--- Hook --- Heute geht es bei uns um die Erweiterung des Shopping Tools von Pinterest, die wachsende Bedeutung der Nachfrage im Vergleich zur Suche auf der K fünf, und die Skepsis der Einzelhändler gegenüber Agentic Commerce. Zudem beleuchten wir, wie Unilever die Rolle der Creator stärkt und im Fachartikel von Tim Cole zu „Werden in KI-Rechenzentren bald die Lichter ausgehen?“ die Zukunft der Energieversorgung in der KI-Branche. --- Thema 1 --- Pinterest hat seine Shopping-Tools erweitert, um Händlern die Durchführung internationaler Kampagnen zu erleichtern. Die neuen Funktionen fokussieren sich auf Lokalisierung und zentrale Verwaltung, um den Verwaltungsaufwand bei grenzüberschreitenden Aktivitäten zu reduzieren. Ein zentrales Element dieser Erweiterung sind die neuen Länder- und Sprach-Feeds. Diese ermöglichen es Unternehmen, Preise, Währungen und Produkttexte gezielt an verschiedene Märkte anzupassen, ohne den gesamten Produktkatalog mehrfach aktualisieren zu müssen. Dies ist besonders vorteilhaft für Händler, die in mehreren Ländern mit einem ähnlichen Sortiment tätig sind. Zudem führt Pinterest automatische Übersetzungen ein, die es ermöglichen, Produkttitel und Beschreibungen nach Bedarf zu übersetzen und Preise in die jeweilige Landeswährung umzurechnen. Dies beschleunigt den Markteintritt und verringert den Aufwand für die internationale Expansion. Das Kampagnenmanagement wird ebenfalls effizienter, da Shopping-Anzeigen künftig über mehrere Länder hinweg aus einer einzigen Kampagne gesteuert werden können. Eine neue Marktübersicht im Katalogbereich zeigt, in welchen Ländern Produkte verfügbar sind und wie sie dort abschneiden. Die Effektivität dieser neuen Funktionen wird jedoch stark von der Qualität der automatischen Übersetzungen und Lokalisierungen abhängen. --- Thema 2 --- Auf der K5 in Berlin wurde der Wandel im Handel thematisiert, der durch den Rückgang der Reichweite von Google und die Veränderungen durch Künstliche Intelligenz geprägt ist. Alexander Graf, Co-Founder von Spryker Systems, äußerte optimistische Prognosen für das Jahr zweitausendsechsundzwanzig und stellte die These auf, dass Produkte aus China qualitativ besser werden könnten als solche aus Deutschland. Der klassische Intent-Commerce-Funnel verliert an Bedeutung, da die Margen zunehmend an Plattformen wie Google und Facebook abfließen. Demand Generation, die Begehrlichkeit für Produkte schafft, tritt an dessen Stelle. Live Commerce wird als entscheidender Erfolgsfaktor hervorgehoben, wobei Authentizität und Produktwissen wichtiger sind als Unterhaltungsqualitäten. Die Rolle von Suchmaschinen verändert sich, da KI Antworten liefert, anstatt Nutzer weiterzuleiten. Marken müssen sich anpassen, um Vertrauen zu schaffen, während KI als Katalysator fungiert, der sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich bringt. Der B2B-Handel wird als unterschätzter Bereich identifiziert, der durch KI und datenbasierte Lösungen profitieren kann. Die zentrale Erkenntnis der Konferenz ist, dass der direkte Zugang zu Kunden, unterstützt durch eigene Daten, zunehmend an Bedeutung gewinnt. Unternehmen, die bereits aktiv handeln, positionieren sich besser in einem sich wandelnden Markt. --- Thema 3 --- Der Ansatz des Agentic Commerce im E-Commerce, der auf KI-gestützte Einkäufe abzielt, wird von vielen Händlern mit Skepsis betrachtet. Während das Konzept als potenzieller neuer Vertriebskanal gilt und Marktprognosen ein erhebliches Umsatzpotenzial