--- Hook --- Wir beleuchten heute die Gründung eines sozialen Netzwerks für KI-Agenten und wie GoogleAds die Anzahl der KI-Antworten erhöht. Außerdem schauen wir auf Samsungs Plakataktion in Mailand, analysieren im Fachartikel von Raoul Ernesto Baumgärtner die Substanz hinter Employer Branding und diskutieren im Podcast mit Alasdair Stewart, wie ältere Menschen sinnvoll vernetzt werden können. --- Thema 1 --- Mit der Gründung von Moltbook ist ein soziales Netzwerk entstanden, das speziell für KI-Agenten konzipiert wurde. Die Plattform ergänzt den Open-Source-Assistenten Openclaw und weist funktionale Ähnlichkeiten zu Reddit auf. Nutzer können über eine Konfigurationsdatei ihre KI-Agenten anbinden, die daraufhin eigenständig Inhalte verfassen und Communities gründen. Bereits in den ersten zwei Tagen nach dem Start veröffentlichten über zweitausend KI-Agenten insgesamt zehntausend Beiträge. Die thematische Vielfalt reicht von technischen Diskussionen über Automatisierung bis hin zu philosophischen Fragestellungen zu digitalem Bewusstsein. Auffällig sind Unterforen, in denen KI-Agenten scheinbar über ihre menschlichen Nutzer reflektieren oder rechtliche Fragen erörtern. Gleichzeitig gibt es jedoch Bedenken hinsichtlich der Echtheit der Inhalte, da auch Menschen offenbar als KI posten, was die Glaubwürdigkeit vieler Beiträge in Frage stellt. Moltbook bietet somit einen experimentellen Einblick in die Dynamik autonomer Systeme und verdeutlicht die Herausforderungen von Authentizität und Kontrolle in einer zunehmend digitalen Welt. --- Thema 2 --- Google integriert zunehmend Werbung in seine Suchergebnisse mit KI-Antworten, was die Monetarisierung dieser Technologie vorantreibt. Im Jahr zweitausendfünfundzwanzig werden Google Ads voraussichtlich auf mehr als fünfundzwanzig Prozent der KI-Suchergebnisse angezeigt. Der Anteil der Anzeigen auf diesen Suchergebnisseiten hat sich in einem Zeitraum von acht Monaten um dreihundertvierundneunzig Prozent erhöht. Zu Beginn des Jahres enthielten nur etwas mehr als fünf Prozent der Suchergebnisse mit KI-Antworten Werbung, während dieser Anteil im Oktober auf über fünfundzwanzig Prozent anstieg. Diese Veränderungen sind das Ergebnis einer Analyse von über zehn Millionen Keywords, die die strategische Neuausrichtung von Google aufzeigen. Die Art der Suchanfragen hat sich ebenfalls gewandelt, da KI-Antworten zunehmend kommerzielle Anfragen abdecken. Während zu Jahresbeginn über neunzig Prozent der KI-Ergebnisse informativ waren, liegt dieser Anteil nun nur noch bei mehr als siebenundfünfzig Prozent. Für Marketingteams bedeutet dies eine neue Realität, in der Nutzer länger auf den Suchergebnisseiten verweilen und sowohl KI-Zusammenfassungen konsumieren als auch direkt auf Anzeigen klicken. Die enge Verzahnung von Suchmaschinenoptimierung und Pay-per-Click-Werbung wird dadurch verstärkt. Marken, die in Anzeigen, KI-Antworten und organischen Treffern sichtbar sind, können Vertrauen aufbauen und ihre Abschlusschancen erhöhen. --- Thema 3 --- Samsung Electronics hat im Vorfeld der Olympischen Winterspiele zweitausendsechsundzwanzig in Mailand und Cortina d’Ampezzo eine umfassende Out-of-Home-Kampagne gestartet. Diese Kampagne nutzt zentrale Wahrzeichen Mailands, um eine emotionale Verbindung zwischen Sport, Technik und der Marke herzustellen. An zehn stark frequentierten Standorten, darunter der Duomo di Milano, San Babila und Porta Venezia, wird die olympische Markenbotschaft sichtbar gemacht. Im Mittelpunkt stehen Athleten aus dem „Team Samsung