--- Hook --- Wir schauen heute auf den viralen Erfolg des Papstes in Nike-Schuhen, Nettos Testlauf zum Verzicht auf gedruckte Prospekte, Red Bulls Spitzenposition im Content Marketing mit Arda Saatçi und die Entscheidung, dass Obelix keine Waffe ist, im Podcast mit Sebastian Bayer über „Wie ein Drogeriemarkt zur Gesundheitsoase wird“. --- Thema 1 --- Ein altes Foto von Papst Leo XIV. mit Nike-Sneakern hat sich überraschend zu einem viralen Phänomen in sozialen Netzwerken entwickelt. Die Aufnahme zeigt den damaligen Augustinerprior Robert Francis Prevost während des Weltjugendtags im Jahr zweitausendacht in Sydney, gekleidet in liturgischem Gewand und auffälligen weißen Nike-Turnschuhen. Das Bild stammt aus dem Trailer des Dokumentarfilms „Leone a Roma“, der anlässlich des ersten Jahrestages seines Pontifikats veröffentlicht wurde. In den sozialen Medien verbreitete sich das Foto rasch, wobei Nutzer das Schuhmodell, das als Nike „Franchise Low“-Sneaker identifiziert wurde, intensiv analysierten. Dieses Modell erfreut sich bei Hobby-Tennisspielern großer Beliebtheit und passt zu Papst Leo XIV., der als begeisterter Tennisspieler bekannt ist. Die virale Aufmerksamkeit hat sich schnell zu einem Marketing- und Markenphänomen entwickelt, wobei italienische Medien von unbeabsichtigter Werbung für Nike sprechen. Das Beispiel verdeutlicht, wie beiläufige Bilder in sozialen Medien enorme Reichweiten erzielen und unbeabsichtigte Markenpräsenz schaffen können. Authentische und unerwartete Motive zeigen oft eine stärkere Viralität als herkömmliche Werbekampagnen. --- Thema 2 --- Der Discounter Netto Marken-Discount testet in ausgewählten Regionen Niederbayerns den möglichen Verzicht auf gedruckte Werbeprospekte. Auf dem Titelblatt des aktuellen Handzettels wird bereits auf die geplante Umstellung hingewiesen, bei der Angebote künftig ausschließlich über die Netto-App abrufbar sein sollen. Diese Maßnahme zielt darauf ab, digitale Funktionen wie exklusive Coupons und die Nutzung von Payback-Punkten zu fördern. Dennoch bedeutet dies für Verbraucher, dass der Zugriff auf Angebote ohne Smartphone oder digitales Endgerät erschwert wird. Aktuell handelt es sich um einen regionalen Test, nicht um eine bundesweite Abschaffung. Studien zeigen jedoch, dass gedruckte Werbung nach wie vor eine hohe Bedeutung hat. Eine Untersuchung ergab, dass mehr als die Hälfte der Befragten Briefkasten-Werbung vermisst. Zudem kauft fast jeder Zweite seltener bei Händlern ein, die gedruckte Prospekte abgeschafft haben. Die Reichweite klassischer Werbeprospekte bleibt ebenfalls hoch, da ein Großteil der Haushalte diese regelmäßig erhält und liest. Internationale Erfahrungen belegen zudem, dass der Wegfall von Printprospekten zu Rückgängen im Einkaufsverhalten führen kann. Netto steht somit vor der Herausforderung, die Balance zwischen Kostensenkung und der Relevanz gedruckter Werbung zu finden. --- Thema 3 --- Rebull bleibt mit Arda Saatçi an der Spitze im Content Marketing, nachdem der sechshundert Kilometer lange Lauf zu einer globalen Social-Media-Kampagne wurde. Während des Events, das in Kooperation mit Red Bull stattfand, erzielte der Berliner Extremsportler in rund einhundertdreiundzwanzig Stunden mehr als sechshundert Kilometer durch die USA. Die Kampagne „Red Bull Cyborg Season – Ultra sechshundert“ wurde medial umfassend begleitet