vorhersagen, zeigen sich Händler und Branchenexperten zurückhaltend. Derzeit konzentrieren sich viele auf hybride Modelle, bei denen KI Empfehlungen auspricht, jedoch die endgültige Kaufentscheidung beim Verbraucher bleibt. Große Technologieunternehmen investieren in Plattformen und Standards, während Zahlungsdienstleister an sicheren Prozessen für automatisierte Einkäufe arbeiten. Für Händler wird die Qualität ihrer Produktdaten entscheidend, da strukturierte Informationen über Preise, Verfügbarkeiten und Produkteigenschaften unerlässlich sind, damit KI-Agenten Angebote berücksichtigen können. Trotz der Investitionen bleibt die Branche vorsichtig, sieht Agentic Commerce eher als Ergänzung zu bestehenden Shops und äußert Bedenken hinsichtlich der Verbraucherakzeptanz und der Integration von Werbung. Eine schrittweise Weiterentwicklung des Onlinehandels erscheint somit wahrscheinlicher als eine grundlegende Revolution. Unternehmen sollten diese Entwicklung aufmerksam verfolgen und ihre Produktdaten anpassen. --- Thema 4 --- Unilever hat die Rolle der Creator in seinen Kampagnen neu definiert und setzt sie bereits in der frühen Phase der Ideenentwicklung ein. Der Konsumgüterkonzern verfolgt einen Ansatz der Co-Creation, um die Relevanz und den Erfolg seiner Marken zu steigern. Anstatt Creator erst nach der Entwicklung einer Leitidee einzubinden, werden sie von Anfang an in den kreativen Prozess integriert. Unilever arbeitet mittlerweile mit rund dreihunderttausend Creatorn und hat eigene Communities aufgebaut, um den Austausch zwischen Marken, Communities und Creatorn zu fördern. Digitale Plattformen und Veranstaltungen unterstützen diesen kontinuierlichen Dialog. Künstliche Intelligenz hilft dabei, relevante Inhalte und Trends zu identifizieren, während operative Aufgaben automatisiert werden, um den Marketingteams mehr Zeit für strategische Zusammenarbeit zu geben. Der Erfolg von Creator-getriebenen Kampagnen wird anhand von Markenwirkung, Engagement, Umsatzentwicklung und Return on Investment gemessen. Unilever experimentiert zudem mit neuen Vergütungsmodellen, die Creator am Verkaufserfolg beteiligen, und fordert Agenturen auf, sich als Integrationspartner zu positionieren. --- Thema 5 --- Im Fachartikel von Tim Cole wird die kritische Lage der KI-Industrie in Bezug auf den Energiebedarf thematisiert. Tim Cole erläutert, dass KI-Systeme auf große Rechenzentren angewiesen sind, die erhebliche Mengen an Strom verbrauchen. Die aktuelle Energiekrise, ausgelöst durch geopolitische Spannungen, führt zu einem Anstieg der Strompreise und könnte die Expansionspläne im KI-Bereich erheblich bremsen. Cole weist darauf hin, dass die Internationale Energieagentur vor den extremen Strombedarfen warnt, die durch KI-Server entstehen. Die steigenden Kosten für Energie und die damit verbundenen Inflationserwartungen könnten die Risikokapitalfinanzierung für KI-Startups gefährden. Gleichzeitig könnte die Nachfrage nach KI in Bereichen wie Energieoptimierung und Effizienzsteigerung steigen. Regionen mit stabilen und günstigen Energiequellen könnten profitieren, während energieabhängige Gebiete wie Teile Europas in eine nachteilige Lage geraten könnten. Cole betont, dass große Tech-Unternehmen, die über langfristige Energieverträge verfügen, besser positioniert sind. Die Herausforderungen für KI-Startups könnten zu einem Rückstand Europas im Vergleich zu den USA und Asien führen. Langfristig bleibt die Verknüpfung zwischen KI und Energiesystemen entscheidend.