--- Hook --- Wir beleuchten heute, wie Rossmann Influencer auf digitale Außenwerbung bringt und wie Kikkoman vom Japan-Trend profitiert. Außerdem berichten wir über die verfälschte Öffnungsrate durch Gmails Image Prefetching, im Fachartikel von Melanie Tamblé über PR als Sichtbarkeitshebel und im Podcast mit Peter Kabel über Agilität und Pragmatismus als Erfolgsfaktoren. --- Thema 1 --- Rossmann hat für seine Eigenmarke Isana eine innovative Kampagne ins Leben gerufen, die erstmals eine Creator-first-Strategie mit Digital-Out-of-Home-Werbung kombiniert. Im Mittelpunkt stehen acht ausgewählte Content Creator, die als authentische Markenbotschafter fungieren und Isana in ihren jeweiligen sozialen Communities glaubwürdig präsentieren. Ziel der Kampagne ist es, die emotionale Bindung zur Marke zu stärken und den Austausch mit der Zielgruppe auf Plattformen wie Instagram und TikTok zu intensivieren. Der digitale Auftakt der Kampagne erfolgt Anfang April, gefolgt von einer breiten Ausspielung in sechs deutschen Städten, darunter Berlin und Hamburg. Ein zentrales Element ist die Übertragung der Ästhetik sozialer Medien in die Außenwerbung, wobei die Inhalte im typischen Feed-Look auf den DOOH-Screens präsentiert werden. Dies ermöglicht eine engere Verzahnung digitaler und physischer Touchpoints. Langfristig plant Rossmann, die Zusammenarbeit mit den Creators über das gesamte Jahr hinweg fortzusetzen. Die Kampagne demonstriert, wie Marken durch die Verbindung von Creator-Content und klassischer Reichweite neue Zielgruppen erreichen können. --- Thema 2 --- Kikkoman hat mit der mehrjährigen Marketingkampagne „Unleash Legendary“ einen gezielten Ansatz entwickelt, um die Generation Z anzusprechen. Im Mittelpunkt der Kampagne steht die wachsende Begeisterung dieser Zielgruppe für japanische Popkultur, insbesondere Anime. Kikkoman möchte seine Teriyaki-Produkte emotional aufladen und in den Alltag junger Konsumenten verankern. Die Kampagne, die in Zusammenarbeit mit der Agentur BSSP entstand, umfasst einen dreißigsekündigen Hero-Spot sowie zwei kürzere Varianten. Besonders hervorzuheben ist die Kooperation mit bekannten Kreativen aus der Anime-Szene und einer prominenten Stimme aus „Dragon Ball Z“, die zur Authentizität beiträgt. Die Kampagne wird breit über verschiedene Kanäle wie YouTube, Social Media und Influencer-Kooperationen ausgespielt. Strategisch basiert der Ansatz auf klaren Erkenntnissen: Über die Hälfte der Generation Z konsumiert aktiv Anime und kocht häufiger zuhause. Kikkoman positioniert seine Produkte als kreative Lösung für einfache Gerichte und hat parallel dazu das Produktportfolio überarbeitet. Ziel ist es, Kikkoman als relevante Marke für junge Hobbyköche zu etablieren und im Segment Home Cooking zu wachsen. Die Kampagne verdeutlicht, wie Marken kulturelle Trends strategisch nutzen können, um neue Zielgruppen zu erreichen. --- Thema 3 --- Der E-Mail-Dienst Gmail hat durch eine technische Anpassung, bekannt als Image Prefetching, die Messung der Öffnungsrate im E-Mail-Marketing beeinflusst. Diese Funktion lädt Bilder und Tracking-Pixel automatisch, sobald eine E-Mail während einer aktiven Sitzung eingeht. Dadurch entstehen Öffnungen, die nicht auf tatsächlichen Nutzerinteraktionen basieren, was zu einer Verzerrung der Daten führt. Schätzungen zufolge machen diese sogenannten „Fake Opens“ einen Anteil von ein bis sechs Prozent aus. Die Relevanz der Öffnungsrate als Kennzahl