschen suchen, vergleichen und Kaufentscheidungen treffen. Unternehmen sind gefordert, ihre Daten, Prozesse und Markenführung stärker auf KI-gestützte Customer Journeys auszurichten. Zudem wurde betont, dass Marken kulturelle Ereignisse und Live-Erlebnisse als ganzheitliche Customer Journeys betrachten sollten, um Verbraucher mit relevanten Botschaften zu erreichen. Das Ziel ist, von reiner Sichtbarkeit zu echter Interaktion zu gelangen und Marken in reale Erlebnisse zu integrieren. --- Thema 2 --- Google hat eine neue Funktion namens „Suchdienste-Verlauf“ weltweit eingeführt, die standardmäßig aktiviert ist und Daten aus verschiedenen Google-Diensten erfasst. Dazu gehören Suchanfragen sowie Inhalte aus Bildern, Audio, Video und Dateien, die zur Verbesserung generativer KI-Modelle verwendet werden sollen. Der hauseigene Chatbot Gemini äußert sich kritisch über diese Datenschutzstrategie und spricht von einer sogenannten Opt-out-Müdigkeit, da viele Nutzer die Einstellungen nicht ändern und somit automatisch in die Datensammlung einwilligen. Obwohl Google betont, dass persönliche Inhalte aus Gmail nicht für das Training der Kernmodelle verwendet und E-Mail-Daten nicht dauerhaft gespeichert werden, empfiehlt Gemini den Nutzern, die Datenerfassung manuell abzuschalten, um mehr Kontrolle über ihre Daten zu erhalten. Wer die Erfassung einschränken möchte, kann dies in den Gmail-Einstellungen oder im Google-Konto unter „Suchdienste-Verlauf“ tun. Die Einführung dieser Standardeinstellung wird die Diskussion über Transparenz und Einwilligung im Zusammenhang mit dem Einsatz von KI in Google-Diensten weiter intensivieren. --- Thema 3 --- Beim Tag der Industriekommunikation in Fürstenfeldbruck erörterten B2B-Marketingverantwortliche die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf Sichtbarkeit, Vertrieb und Markenführung. Erik Snoeijen von Bosch Rexroth stellte fest, dass Sprachmodelle zunehmend die Rolle klassischer Suchmaschinen übernehmen und die Sichtbarkeit von Unternehmen entscheidend beeinflussen. Die Optimierung für generative Engines, kurz GEO, gewinnt an Bedeutung, während traditionelle Fachzeitschriften an Einfluss verlieren. KI-Systeme bewerten Kundenaussagen und offizielle Mitteilungen höher als Werbung, was Unternehmen dazu zwingt, substanzielle Inhalte zu liefern. Die Diskussion verdeutlichte auch den Wert persönlicher Kontakte. Trotz des technologischen Wandels setzen viele Unternehmen auf manuelle Ansätze, um Wertschätzung zu zeigen. Die Herausforderung bleibt das Alignment zwischen Marketing und Vertrieb, wobei Marketing zunehmend als Partner im Vertrieb agiert. Vertrauen wird als entscheidender Wettbewerbsvorteil hervorgehoben, insbesondere im Vergleich zu asiatischen Anbietern. Die Konferenz zeigte, dass echte Kundenstimmen und persönliche Interaktionen nach wie vor unverzichtbar sind, um in der digitalen Welt erfolgreich zu sein. --- Thema 4 --- Im Fachartikel von Emil Martini wird die veränderte Landschaft des WM-Sponsorings thematisiert. Emil Martini erläutert, dass Geschwindigkeit, Community und Echtzeit-Content im Sponsoring zunehmend wichtiger werden als finanzielle Mittel. Die WM zweitausendsechsundzwanzig stellt mit ihren neuen Rahmenbedingungen, wie der Einbeziehung von Creator-Correspondents, einen Wendepunkt dar. Nach Einschätzung von Emil Martini ist die Ernennung von TikTok zur bevorzugten Plattform der FIFA ein bedeutendes Signal für die digitale Kommunikation. Martini hebt hervor, dass Marken, die diese Veränderungen ignorieren, im Rückstand sind. Er verweist auf die Bedeutung von Reichweite versus Aktivierbarkeit, wobei die stärkere Community oft mehr Potenzial bietet als einzelne Stars. Zudem zeigt eine Nielsen-Studie, dass eine beträchtliche Anzahl von Konsumenten Marken, die die WM sponsern, eher meiden würde. Die eigentliche Herausforderung für Sponsoren liegt in der Vorbereitung und der Fähigkeit, schnell auf aktuelle Ereignisse zu reagieren. Emil Martini schlussfolgert, dass Kreativität und eine klare Markenidentität entscheidend sind, um im digitalen Raum erfolgreich zu sein. Die WM bietet eine einzigartige Bühne, doch der Schlüssel zum Erfolg liegt nicht im Budget, sondern in der Reaktionsgeschwindigkeit und der kreativen Umsetzung. --- Thema 5 --- In der heutigen Podcast-Episode mit Simon Putzer wird erörtert, warum offene Systeme und saubere Daten zur Grundvoraussetzung für jeden Erfolg werden. Simon Putzer erklärt, dass die Content-Produktion durch generative Künstliche Intelligenz grundlegend verändert wird. Unternehmen setzen zunehmend auf die direkte Erstellung ihrer Assets mit KI, weshalb eine flexible Plattform erforderlich ist, die verschiedene Modelle integrieren kann, ohne sich auf starre Systeme festzulegen. Ein zentraler Punkt ist die Datenqualität, die oft über Erfolg oder Misserfolg von KI-Prozessen entscheidet. Saubere und strukturierte Produktdaten sind unerlässlich, um zuverlässige Ergebnisse zu erzielen. Simon Putzer betont, dass Unternehmen, die frühzeitig in diese Datenbasis investieren, sich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen können. Darüber hinaus wird die Governance als entscheidend für den Erfolg von KI hervorgehoben. Ein ausgewogenes Rollen- und Freigabekonzept sorgt dafür, dass Menschen an kritischen Stellen die Kontrolle behalten. Nicht jedes Unternehmen benötigt ein umfassendes Enterprise-Digital Asset Management. Kleinere Betriebe können oft mit einfacheren Systemen auskommen. Schließlich zeigt sich, dass der Markt für Digital Asset Management durch die aktuelle KI-Welle wächst, wobei offene, composable Architekturen die Flexibilität bieten, neue Anwendungen schnell zu integrieren.