--- Hook --- Wir beleuchten heute, wie Siri zum KI-Chatbot werden soll und welche Auswirkungen die groß angelegte Werbeoffensive von Threads hat. Außerdem berichten wir, warum Revolut auf die Formel Eins setzt, und diskutieren im Fachartikel von Robin Heintze, warum die Qualität von Leads wichtiger ist als deren Menge, sowie im Podcast mit Thomas Koch, wo KI in der Mediaplanung sinnvoll eingesetzt werden kann. --- Thema 1 --- Apple plant, seinen Sprachassistenten Siri zu einem KI-Chatbot weiterzuentwickeln. Diese Umstellung wird mit der Einführung von iOS 27 erwartet und soll auf der Worldwide Developers Conference, kurz WWDC, im Juni vorgestellt werden. Laut einem Bericht von Bloomberg trägt das Projekt intern den Codenamen „Campos“. Der neue Siri-Chatbot wird sowohl Sprach- als auch Texteingaben unterstützen, was eine flexiblere Nutzung ermöglicht. Der Strategiewechsel erfolgt unter dem Druck des Wettbewerbs, da Apple zuvor betont hatte, dass Siri nicht als klassischer Chatbot fungieren solle. Der Erfolg generativer KI-Angebote anderer Anbieter hat Apple jedoch dazu veranlasst, seine Position zu überdenken. Im vergangenen Jahr galt Apple als Nachzügler im Bereich Künstliche Intelligenz, was zu Verzögerungen bei der Entwicklung einer personalisierten Siri führte. Nach Tests mit verschiedenen Partnern hat sich Apple schließlich für Google Gemini als KI-Basis entschieden. Für Unternehmen und Marketingverantwortliche signalisiert dieser Schritt, dass KI-gestützte Dialogsysteme an Bedeutung gewinnen. Apples Einstieg in diesen Bereich könnte neue Möglichkeiten für Interaktionen und Suchanfragen im Apple-Ökosystem schaffen und somit langfristige Auswirkungen auf Marketingstrategien haben. --- Thema 2 --- Meta hat die Werbung auf der Plattform Threads weltweit eingeführt. Diese Anzeigen können in bestehende Kampagnen integriert werden, sodass Unternehmen ihre Botschaften direkt im Threads Feed platzieren können. Der globale Rollout folgt auf erste Tests, die Anfang zweitausendfünfundzwanzig in ausgewählten Märkten stattfanden. Die Werbung ist Teil der bestehenden Meta-Kampagnen und lässt sich über Advantage+-Platzierungen automatisch auf Threads ausweiten. Eine separate Buchung nur für Threads ist momentan nicht möglich, da die Anzeigen auch im Instagram Feed erscheinen. Um Werbung zu schalten, ist ein eigener Threads Account erforderlich. Meta bietet zudem die Insights API zur Erfolgsmessung an, wobei zusätzliche Freigaben im Developer-Umfeld notwendig sind. Nutzer werden darauf hingewiesen, dass Werbung künftig überall im Feed sichtbar sein kann. Wer dauerhaft auf Werbung verzichten möchte, muss ein kostenpflichtiges Abo abschließen. Aktuell werden Einzelbilder, Videos und Carousels in gängigen Formaten unterstützt. Threads entwickelt sich somit zu einer ernstzunehmenden Alternative zu X aus Marketingsicht. --- Thema 3 --- Revolut, die britische Neobank, geht eine Partnerschaft mit Audi ein und wird Hauptsponsor sowie Hausbank des neuen Audi-Formel-Eins-Teams. Diese Zusammenarbeit stellt die bislang umfangreichste Marketinginitiative des Unternehmens dar und soll dazu beitragen, die Markenstärke und die globale Reichweite signifikant auszubauen. Für Audi bedeutet dieses Projekt den Einstieg in den internationalen Motorsport, während Revolut seine Rolle als vollwertiger Bankpartner für Großorganisationen demonstriert. Neben dem klassischen Sponsoring übernimmt Revolut auch die Verantwortung für Zahlungsverkehr, Gehälter, Währungsmanagement und Ausgabensteuerung des Teams. Zudem wird der Verkauf von Fanartikeln über die Bezahlfunktion von Revolut abgewickelt. Das Unternehmen verfolgt das strategische Ziel, sich von einem reinen Consumer-Fintech zu einer globalen Universalbank zu entwickeln und gleichzeitig das Geschäft mit Firmenkunden zu stärken. Mit rund siebzig Millionen Nutzern strebt Revolut an, bis Mitte zweitausend siebenundzwanzig die Marke von hundert Millionen Kunden zu erreichen. Die Formel Eins fungiert dabei als zentraler Wachstumstreiber und globale Marketingplattform. --- Thema 4 --- Im Fachartikel von Robin Heintze wird die sich rasch verändernde Landschaft der Lead-Generierung im Jahr zweitausendsechsundzwanzig thematisiert. Heintze erläutert, dass Künstliche Intelligenz mehr Leads generiert, jedoch die Qualität dieser Leads durch den Einsatz von Cost per Sales Qualified Lead, differenziertem Content und pragmatischer Automatisierung entscheidend verbessert werden kann. Er betont, dass Suchmaschinenoptimierung nach wie vor relevant ist, sich jedoch auf spezifische Lösungen konzentrieren sollte, um im Lower Funnel wirksam zu sein. Nach Einschätzung von Heintze führt die Fokussierung auf Cost per Lead zu einer Abwertung der Lead-Qualität in einer Zeit, in der KI-generierte Inhalte überhandnehmen. Er empfiehlt, qualitative Kennzahlen zu messen, um die Budgetallokation und Maßnahmen zu optimieren. Heintze hebt hervor, dass Inhalte mit Persönlichkeit und Tiefe im B2B-Bereich zunehmend gefragt sind. Zudem ermutigt er Unternehmen, neue Formate frühzeitig zu testen, um Wettbewerbsvorteile zu sichern. Marketing Automation sollte pragmatisch angegangen werden, um effektive Ergebnisse zu erzielen. Letztlich zeigt Heintze auf, dass die Zukunft den Marketern gehört, die sich auf Qualität statt Quantität konzentrieren. --- Thema 5 --- In der heutigen Podcast-Episode mit Thomas Koch wird das Thema der sinnvollen Anwendung von Künstlicher Intelligenz in der Mediaplanung besprochen. Rund zwanzigtausend Menschen sind in deutschen Mediaabteilungen tätig, und es stellt sich die Frage, ob sie bald überflüssig sein könnten. Thomas Koch erklärt, dass Automatisierung menschliche Steuerung benötigt, da reine Automatisierung oft scheitert. Ein positives Beispiel ist L'Oréal, das KI-basierte Tools nutzt, um Media-Mix-Szenarien zu berechnen, wobei die entscheidenden strategischen Entscheidungen weiterhin von Menschen getroffen werden. Ein zentrales Problem ist die Datenqualität, die mehr ein strategisches als ein technisches Thema darstellt. Etwa achtzig Prozent der verfügbaren Daten sind für die Optimierung ungeeignet. Die Herkunft der Daten und die Transparenz im Umgang damit sind entscheidend. Zudem wird betont, dass der Fokus auf Konsumenteninsights anstelle von Effizienz zu einer besseren Werbewirkung führt. Vertrauen in KI-Systeme muss aktiv aufgebaut werden, da Menschen die Vorschläge der KI validieren müssen. Schließlich ist generalistisches Wissen, das Beauty-Expertise und Media-Strategie vereint, ein wichtiger Erfolgsfaktor in der Mediaplanung.