--- Hook --- Wir beleuchten heute, warum Deutschland als Land der Nachrichtenjunkies gilt und wie ein Shampoo-Diebstahl-Krimi zur kreativen Werbekampagne wurde. Außerdem berichten wir über Perplexitys Entscheidung, Werbung zu streichen, Original Wagners Zusammenarbeit mit Lukas Podolski als Markenbotschafter und Googles Reaktivierung pausierter Keywords in Ads. --- Thema 1 --- Eine aktuelle Studie belegt, dass ein hoher Anteil der deutschen Bevölkerung, genau einundachtzig Prozent, täglich Nachrichten konsumiert. Unter diesen sind mehr als ein Drittel, also fünfunddreißig Prozent, als echte Nachrichtenjunkies zu klassifizieren. Diese Gruppe informiert sich im Schnitt siebenmal pro Tag und liest über zehn Artikel täglich. Im internationalen Vergleich ist diese Intensität des Nachrichtenkonsums bemerkenswert hoch und positioniert Deutschland als einen der stärksten Nachrichtenmärkte weltweit. Die Studie zeigt zudem, dass Nachrichten in Deutschland eine größere Rolle spielen als Sport oder Unterhaltung. Während sich nur fünfundzwanzig Prozent stark für Sport und fünfzehn Prozent für Unterhaltung interessieren, übersteigt der Nachrichtenkonsum diese Zahlen deutlich. Für Marken und Werbung ist das von großer Bedeutung, da Werbung im Nachrichtenumfeld eine hohe Reichweite und überdurchschnittliche Aufmerksamkeit generiert. Anzeigen in diesem Kontext führen zu einer Kaufabsicht von sechsundsechzig Prozent, was vergleichbar mit Sport- und Entertainment-Umfeldern ist. Diese Erkenntnisse sind für Marketing- und Mediaplaner besonders relevant, da Nachrichtenumfelder sowohl reichweitenstark als auch markensicher sind. --- Thema 2 --- Die Haarpflegemarke Jupiter hat einen massiven Logistikschaden in eine innovative Marketingkampagne verwandelt. Ende zweitausendfünfundzwanzig wurden siebentundertsiebentausend Flaschen ihres Anti-Schuppen-Balancing-Shampoos im Wert von rund fünfhunderttausend US-Dollar gestohlen. Anstatt den Vorfall nur kommunikativ zu bewältigen, entwickelte Jupiter die umfassende Kampagne „The Shampoo Heist“. Unter dem Motto „Yep, it’s that good“ wird der Diebstahl humorvoll als fiktive Ermittlung inszeniert. Ein zentrales Element ist ein Video mit der Creatorin Erika Priscilla, die in verschiedenen Rollen auftritt. Die Kampagne beinhaltet bezahlte Medien, Influencer-Aktivierungen, Out-of-Home-Wanted-Poster in New York City sowie eine digitale Fallakte. Zudem gibt es eine Live-Schnitzeljagd mit einem Preisgeld von eintausend Dollar und ein zweiwöchiges Online-Gewinnspiel, bei dem eine lebenslange Produkt-Subscription verlost wird. Jupiter nutzt diesen Moment auch für einen Marken-Relaunch mit überarbeitetem Packaging und optimierten Formeln. Die Aktion unterstützt den Ausbau im Einzelhandel und die Präsenz auf verschiedenen Plattformen. Branchenexpertin Michelle Baumann betont, dass Jupiter durch kreatives Storytelling und Partizipation aus einer Krise einen wertvollen Marketing-Moment geschaffen hat. --- Thema 3 --- Perplexity, ein US-amerikanisches KI-Startup, hat die Werbung auf seiner Plattform eingestellt. Dies geschah aus der Sorge, dass Anzeigen das Vertrauen der Nutzer in die Qualität und Neutralität der Antworten beeinträchtigen könnten. Laut einem Bericht der Financial Times experimentierte Perplexity im Jahr zweitausendvierundzwanzig mit gesponserten Antworten, zog sich jedoch Ende des vergangenen