und über verschiedene Plattformen wie YouTube, Twitch und TikTok live übertragen. Dies führte zu einer außergewöhnlich hohen Reichweite und über sechshundert Millionen Videoaufrufen auf TikTok und Instagram. Das Engagement war bemerkenswert, da sich Saatçis Instagram-Reichweite während der Aktion nahezu verdoppelte. Im Live-Streaming wurden Rekordwerte erreicht, mit bis zu zweitausendneunhunderttausend gleichzeitigen Zuschauern. Ein zentraler Erfolgsfaktor war die starke Einbindung von Owned Channels und Co-Streams, sowie die Beteiligung prominenter Persönlichkeiten. Auch Marken wie Brooks und Decathlon profitierten von der viralen Verbreitung. Insgesamt zeigt dieser Fall, wie ein sportliches Extremprojekt durch Multi-Channel-Inszenierung und Community-Dynamik zu einer globalen Marketing-Masterclass werden kann. --- Thema 4 --- Im Streit um die Nutzung des Namens „Obelix“ für Waffen und Munition hat der französische Asterix-Verlag einen bedeutenden Erfolg vor dem Gericht der Europäischen Union erzielt. Das Gericht hob eine frühere Entscheidung des Europäischen Amts für geistiges Eigentum auf und verwies den Fall zur erneuten Prüfung zurück. Hintergrund ist die Eintragung der Marke „Obelix“ für Waffen und Munition zugunsten eines polnischen Rüstungsunternehmens im Jahr zwei tausend zweiundzwanzig. Der Verlag, der die Rechte an den Asterix-Comics hält, sieht darin eine unzulässige Ausnutzung der bekannten Comicfigur. Der Verlag argumentierte, dass das Waffenunternehmen vom hohen Bekanntheitsgrad und positiven Image der Figur profitieren wolle. Das EUIPO hatte den Antrag auf Nichtigerklärung zunächst abgelehnt, da es die Bekanntheit der älteren Marke als nicht ausreichend belegt ansah und Zweifel äußerte, dass Käufer von Waffen eine Verbindung zur Comicfigur herstellen würden. Das EU-Gericht wies diese Einschätzung zurück und stellte fest, dass das Markenamt die Nachweise zur Bekanntheit der Marke nicht ausreichend berücksichtigt hatte. Der Fall verdeutlicht die Bedeutung von Markenbekanntheit und Markenimage im europäischen Markenrecht. --- Thema 5 --- In der heutigen Podcast-Episode mit Sebastian Bayer wird besprochen, wie ein Drogeriemarkt zur Gesundheitsoase wird und wie dm Marketing neu denkt, während es gesellschaftliche Verantwortung ernst nimmt. Sebastian Bayer thematisiert die zunehmenden Polarisierungswellen, die Marketing-Manager dazu zwingen, sich bewusst darauf vorzubereiten. Anstatt zu hoffen, dass diese Wellen ausbleiben, sollten klare interne Grundwerte die Kommunikation leiten. Ein weiterer Punkt ist die Diskussion um Diversity, die oft die Unterschiede zwischen Menschen betont, anstatt Gemeinsamkeiten zu suchen. Sebastian Bayer erklärt, dass echter Fortschritt darin besteht, den Menschen hinter seinen Eigenschaften zu sehen. Zudem wird die Personalisierungsstrategie von dm seit dem Jahr neunzehn vierundneunzig verfolgt, wobei der echte Fortschritt durch First-Party-Daten erzielt wurde. Prävention wird zunehmend zur Einkaufsroutine, da Angebote wie Blutanalysen und Hörtests nicht mehr als exotisch gelten, sondern als normal. Sebastian Bayer betont, dass dies niederschwellig bleiben muss, um Loyalität und Gesundheit zu fördern. Schließlich wird die Idee der Subsidiarität hervorgehoben, bei der Teams die Grundprinzipien verstehen und selbst anwenden, anstatt zentrale Vorgaben zu befolgen.