--- Hook --- Wir beleuchten heute, wie Penny-Schafe zum Marketing-Hit werden und warum KI-Agenten sich zunehmend auf Marketing-Jobs bewerben. Außerdem berichten wir über Vietnams Entscheidung, das Überspringen von Werbung auf YouTube zu limitieren, und im Fachartikel von Daniela La Marca erfahren wir, warum KI als Infrastruktur und nicht nur als Feature betrachtet werden sollte; im Podcast mit Silke Reuter diskutieren wir praktische CRM-Strategien jenseits der Tool-Diskussion. --- Thema 1 --- Ein ungewöhnlicher Besuch in einer Penny-Filiale in Burgsinn hat für bundesweite Aufmerksamkeit gesorgt. Rund fünfzig Schafe betraten am Montagvormittag den Markt und hielten sich etwa zwanzig Minuten zwischen Kassen und Regalen auf. Die amüsierte Kundschaft reagierte gelassen, und die Bilder sowie Videos des Vorfalls verbreiteten sich rasch in sozialen Netzwerken. Penny reagierte humorvoll und übernimmt nun für ein Jahr die Patenschaft für die Herde, was unter anderem die Versorgung der Tiere mit Futter umfasst. Der Schäfer Dieter Michler trägt keine Kosten für Reinigung oder mögliche Schäden. Auf Instagram ziert mittlerweile ein Schaf das Profil von Penny, begleitet von humorvollen Wortspielen. Die Social-Media-Beiträge haben bereits Zehntausende Likes generiert und stärken die Markenpräsenz der Supermarktkette. Nach dem Vorfall wurden die Schafe durch Klatschen aus dem Laden geleitet, und die Mitarbeiter führten Reinigungsmaßnahmen durch. Trotz minimaler Schäden zeigt dieser tierische Zwischenfall, wie unerwartete Ereignisse erfolgreich als Marketingstrategie genutzt werden können. --- Thema 2 --- In einem aktuellen Experiment des Start-ups MarkeTeam.ai wurde festgestellt, dass KI-Agenten bei Bewerbungen auf Marketing-Jobs höhere Interviewquoten erzielen als menschliche Bewerber. Die KI-Agenten, die sich autonom auf mehr als dreihundert siebzig Stellen bewarben, erreichten eine Interviewquote von dreizehn Komma fünf Prozent. Dies stellt die bestehenden Hiring-Prozesse infrage, da viele Recruiting-Systeme KI nicht als nicht-menschliche Bewerber erkennen können. Das Experiment zeigt strukturelle Defizite im Recruiting auf. Aktuelle Bewerbermanagementsysteme sind auf menschliche Kandidaten ausgelegt und können mit klar gekennzeichneten KI-Agenten nicht umgehen. Zudem fehlen verbindliche Standards für Transparenz und Governance im Umgang mit KI im Arbeitsmarkt. Branchenvertreter fordern deshalb klare Regeln, um den Einsatz von KI im Recruiting nachvollziehbar zu gestalten. Mit der wachsenden Leistungsfähigkeit von KI steigt der Druck auf Unternehmen, neue Strukturen zu schaffen. Es wird eine klare Kennzeichnung sowie Instrumente für die Ressourcenplanung benötigt, um menschliche und KI-Arbeitskräfte gemeinsam abzubilden. Ohne diese Grundlagen drohen Vertrauensverlust und unkontrollierte Automatisierung. KI-Agenten sind somit bereits Teil des Marketing-Arbeitsmarktes, doch die notwendige Infrastruktur fehlt bislang. --- Thema 3 --- Vietnam hat mit dem neuen Gesetz Dekret Nummer dreihundert zweiundvierzig die Regulierung von Online-Werbung erheblich verschärft. Ab dem fünfzehnten Februar zweitausendsechsundzwanzig müssen Video-Werbeanzeigen auf Plattformen wie YouTube spätestens nach fünf Sekunden überspringbar sein. Statische Anzeigen müssen sich sofort schließen lassen. Diese Regelung zielt darauf ab, unüberspringbare Werbeclips, die Nutzer oft über längere Zeiträume zum Zuschauen zwingten, zu verhindern. Zudem werden irreführende oder schwer auffindbare