--- Hook --- Wir sprechen heute über „The Trade Desk verbessert CTV-Targeting mit Gracenote“, „YouTube lässt Creator mit Amazon-Produkten verdienen“, „Über 100 Firmen fordern Schutz vor KI-Angriffen“, „Beim Geld endet das Vertrauen in die KI“ und den Podcast mit Michael Stenzel über „Vom Fahrradladen zum smarten Handelsnetzwerk“. --- Thema 1 --- The Trade Desk hat eine Kooperation mit Gracenote angekündigt, um das Targeting im Bereich des Connected Television, kurz CTV, zu verbessern. Gracenote integriert erstmals seine Daten in eine Demand-Side Platform, wodurch Werbekunden präzisere Informationen über die Programme erhalten, in deren Umfeld ihre Werbeplätze angeboten werden. Bisher waren beim programmatischen Einkauf von CTV-Werbung oft nur allgemeine Informationen wie das Genre verfügbar. Mit den neuen Programmdaten können Werbekunden ihre CTV-Kampagnen nun gezielt auf Programmebene ausrichten. Diese Daten lassen sich mit weiteren Signalen innerhalb von The Trade Desk kombinieren, um geeignete Werbeumfelder auszuwählen. Eine Umfrage von Gracenote zeigt, dass ein Großteil der Programmatic Trader die fehlenden Daten auf Sendungsebene als einschränkend empfindet. Zudem wird die Transparenz nach der Ausspielung erhöht, indem Werbekunden nachvollziehen können, in welchen Sendungen ihre Anzeigen erschienen sind. Dies soll die Planung und Optimierung künftiger Kampagnen unterstützen. The Trade Desk strebt an, im Connected TV eine Präzision und Transparenz zu bieten, die Werbekunden bereits von anderen digitalen Werbekanälen erwarten. --- Thema 2 --- YouTube hat eine Integration mit Amazon im Affiliate-Geschäft eingeführt, die es Creatorn in den Vereinigten Staaten ermöglicht, Produkte von Amazon direkt auf der Plattform zu taggen. Diese Produkte sind weltweit sichtbar, was die Reichweite der Empfehlungen erheblich erhöht. Um an diesem Programm teilzunehmen, müssen Creator mehrere Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehört die Mitgliedschaft im YouTube Partner Programm sowie im US-amerikanischen YouTube Shopping Affiliate-Programm. Außerdem ist ein aktives Konto im Amazon Influencer- oder Partnerprogramm erforderlich. Der YouTube-Kanal muss zudem mit einer Amazon Storefront verbunden sein. Die Creators können Produkte manuell auswählen, per URL vorschlagen oder automatisch anhand ihrer früheren Uploads zuordnen. Im YouTube Studio haben sie die Möglichkeit, Klicks und geschätzte Einnahmen zu analysieren. Die Erlöse von Amazon werden über AdSense ausgezahlt, jedoch können Rückgaben bereits gutgeschriebene Provisionen reduzieren. Zudem gelten monatliche Sperrfristen, und eine detaillierte Zuordnung einzelner Verkäufe zu spezifischen Videos oder Produkt-Tags ist momentan nicht möglich. --- Thema 3 --- Mehr als einhundert Unternehmen haben in einem offenen Brief gemeinsame Maßnahmen gegen KI-gestützte Cyberangriffe gefordert. Zu den Unterzeichnern gehören namhafte Technologieunternehmen wie OpenAI, Anthropic, Google und Microsoft sowie Sicherheitsanbieter wie CrowdStrike, Okta und Fortinet. Auch Firmen aus dem Finanz- und Infrastruktursektor unterstützen diesen Appell. Die Unternehmen erwarten, dass Angriffe mithilfe künstlicher Intelligenz in naher Zukunft häufiger und komplexer werden. Besonders gefährdet sind kritische Einrichtungen wie Krankenhäuser, Wasserwerke und die digitale Infrastruktur. Vorfälle, wie der bei Hugging Face, zeigen bereits, dass autonome KI-Agenten neue Sicherheitsrisiken schaffen können. Die Unterzeichner fordern daher neue Formen der Cyberabwehr und eine engere Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Regierungen auf verschiedenen Ebenen. Ziel ist es, Sicherheitsstandards zu erhöhen und Lösungen für bislang unbekannte Bedrohungen zu entwickeln. Gleichzeitig arbeiten einige der beteiligten Unternehmen an KI-Systemen, die gezielt zur Abwehr von Cyberangriffen eingesetzt werden sollen. --- Thema 4 --- Künstliche Intelligenz hat im Alltag der Deutschen zunehmend Einzug gehalten, doch im Finanzbereich bleibt das Vertrauen gering. Etwa vierundfünfzig Prozent der Bevölkerung haben bereits KI-Anwendungen genutzt, während jedoch siebzig Prozent der Menschen KI für Überweisungen, Geldanlagen und Finanzberatung ablehnen. Diese Zurückhaltung ist besonders stark ausgeprägt, da viele auf persönliche Beratung setzen und Bedenken hinsichtlich der Reife und des Datenschutzes von KI im Finanzsektor äußern. Trotz dieser Skepsis nutzen mehr als drei Viertel der Deutschen ihre Bankgeschäfte online, wobei die Banking-App als wichtigster Zugang dient und von rund dreiundvierzig Prozent verwendet wird. Insbesondere bei den unter vierzigjährigen Nutzern zeigt sich eine größere Offenheit gegenüber digitalen Beratungsangeboten und Sprachassistenten. Dennoch gibt es erhebliche Sicherheitsbedenken, da nur etwa sechsunddreißig Prozent der Befragten Vertrauen in ihre Fähigkeit haben, KI-Manipulationen zu erkennen. Für Banken wird es entscheidend sein, digitale Angebote mit klarer Kommunikation, einfacher Bedienung und hohen Sicherheitsstandards zu kombinieren. --- Thema 5 --- In der heutigen Podcast-Episode mit Michael Stenzel wird das Thema behandelt, wie ein Fahrradhändler-Netzwerk mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz und einem eigenen Kundenbeziehungsmanagement-Cockpit sichtbar wird und wächst. Michael Stenzel erklärt, dass das Unternehmen Vitbikes seinen YouTube-Kanal mit fast einhundertneunzigtausend Abonnenten und über eintausendfünfhundert Videos als Sichtbarkeitshebel für Sprachmodelle nutzt. Die Titel und Beschreibungen der Videos werden gezielt angepasst, um die Inhalte für Künstliche Intelligenz zugänglich zu machen. Zudem entsteht aus den Videos fast vollautomatisiert ein Blog mit häufig gestellten Fragen und Ratgebertexten. Ein weiterer zentraler Aspekt ist, dass nicht das Headquarter, sondern die Mitarbeitenden in den Läden den Content bereitstellen. Durch Coachings entstehen täglich mehrere kurze Videos aus verschiedenen Standorten. Michael Stenzel betont die Bedeutung von Erfolgsgeschichten, die die Motivation der Mitarbeitenden steigern. Anstatt eine zentrale App zu erwerben, wurde ein eigenes CRM-Cockpit entwickelt, das Kundendaten und Kommunikation bündelt. Im Headquarter arbeiten alle Mitarbeitenden mit Künstlicher Intelligenz, um Reportings und Newsletter-Entwürfe zu erstellen. Die Sichtbarkeit in Künstlichen Intelligenz-Suchzusammenfassungen wird durch viele kleine Bausteine unterstützt, darunter strukturierte Produktdaten und ein einheitlicher Onlineshop.