--- Hook --- Wir beleuchten heute, wie PayPal mit sensiblen Kundendaten wirbt, und wie WPP das Creator-Marketing messbar macht. Außerdem berichten wir darüber, wie Microsoft Fragen mit Anzeigen beantwortet, und diskutieren im Fachartikel von Gerald Reiser, warum Fashion-Marketing antizipativ werden muss, sowie im Podcast mit Maria Madert, wie Unternehmen die Content-Produktion neu denken können. --- Thema 1 --- PayPal sieht sich der Kritik von Datenschützern gegenüber, die den Umfang, Zweck und die Speicherdauer der Datenerhebung des Online-Bezahldienstleisters bemängeln. Der Dienst sammelt weit mehr Daten als für die Durchführung von Zahlungen notwendig ist. Neben den grundlegenden Informationen wie Betrag und Empfänger erfasst PayPal auch Warenkörbe, Geräteinformationen, Händlerdaten sowie das allgemeine Zahlungsverhalten. Diese Transaktionsdaten ermöglichen tiefgehende Rückschlüsse auf Konsumgewohnheiten und persönliche Lebensumstände, was sie besonders schutzbedürftig macht. Ein Gutachten des Netzwerks Datenschutzexpertise stellt infrage, ob diese Praktiken mit der Datenschutz-Grundverordnung, kurz DSGVO, und dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz, abgekürzt ZAG, übereinstimmen. Darüber hinaus werden die Nutzung von Kaufdaten für Werbezwecke und die pauschalen Speicherfristen von bis zu zehn Jahren nach Vertragsende kritisch betrachtet. Datenschützer bezweifeln die Wirksamkeit der Einwilligungen, da diese oft zu allgemein oder voreingestellt sind. Es bleiben auch Fragen zur Profilbildung und internationalen Datenübermittlungen offen. PayPal hat angekündigt, die Vorwürfe zu prüfen und betont die Wichtigkeit der Einhaltung europäischer Datenschutzvorgaben. --- Thema 2 --- WPP hat seine Partnerschaft mit Google erweitert, um Creator-Marketing messbarer zu gestalten. Durch die Integration exklusiver YouTube-Creator-Daten in die Technologieplattformen von WPP erhält das Unternehmen Zugang zu nicht öffentlichen Leistungs- und Zielgruppendaten. Diese Informationen fließen in das Media-Planungssystem WPP Open ein und ermöglichen eine datenbasierte Auswahl von Creators, die über oberflächliche Kennzahlen hinausgeht. Ein zentrales Ziel dieser Integration ist die klare Trennung von Paid- und Organic-Leistung der Creators, was eine fundiertere Entscheidungsfindung für Marken ermöglicht. Zudem wird die Analyse von Performance-Vergleichen über verschiedene Märkte hinweg erleichtert. Um bestehende Transparenzprobleme im Creator-Marketing zu adressieren, integriert The Goat Agency eine neue YouTube-API in ihre KI-Tools. Diese Kombination aus exklusiven Daten, KI-gestützter Analyse und nahtloser Planung soll die Skalierbarkeit im Creator-Marketing verbessern und das Vertrauen in diese Disziplin stärken. --- Thema 3 --- Microsoft hat mit der Einführung von Copilot die Logik von Suchanzeigen grundlegend verändert. Anstelle von einzelnen Keywords stehen nun vollständige Gespräche im Vordergrund. Nutzer stellen komplexe Fragen, die Copilot analysiert und in mehrere Such- und Bewertungsschritte umwandelt. Diese dialogbasierte Suche führt zu präziseren Kaufabsichten als herkömmliche Suchanfragen. Laut Microsoft kann der Return on Advertising Spend, kurz ROAS, um das dreizehnfache steigen, wenn Nutzer vor einer Suche mit Copilot interagieren. Durch diese Methode sinkt der Anteil an irrelevanten Anzeigen um mehr als dreißig Prozent, während die Kosten pro Akquisition nahezu halbiert