nimmt dadurch ab. Sie kann lediglich als grober Richtwert, beispielsweise für Tests von Betreffzeilen, dienen, jedoch nicht mehr als zentrale Kennzahl für den Erfolg von Kampagnen oder die Aktivität von Zielgruppen betrachtet werden. Unternehmen sollten daher ihre Tracking- und Reporting-Methoden anpassen und Prefetch-Events filtern. Zukünftig sollten belastbare Kennzahlen wie Klicks, Conversion Rates sowie Umsatz- und Kundenwertmetriken im Fokus stehen, um eine realistischere Einschätzung der Performance im E-Mail-Marketing zu ermöglichen. --- Thema 4 --- Im Fachartikel von Melanie Tamblé wird die zunehmende Bedeutung von Pressemitteilungen in der digitalen Sichtbarkeit hervorgehoben. Melanie Tamblé erläutert, dass sich die Sichtbarkeit von klassischen Rankings hin zu KI-Antwortsystemen verschiebt, wobei Pressemitteilungen als strukturierte Datenquellen fungieren. Sie betont, dass die Wahrscheinlichkeit, als Quelle in KI-generierten Antworten berücksichtigt zu werden, entscheidend für das Marketing ist. Die Autorin beschreibt, dass Pressemitteilungen klare Strukturen, eindeutige Informationen und eine hohe Verbreitung aufweisen sollten, um den Anforderungen von KI-Systemen gerecht zu werden. Dabei ist die kumulative Wirkung über viele Quellen hinweg von Bedeutung. Presse- und Fachportale spielen eine zentrale Rolle, indem sie die Auffindbarkeit erhöhen, Quellenvielfalt erzeugen und Redundanz schaffen. Melanie Tamblé hebt hervor, dass die Struktur der Inhalte maßgeblich über deren Verwertbarkeit entscheidet. Ein strategischer Ansatz, den sie als „Search Everywhere“ bezeichnet, wird empfohlen. Sie gibt Handlungsempfehlungen, die eine effektive Nutzung von Pressemitteilungen in der KI-Suche unterstützen. Abschließend wird festgestellt, dass Online-PR ein integraler Bestandteil moderner Sichtbarkeitsstrategien im Marketing wird. --- Thema 5 --- In der heutigen Podcast-Episode mit Peter Kabel wird das Thema Agilität und Pragmatismus als Schlüssel zu schnellerem Erfolg besprochen. Peter Kabel erklärt, dass der Mut zur schnellen Entscheidung oft wichtiger ist als der Drang nach Perfektion. Ein Beispiel ist der Automobilhersteller Mahindra, der pragmatisch mit Partnern wie BYD und Valeo zusammenarbeitete und so rechtzeitig zum geplanten Launch auf den Markt kam. Im Gegensatz dazu verbrachte ein anderer Hersteller viel Zeit mit Verträgen und IP-Problemen. Außerdem wird betont, dass Innovation nicht nur durch Perfektion, sondern durch pragmatische Ansätze entsteht. Ein Auto, das weniger als dreißigtausend Euro kostet, kann dennoch funktional und charakterstark sein. In einem sich schnell verändernden Markt ist das „Gute genug“ oft effektiver als das perfekt Geplante. Peter Kabel weist auch darauf hin, dass Emerging Markets wie China und Indien nicht nur zukünftige Absatzmärkte sind, sondern bereits heute echte Konkurrenz darstellen. Unternehmen, die diese Entwicklungen ignorieren, verpassen wichtige Innovationen. Zusätzlich wird die Rolle von Künstlicher Intelligenz thematisiert. Diese Technologien sind Werkzeuge für erfahrene Fachkräfte, die wissen, wie sie diese effektiv nutzen können. Unternehmen, die ihre Mitarbeiter von Künstlicher Intelligenz abhalten, riskieren, ihre Produktivität zu verringern. Schließlich wird die Notwendigkeit für Agenturen hervorgehoben, sich von reinen Ausführenden zu Orchestratoren zu entwickeln, die Kundenbedürfnisse verstehen und maßgeschneiderte Lösungen anbieten.