--- Hook --- Wir beleuchten heute die Renaissance von Owned Media im B2B-Bereich und wie Netflix mit Amazon-Daten seine Werbestrategie optimiert. Zudem berichten wir über den Werbe-GAU des McDonald's-Chefs und die Verschiebung von SEO hin zu KI-Sichtbarkeit. Abschließend analysieren wir im Fachartikel von Wolfgang Scherl-Gebhard die Herausforderungen von KI und Urheberrecht im Marketing. --- Thema 1 --- Owned Media erfährt im B2B-Bereich eine bedeutende Renaissance und wird zunehmend als strategischer Faktor erkannt. Die eigenen Kommunikationskanäle, zu denen Websites, Newsletter, Podcasts und Blogs zählen, bieten Unternehmen die Möglichkeit, sich von externen Plattformen unabhängig zu machen. Diese Unabhängigkeit ist entscheidend, da sie Unternehmen die Kontrolle über Inhalte, Veröffentlichungen und die Beziehung zu ihrem Publikum sichert. Im Gegensatz zu bezahlter Werbung oder der Reichweite in sozialen Medien sind Owned Media nicht von den Algorithmen externer Plattformen abhängig. Der Erfolg dieser Kanäle hängt jedoch stark von der Qualität der Inhalte ab. Im B2B-Marketing, wo Produkte oft komplex sind und Entscheidungsprozesse länger dauern, ist fachliche Expertise ein zentraler Wettbewerbsvorteil. Unternehmen, die kontinuierlich wertvolle Informationen über ihre eigenen Kanäle bereitstellen, stärken nicht nur das Vertrauen, sondern positionieren sich auch als Experten in ihrem Bereich. Ein weiterer wesentlicher Vorteil von Owned Media ist die direkte Verbindung zum Publikum. Während sich die Reichweiten in sozialen Medien schnell ändern können, bleibt beispielsweise ein Newsletter eine beständige Verbindung. Diese Faktoren führen zu einer strategischen Neuausrichtung vieler Unternehmen: weg von kurzfristiger Reichweitenoptimierung hin zu einem langfristigen Beziehungsaufbau über eigene Medienkanäle. --- Thema 2 --- Netflix entwickelt seine Werbeangebote weiter und integriert dabei Daten von Amazon und Yahoo, um das Ad-Targeting zu verfeinern. Streaming-Werbung wird zunehmend datengetrieben, wobei Targeting mit Shopping- und Browsing-Daten sowie neue Tools zur Messung und Optimierung von Kampagnen im Fokus stehen. Nach der Einführung eines günstigeren Abonnements mit Werbung im Jahr zweitausend zwei, hat dieses Modell an Bedeutung gewonnen. Für das Jahr zweitausend sechsundzwanzig wird ein Werbeumsatz von rund drei Milliarden US-Dollar prognostiziert. Ein zentraler Bestandteil dieser Strategie ist die Weiterentwicklung der Ad Suite, die es Werbetreibenden ermöglicht, die Häufigkeit der Anzeigen für spezifische Zielgruppen präziser zu steuern. Zudem wird eine Conversion-API bereitgestellt, um Kampagnenergebnisse besser zu messen und in Echtzeit zu optimieren. Die Integration externer Datenquellen über die Amazon und Yahoo Demand-Side-Plattformen eröffnet Advertisern Zugang zu umfangreichen Zielgruppensignalen. Diese Daten sollen die Performance von Kampagnen erheblich steigern und ermöglichen es Marken, hoch engagierte Streaming-Zuschauer mit gezielten Botschaften anzusprechen. Gleichzeitig wächst die Reichweite des Werbeangebots, da bereits viele Millionen Nutzer weltweit das günstigere Abonnement mit Werbung nutzen. --- Thema 3 --- Ein Video des McDonald’s-CEOs Chris Kempczinski, in dem er den neuen Burger „Big Arch“ probiert, hat in den USA für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Der Clip, der sich schnell in sozialen Medien verbreitete, wurde millionenfach angesehen. Die Reaktionen