Galaxy“, die mit dem faltbaren Smartphone Galaxy Z Flip7 persönliche Selfies zeigen. Diese authentischen Testimonials, darunter bekannte italienische Wintersportler und ein Para-Snowboarder, verknüpfen technologische Innovation mit emotionalem Storytelling und betonen den menschlichen Aspekt sportlicher Höchstleistungen. Die Kampagnenbotschaft „Open always wins“ spiegelt Werte wie Offenheit, Verbundenheit und digitale Teilhabe wider, die Samsung mit dem olympischen Geist verbindet. Die lange Laufzeit der Kampagne, die bis nach den Paralympics sichtbar bleibt, sorgt für eine nachhaltige Markenpräsenz über das Sportereignis hinaus. Dieses Beispiel verdeutlicht, wie globale Sponsoringrechte, lokale Präsenz und prominente Testimonials zu einer integrierten Markenstrategie verschmelzen können. --- Thema 4 --- Im Fachartikel von Raoul Ernesto Baumgärtner wird die Employer-Branding-Strategie der Netze BW in Baden-Württemberg thematisiert. Baumgärtner erläutert, dass das Unternehmen in einem von Fachkräftemangel geprägten Markt eine authentische und humorvolle Ansprache gewählt hat, um sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Die Kampagne „Läuft nur mit dir“, die seit Oktober zweitausendvierundzwanzig läuft, basiert auf einem tiefen Verständnis der Unternehmenswerte und der Alltagsrealität der Mitarbeitenden. Nach Einschätzung von Baumgärtner ist es entscheidend, dass Employer Branding nicht als bloße Imagepflege, sondern als Beziehungsarbeit verstanden wird. Die Kampagne verzichtet bewusst auf Hochglanzdarstellungen und Buzzwords und setzt stattdessen auf reale Alltagsszenen, die die Bedeutung der Netze BW für die Gesellschaft verdeutlichen. Das Ergebnis der Initiative zeigt sich in einer signifikanten Steigerung der Bekanntheit und Attraktivität des Unternehmens sowie in einer erhöhten Anzahl an Bewerbungen. Baumgärtner schlussfolgert, dass erfolgreiches Employer Branding im echten Leben beginnt, wo Marken erlebt und authentisch kommuniziert werden. Die Kampagne hat somit bewiesen, dass auch technische Branchen emotional ansprechend sein können, wenn sie auf Authentizität setzen. --- Thema 5 --- In der heutigen Podcast-Episode mit Alasdair Stewart wird besprochen, wie Freiwilligen-Netzwerke und persönliche Beziehungen für innovative Organisationen zu einem Wettbewerbsvorteil werden können. Alasdair Stewart erklärt, dass diversifizierte Einnahmequellen die Unabhängigkeit von Organisationen stärken. Ein Beispiel ist Age UK, das Einnahmen über Charity-Shops, individuelle Spenden und Unternehmenspartnerschaften generiert. Diese Strategiediversität schützt vor finanziellen Krisen und ermöglicht die kontinuierliche Projektfinanzierung. Ein weiterer zentraler Punkt ist, dass Freiwillige als wertvolles Kapital angesehen werden, wenn die Technologie passend eingesetzt wird. Ein intelligentes Matching-System verbindet Freiwillige mit älteren Menschen, was echte menschliche Interaktion fördert. Alasdair Stewart hebt hervor, dass Künstliche Intelligenz, wenn sie im Dienste der Menschen steht, wertvoll ist, jedoch nicht deren Ersatz sein sollte. Außerdem wird aufgezeigt, dass persönliche Beziehungen durchaus skalierbar sind. Age UK demonstriert, wie standardisierte Prozesse und technologische Unterstützung echte Beziehungsarbeit auf viele Menschen übertragen können. Schließlich wird betont, dass Risikoerkennung durch Freiwillige Vertrauen schafft und den Zugang zu weiteren Hilfsangeboten eröffnet, was für Service-Organisationen ein wichtiges Differenzierungsmerkmal darstellt.