werden. Die Grundlage für diese Effizienzgewinne sind Daten aus Microsofts umfangreichem Ökosystem, zu dem unter anderem Bing, Edge, LinkedIn, Xbox und Activision gehören. Dieser strategische Wechsel erfordert von Werbetreibenden, Kampagnen stärker auf Long-Tail-Anfragen und strukturierte Inhalte auszurichten. Anzeigen sollen weniger als reine Klicktreiber fungieren, sondern als hilfreiche Lösungen innerhalb eines Entscheidungsprozesses. Die langfristige Akzeptanz dieses Ansatzes wird davon abhängen, ob die Anzeigen als relevant und glaubwürdig wahrgenommen werden. --- Thema 4 --- Im Fachartikel von Gerald Reiser wird die Notwendigkeit eines antizipativen Ansatzes im Fashion-Marketing hervorgehoben. Gerald Reiser erläutert, dass die Modebranche sich in einem dynamischen Marktumfeld befindet, in dem klassische Marketing- und Handelsstrukturen zunehmend herausgefordert werden. Trends entstehen in Echtzeit, und die Konsumenten zeigen ein sprunghaftes Kaufverhalten. In diesem Kontext wird Marketing nicht nur zur Kommunikationsaufgabe, sondern zu einer strategischen Steuerungsgröße, die auf integrierten und aktuellen Daten basiert. Gerald Reiser betont die Bedeutung einer modernen ERP-Basis, wie SAP S/4HANA for Fashion, die Echtzeit-Bestandsverwaltung und integrierte Funktionen bietet. Diese Systeme ermöglichen eine transparente Sicht auf Bestände und Warenflüsse, was sowohl die Effizienz der Supply Chain steigert als auch verlässliche Daten für Marketingkampagnen liefert. Zudem hebt er hervor, dass die Fähigkeit, Trends und Nachfrage in Echtzeit zu erkennen, für die Kampagnenplanung entscheidend ist. Durch digitale Instore-Apps können Mitarbeitende auf Echtzeitdaten zugreifen, was das Kauferlebnis verbessert. Gerald Reiser betont, dass eine präzise Bestandserfassung und Technologien wie RFID für ein konsistentes Markenerlebnis unerlässlich sind. Abschließend macht er deutlich, dass Digitalisierung der Schlüssel zum Erfolg im Marketing ist, um die komplexen Zielgruppen besser zu bedienen und die Effizienz zu steigern. --- Thema 5 --- In der heutigen Podcast-Episode mit Maria Madert wird besprochen, wie Unternehmen die Content-Produktion neu denken können. Ein zentrales Thema ist die Veränderung des Social Media Marketings durch Künstliche Intelligenz. Maria Madert erklärt, dass die Unterscheidung zwischen analytischer und generativer Künstlicher Intelligenz entscheidend für eine erfolgreiche Strategie ist. Während Performance-Marketer auf datengetriebene Systeme setzen, nutzen Kreative generative Tools für die Entwicklung von Inhalten. Dabei bleibt die menschliche Originalität unverzichtbar, auch wenn KI durchschnittliche Kreativität zugänglich macht. Ein weiterer Punkt ist die Kombination bewährter Kreativtechniken mit KI, um die Kreativität zu steigern. Aktive Auszeiten in der Natur fördern kreative Durchbrüche, während KI als Sparringspartner fungiert. Zudem wird die Rolle von virtuellen Influencern thematisiert, die Marken Kontrolle über ihre Botschaften bieten, jedoch in Bezug auf Authentizität limitiert sind. Abschließend wird die Grundsatzentscheidung zwischen Quantität und Qualität in der Content-Produktion beleuchtet. Während kleine Unternehmen von KI-gestützter Quantität profitieren, fahren größere Unternehmen besser mit qualitativ hochwertigen Inhalten. Die Diskussion zeigt, dass eine strategische Herangehensweise an Content-Produktion entscheidend für den Erfolg ist.