waren überwiegend negativ, da viele Nutzer den zögerlichen Biss des Managers und die wenig authentische Präsentation kritisierten. Kommentatoren stellten sogar in Frage, ob Kempczinski den Burger tatsächlich vollständig essen würde. Wettbewerber wie Burger King und Wendy’s nutzten den viralen Moment, um humorvolle Seitenhiebe in ihren eigenen sozialen Medien zu platzieren und so Aufmerksamkeit für ihre Produkte zu generieren. Zusätzlich zur Kritik an der Präsentation bemängelten Zuschauer die formelle Sprache des CEOs, der den Burger wiederholt als „Produkt“ bezeichnete. Dies ließ den Auftritt eher wie eine steife Marketingbotschaft erscheinen, als wie eine echte Empfehlung. Strategisch soll der neue Burger eine Lücke im Sortiment schließen, indem er zwischen den günstigeren Standard-Burgern und den teureren Aktionsprodukten positioniert wird. Diese Entscheidung reagiert auf die steigenden Preise im Fast-Food-Segment und den Wunsch der Kunden nach einem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis. --- Thema 4 --- Everso Media wurde im März zweitausendsechsundzwanzig von Better Business Advice als beste AI-Marketing-Agentur ausgezeichnet. Diese Auszeichnung erhielt die Agentur für ihre innovativen Strategien zur LLM-Optimierung, AI-SEO und Generative-Engine-Optimization, die darauf abzielen, Marken nicht nur in klassischen Suchmaschinen, sondern auch in KI-Systemen wie ChatGPT und Google Gemini sichtbar zu machen. Die Bewertung der Agentur basierte auf Performance-Daten, strategischer Methodik, Kundenresultaten sowie der Transparenz und Nachhaltigkeit der eingesetzten Marketingansätze. Im digitalen Marketing vollzieht sich ein grundlegender Wandel, bei dem die Sichtbarkeit von Rankings hin zu KI-basierten Empfehlungen und Antworten verschoben wird. Everso Media kombiniert verschiedene Disziplinen, um Marken so zu positionieren, dass sie von KI-Systemen zitiert oder empfohlen werden. Diese Entwicklung könnte für Agenturen, die die Mechanismen dieser automatisierten Informationssysteme verstehen, eine Schlüsselrolle in der nächsten Phase des digitalen Marketings spielen. --- Thema 5 --- Im Fachartikel von Wolfgang Scherl-Gebhard wird die Integration von Künstlicher Intelligenz im Marketing und die damit verbundenen rechtlichen Herausforderungen thematisiert. Wolfgang Scherl-Gebhard erläutert, dass der EU AI Act die Transparenz- und Urheberpflichten für Marketingteams verstärkt. Diese müssen Governance, Schulungen und Prüfprozesse für KI-generierte Inhalte implementieren, um rechtliche Risiken zu minimieren. Er weist darauf hin, dass nach deutschem Recht nur Menschen als Urheber gelten und KI-Systeme lediglich als Werkzeuge fungieren. Dies bedeutet, dass Inhalte, die vollständig automatisiert durch KI erstellt werden, in der Regel keinen Urheberrechtsschutz genießen. Des Weiteren erklärt Wolfgang Scherl-Gebhard, dass die Nutzung von Trainingsdaten und der Input in KI-Tools rechtlich bedenklich sein können, wenn geschützte Werke involviert sind. Auch der Output der KI kann problematisch sein, wenn er bestehenden Werken zu ähnlich ist. Besonders betont er die Sensibilität im Umgang mit personenbezogenen Daten und vertraulichen Informationen, um Verstöße gegen die Datenschutz-Grundverordnung zu vermeiden. Abschließend hebt Wolfgang Scherl-Gebhard hervor, dass klare Regeln, geschulte Teams und ein bewusster Umgang mit Daten notwendig sind, um das Potenzial von KI im Marketing rechtssicher zu nutzen.