--- Hook --- Heute widmen wir uns „Retail Media greift nach den großen Werbebudgets“, „Adobe-Tools werden in Slack nutzbar“, „Fritz-Cola testet Spotify“, „Gamification macht Werbung wirksamer“ und den Fachartikel von Manuel Schmöllerl zu „Wie B2B-Marken auf KI-Shortlists kommen“. --- Thema 1 --- Retail Media hat sich in der Werbelandschaft zunehmend etabliert und zielt darauf ab, große Werbebudgets für sich zu gewinnen. Bei einem ersten gemeinsamen Showcase in New York präsentierten verschiedene Retail- und Commerce-Media-Anbieter ihre Angebote im Upfront-Stil, um Mediaeinkäufer zu überzeugen. Zu den teilnehmenden Netzwerken gehörten unter anderem DoorDash Ads, Macy’s Media Network und Albertsons Media Collective. Der Fokus lag auf der Präsentation von Kundendaten und Kaufabsichten, um die unmittelbare Verbindung zwischen Werbung und Kaufverhalten zu verdeutlichen. DoorDash berichtete, dass zwei Drittel der Nutzer beim Öffnen der App noch keine Entscheidung über ihre Bestellung getroffen haben. Zudem wies Chase Media Solutions darauf hin, dass deren Transaktionen einen signifikanten Anteil der US-Wirtschaft ausmachen. Die Abwesenheit von Amazon und Walmart war bemerkenswert, da diese beiden großen Akteure im Retail Media-Sektor nicht anwesend waren. Der gemeinsame Auftritt der anderen Anbieter verdeutlicht die zunehmende Professionalisierung der Branche und soll helfen, eine Plattform für die Planung im Jahr zweitausend siebenundzwanzig zu schaffen. --- Thema 2 --- Adobe hat mehr als siebzig Kreativ- und Produktivitätstools in die Kommunikationsplattform Slack integriert. Diese Integration ist zunächst für die Nutzer von Slack Business Plus und Enterprise Plus verfügbar. Über eine spezielle Anwendung, die als „Adobe for Slack MCP“ bezeichnet wird, können Anwender auf Programme wie Photoshop, Firefly, Adobe Express, Premiere, Acrobat, Illustrator und Lightroom zugreifen. Die Bedienung erfolgt größtenteils über natürliche Sprache. Nutzer können im Chat ihr gewünschtes Ergebnis beschreiben, woraufhin Slackbot das geeignete Adobe-Tool auswählt und die Aufgabe ausführt. Dabei berücksichtigt die Künstliche Intelligenz den Kontext bestehender Unterhaltungen sowie Slack Canvas. Die Integration ermöglicht es, Informationen in verschiedene Formate wie Bilder, Videos oder PDFs umzuwandeln und bestehende Kampagnen-Assets in Gespräche einzubinden und zu bearbeiten. Adobe sieht hierin einen Wandel von einzelnen Bearbeitungsschritten hin zu umfassenderen Workflows, die insbesondere bei wiederkehrenden Aufgaben Zeit sparen sollen. Diese Entwicklung ist Teil eines größeren Trends, bei dem Funktionen dort verfügbar gemacht werden, wo Nutzer bereits arbeiten. --- Thema 3 --- Fritz-Cola startet mit der Kampagne „why not“ eine neue internationale Initiative, die den Fokus von politischem Aktivismus auf persönliche Freiheit und besondere Momente verlagert. Ziel ist es, Menschen zu mehr Eigeninitiative und bewussterem Erleben des Alltags zu motivieren. Die Kampagne wird in Deutschland, Österreich und den Niederlanden durchgeführt und nutzt einen vielfältigen Mediamix, der Out-of-Home-Werbung, Social Media und digitale Videoformate umfasst. In Deutschland kommen großflächige Werbeträger in mehreren Großstädten zum Einsatz, während in den Niederlanden eine Sampling-Aktion auf einem gebrandeten Boot geplant ist. Ein neuer Aspekt ist der erstmalige Einsatz von Spotify, um jüngere, digital affine Zielgruppen zu erreichen. Auf Instagram und TikTok wird die Kampagne durch Creator-Content ergänzt, unterstützt von der Social-Agentur Intermate. Die Mediaplanung erfolgt durch Initiative und La Red, während die kreative Umsetzung von adam&eveDDB verantwortet wird. Ein eigens produzierter Markensound soll die neue Kommunikation prägen. --- Thema 4 --- Gamification hat das Potenzial, die Wirksamkeit von Werbung erheblich zu steigern. Durch die Integration von spielerischen Elementen wie Quizfragen, Memory-Spielen und Geschicklichkeitsspielen in Bannerwerbung kann die Aufmerksamkeit der Nutzer deutlich erhöht werden. Eine Untersuchung der Ostschweizer Fachhochschule in St. Gallen zeigt, dass gamifizierte Anzeigen bis zu vierzig Prozent häufiger und länger betrachtet wurden. Zudem stieg die ungestützte Markenbekanntheit unmittelbar nach dem Kontakt um einhundertsieben Prozent. Dies deutet darauf hin, dass weniger Klicks dennoch zu mehr Conversions und qualitativ besserem Traffic führen können. Die Ergebnisse aus drei Studien mit fast eintausend Personen und über zwei Millionen Werbeausspielungen belegen, dass interaktive Formate positiver und unterhaltsamer wahrgenommen werden. Für Marketingteams ist es entscheidend, die passende Spielmechanik auszuwählen, um die Kampagnenziele effektiv zu erreichen. Ein einfaches Quiz kann die Reichweite erhöhen, während komplexere Interaktionen das Engagement und die Qualität des Traffics steigern. Die Ausrichtung des spielerischen Elements am Nutzungskontext ist dabei von zentraler Bedeutung. --- Thema 5 --- Im Fachartikel von Manuel Schmöllerl wird die Bedeutung von Künstlicher Intelligenz für die Vorauswahl von B2B-Anbietern thematisiert. Manuel Schmöllerl erläutert, dass die Findbarkeit in Künstlichen Intelligenzen wie ChatGPT zur neuen strategischen Marketingkennzahl geworden ist. Er beschreibt, dass Einkäufer zunehmend keine Websites mehr besuchen, sondern direkt nach den besten Anbietern fragen, wobei die KI eine Liste von drei bis fünf relevanten Anbietern erstellt. Wer nicht auf dieser Liste steht, wird für den Einkäufer nicht mehr wahrgenommen. Nach Einschätzung von Manuel Schmöllerl ist die Frage, ob ein Unternehmen bei Google gut platziert ist, nicht mehr entscheidend. Stattdessen müssen Unternehmen klar positioniert sein und von Dritten erwähnt werden, um von der KI empfohlen zu werden. Die Konsistenz der Inhalte über verschiedene Plattformen hinweg ist ebenfalls wichtig, um die Sichtbarkeit zu erhöhen. Manuel Schmöllerl betont, dass KI-Sichtbarkeit kein technischer Trick ist, sondern die maschinenlesbare Reflexion der Marktposition eines Unternehmens. Unternehmen sollten sich auf eindeutige Positionierung, externe Erwähnungen, klare Inhalte und Konsistenz konzentrieren, um im digitalen Wettbewerb erfolgreich zu sein.