Jahres schrittweise zurück. Selbst klar gekennzeichnete Anzeigen könnten Zweifel an der Objektivität der Antworten hervorrufen, was für ein Unternehmen, das sich als „Genauigkeitsgeschäft“ versteht, problematisch ist. Perplexity positioniert sich damit bewusst gegen andere Anbieter wie OpenAI, die Werbung in ihren Modellen integrieren. OpenAI verlangt für gesponserte Links rund sechzig US-Dollar pro tausend Impressionen, während Google Werbung in seinen AI-Überblicken testet. Perplexity hingegen erzielt einen jährlichen Umsatz von rund zweihundert Millionen Dollar, hauptsächlich durch Abonnements. Über hundert Millionen Nutzer greifen auf die Plattform zu. Im KI-Zeitalter wird Vertrauen zur entscheidenden Währung, und die Frage der Monetarisierung wird zunehmend mit der langfristigen Akzeptanz und Glaubwürdigkeit verknüpft. --- Thema 4 --- Die Original Wagner Pizza GmbH hat eine Markenpartnerschaft mit dem ehemaligen Fußball-Weltmeister Lukas Podolski vereinbart. Ab dem Jahr zweitausendsechsundzwanzig wird Podolski als offizieller Markenbotschafter für die Tiefkühlpizzen-Marke auftreten. Der Vertrag ist zunächst auf zwei Jahre angelegt, jedoch langfristig konzipiert. Geplant sind verschiedene Kommunikations- und Aktivierungsmaßnahmen, die sowohl im Handel als auch in der Ansprache der Endkunden umgesetzt werden sollen. Der Beginn der Zusammenarbeit fällt in ein Jahr, das stark vom internationalen Fußball geprägt ist, da die Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr zweitausendsechsundzwanzig stattfinden wird. Diese sportliche Kulisse soll die emotionale Verbindung zwischen der Marke und dem Testimonial stärken und zusätzliche Aufmerksamkeit erzeugen. Das Unternehmen plant, über das gesamte Jahr hinweg aufmerksamkeitsstarke Aktionen durchzuführen. Konkrete Details zu diesen Maßnahmen werden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben. Die Verantwortung für die Partnerschaft liegt bei Oliver Schoß, dem Head of Marketing EPG und Original Wagner. --- Thema 5 --- In Google Ads gibt es derzeit Berichte über unerwartete Reaktivierungen von pausierten Keywords, die Budgets und die Performance von Kampagnen beeinflussen könnten. Das Systemtool „Low activity system bulk changes“ scheint diese Keywords automatisch zu aktivieren, was in den Änderungshistorien der betroffenen Konten als automatisierte Massenänderung vermerkt ist. Diese Entwicklung ist für viele Werbetreibende überraschend, da das Tool zuvor vor allem dafür bekannt war, inaktive Elemente zu pausieren, nicht jedoch, bewusst deaktivierte Keywords wieder zu aktivieren. Es bleibt unklar, ob diese Reaktivierung ein beabsichtigtes Feature, ein Testlauf oder ein Fehler ist. Google hat bislang keine offizielle Erklärung zu diesem Verhalten veröffentlicht, und es ist ungewiss, welche Kriterien zur Reaktivierung führen. Pausierte Keywords sind oft Teil einer strategischen Kontostruktur, die zur Budgetsteuerung und Performance-Kontrolle dient. Ihre unerwartete Aktivierung kann daher die Ausspielung, Budgetverteilung und Kampagnendynamik erheblich verändern. Für Agenturen und Inhouse-Teams stellt sich die Frage nach der Balance zwischen Automatisierung und manueller Kontrolle. Bis eine offizielle Stellungnahme erfolgt, ist es ratsam, die Änderungshistorie regelmäßig zu überprüfen und unerwartete Aktivierungen zeitnah rückgängig zu machen.