Schließen-Buttons untersagt. Die neuen Vorgaben stärken die Nutzer, indem sie mehr Kontrolle über ihre Werbungserfahrung erhalten. Plattformen müssen Mechanismen bereitstellen, um unpassende Werbung mit nur einer Interaktion zu blockieren. Für Content-Creator könnten diese Regelungen jedoch erhebliche finanzielle Einbußen zur Folge haben, da die Werbeeinnahmen oft von der Dauer der Anzeigenansicht abhängen. Dies betrifft nicht nur Influencer, sondern auch redaktionelle YouTube-Kanäle. Werbetreibende stehen unter Druck, ihre Kernbotschaft in den ersten Sekunden zu vermitteln, um die Aufmerksamkeit der Nutzer zu gewinnen. Vietnam setzt damit neue Maßstäbe für Online-Werbung, was weitreichende Folgen für Plattformen, Creator und Marken haben könnte. --- Thema 4 --- Im Fachartikel von Daniela La Marca wird die Bedeutung von künstlicher Intelligenz als Infrastruktur und nicht nur als Werkzeug hervorgehoben. Daniela La Marca erläutert, dass Singapur frühzeitig erkannt hat, dass die Gestaltung von KI-Infrastruktur entscheidend für nationale Stärke und digitale Souveränität ist. Während Europa noch über die Anwendung von KI diskutiert, hat Singapur bereits den Übergang zur aktiven Gestaltung vollzogen. Die Frage hat sich von „Wie nutzen wir KI?“ zu „Wie kontrollieren wir sie?“ verschoben. Daniela La Marca betont, dass Europa, trotz seiner starken regulatorischen Kompetenz, mit einem Flickenteppich aus heterogenen Datenräumen und divergierenden Cloud-Strategien konfrontiert ist. Deutschland steht in einer paradoxen Lage: Es hat starke Industrien und Datenbestände, leidet jedoch unter veralteten IT-Strukturen und einer Skepsis gegenüber der Digitalisierung. Die Autorin zieht zentrale Lehren aus dem Beispiel Singapur: KI muss den Status kritischer Infrastrukturen erhalten, branchenspezifische Ökosysteme sind notwendig und Institutionen müssen modernisiert werden. Daniela La Marca schließt mit der Aufforderung, dass Europa und Deutschland die Gestaltungsrolle übernehmen müssen, um digitale Selbstbestimmung zu erreichen. --- Thema 5 --- In der heutigen Podcast-Episode mit Silke Reuter wird das Thema praktische CRM-Strategien jenseits der Tool-Diskussion besprochen. Silke Reuter erläutert, dass viele CRM-Projekte aufgrund eines falschen Ansatzes scheitern. Ein zentraler Punkt ist, dass CRM in der Verantwortung des Business liegen sollte und nicht der IT-Abteilung. Nur das Business kann den Umsatz beeinflussen, weshalb CRM einen messbaren Beitrag dazu leisten muss. Der Einstieg sollte mit konkreten Anwendungsfällen erfolgen, wobei vorhandene Tools maximal genutzt werden sollten, bevor neue Systeme eingeführt werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der schrittweise Aufbau erfolgreicher CRM-Implementierungen. Silke Reuter empfiehlt, mit bestehenden Kanälen zu testen und die Effekte zu isolieren. Eine RFM-Segmentierung kann bereits für kraftvolle Automationen sorgen. Zudem betont sie, dass Personalisierung nur durch durchdachten Content funktioniert. Ein gut geplanter Marketing-Jahreskalender und qualitativ hochwertige Inhalte sind entscheidend. Die Integration von Marketing- und Einkaufszielen wird als zukunftsweisend hervorgehoben. Dies kann nicht nur die Lagerbestände optimieren, sondern auch die Kundenzufriedenheit erhöhen. Abschließend wird die Bedeutung der richtigen Tool-Auswahl betont, wobei Anforderungen vor Features stehen sollten. Silke Reuter empfiehlt, konkrete Potenziale zu definieren und messbare Erfolgskriterien für die Tool-Abnahme festzulegen.