--- Hook --- Wir beleuchten, wie nur zweieinhalb Prozent weniger organische Besucher den Traffic beeinflussen und warum Anzeigenbetrug die Branche rund dreiundsechzig Milliarden kostet. Außerdem berichten wir über die emotionale Kampagne von Gustavo Gusto, im Fachartikel von Dominik Angerer über die Gefahren von Content Debt für die Sichtbarkeit in KI-Suchen und im Podcast mit David Pilo darüber, wie Autohäuser zu datengesteuerten Verkaufsmaschinen werden. --- Thema 1 --- Eine neue Analyse von Graphite, basierend auf Daten von Similarweb, zeigt, dass der organische Suchtraffic im Jahresvergleich um nur zwei Komma fünf Prozent gesunken ist. Diese Zahl steht im Gegensatz zu weit verbreiteten Annahmen, dass der organische Traffic durch generative Künstliche Intelligenz erheblich einbricht. Die Untersuchung belegt, dass die Nachfrage nach Suchanfragen stabil bleibt und die größten Websites, insbesondere die Top zehn, ihren organischen Traffic sogar um ein Komma sechs Prozent steigern konnten. Der Rückgang ist vor allem bei mittelgroßen Publishern zwischen Platz einhundert und zehntausend zu beobachten. Ein weiterer Trend ist die zunehmende Präsenz von AI Overviews, die in etwa dreißig Prozent der Suchergebnisse erscheinen und die Klickrate um fünfunddreißig Prozent senken. Diese Formate betreffen vor allem informative Suchanfragen, während kommerzielle und transaktionale Keywords weitgehend unberührt bleiben. Die Analyse bestätigt, dass SEO nicht am Ende ist, jedoch eine klarere Strategie in einer zunehmend fragmentierten Suchlandschaft erforderlich ist. --- Thema 2 --- Anzeigenbetrug verursacht jährlich weltweit rund dreiundsechzig Milliarden US-Dollar an Verlusten im digitalen Werbebudget. Diese Summe resultiert aus ungültigem Traffic, der die Rentabilität von Werbekampagnen erheblich belastet und die automatische Optimierung verfälscht. Laut dem „Zweitausendsechsundzwanzig Global Invalid Traffic Report“ von Lunio sind mehr als acht Prozent des globalen Paid Traffics ungültig. Besonders betroffen sind Social- und Video-Kampagnen, wobei TikTok mit über vierundzwanzig Prozent den höchsten Anteil ungültiger Klicks aufweist. Die Analyse basiert auf zweieinhalb Milliarden bezahlten Klicks von Kampagnen auf Plattformen wie Google, Meta und LinkedIn. Unternehmen, die auf einen Return on Advertising Spend von drei bis vier abzielen, sehen sich selbst bei niedrigen IVT-Quoten mit signifikanten Umsatzverlusten konfrontiert. Die IVT-Belastung variiert stark zwischen den Plattformen, wobei Meta mit etwa acht Prozent besser abschneidet als andere. Zudem warnt Lunio vor der zunehmenden Problematik durch agentische Künstliche Intelligenz, die die Effizienz der Werbeausspielung weiter gefährden könnte. Sichtbarkeit über die Qualität des Traffics wird somit zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor im Performance Marketing. --- Thema 3 --- Gustavo Gusto startet mit der größten Kampagne seiner Markengeschichte eine emotionale Einführung für die neue Tiefkühlpizza „Pizza Amore“. Unter dem Motto „Deine erste Amore vergisst du nie“ wird eine Verbindung zwischen der ersten Liebe und dem ersten Geschmackserlebnis hergestellt. Ziel dieser Kampagne ist es, die neue Pizza durch starke Emotionen im Gedächtnis der Konsumenten zu verankern. Ein ungewöhnlicher Ansatz zeichnet die Kampagne aus: Die Darsteller wurden ohne Marken- oder Produktbriefing gecastet und erhielten erst während der Dreharbeiten Informationen über das Projekt. Die gezeigten Szenen basieren auf authentischen Reaktionen, da es keine Anweisungen zum Essen gab. Regie führte Tatia Pilieva, die für ihre emotionalen Inszenierungen bekannt ist. Die Kampagne umfasst verschiedene Medienformate, darunter einen TV-Spot, Riesenposter und Bewegtbildformate für Plattformen wie CTV, YouTube und TikTok. Sie läuft deutschlandweit von Mitte Januar bis Mitte März und wird inhouse konzipiert, während die Filmproduktion von Cobblestone übernommen wird. Die Musik und das Sounddesign stammen von German Wahnsinn. --- Thema 4 --- Im Fachartikel von Dominik Angerer wird die Bedeutung von qualitativ hochwertigem Content im Kontext von KI-gestützten Suchsystemen hervorgehoben. Dominik Angerer erläutert, dass Marken in der heutigen Zeit ihre Inhalte so aufbereiten müssen, dass sie von KI-Systemen verstanden und korrekt zitiert werden können. Er weist darauf hin, dass viele Organisationen mit einem strukturellen Problem konfrontiert sind, das durch zu viele, veraltete oder unkoordinierte Inhalte entsteht, was als Content Debt bezeichnet wird. Dies führt zu widersprüchlichen Botschaften, die das Markenbild schwächen können. Angerer betont, dass Marken, um ihre Sichtbarkeit zu erhalten oder auszubauen, klare Verantwortlichkeiten und Pflegezyklen für ihre Inhalte festlegen müssen. Nachhaltigkeit im Content, also der bewusste Umgang mit Inhalten, wird als entscheidend angesehen. Marketing- und Kommunikationsteams sollten regelmäßig ihre Inhalte überprüfen und aktualisieren, um Vertrauen zu schaffen. Ein systematischer Abbau von Content Debt erfordert eine Inventarisierung des gesamten Content-Bestands und die Bewertung der Inhalte. Angerer hebt hervor, dass moderne Content-Management-Systeme hierbei unterstützen können. Die Erfolgsmessung sollte sich zudem auf die Wahrnehmung der Marken als verlässliche Quellen konzentrieren. Qualität wird somit zur neuen Grundlage digitaler Sichtbarkeit. --- Thema 5 --- In der heutigen Podcast-Episode mit David Pilo wird besprochen, wie Dealerships zu datengesteuerten Verkaufsmaschinen werden können. David Pilo erläutert das Dilemma zwischen Generalisten und Spezialisten in der Automobilindustrie. Während große CRM-Systeme wie Salesforce oder HubSpot umfassend konfigurierbar sind, bieten sie nur generisches Wissen. Im Gegensatz dazu kennen spezialisierte Lösungen die spezifischen Herausforderungen, sind jedoch oft technisch limitiert. Die Zukunft liegt in Systemen, die branchenspezifische Intelligence mit moderner Technologie vereinen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, wo der Kundenkontakt wirklich beginnt. Potenzielle Käufer kommen aus verschiedenen Kanälen und sind häufig bereits vorinformiert. Daher ist die Qualifizierung über die richtigen Kanäle entscheidend für den Erfolg. Zudem betont David Pilo, dass Künstliche Intelligenz als intelligenter Assistent fungieren sollte, nicht als Ersatz für Verkäufer. CRM-Systeme müssen flexibel sein und die individuellen Arbeitsweisen der Dealer unterstützen. Abschließend hebt er hervor, dass die Qualität der Daten die Grundlage für relevante Kommunikation bildet. Nur mit sauberen Kundendaten kann eine zielgerichtete Ansprache erfolgen, die nicht als lästige Spam-Flut wahrgenommen wird.