--- Hook --- Heute geht es bei uns um „Microsoft öffnet AI Max für alle Search-Kampagnen“, „Apple Maps zeigt jetzt Werbung“, „TV wird zunehmend vernetzt“, „Zu viele KI-Modi bremsen die Nutzer aus“ und den Podcast mit Falk Wellmann über „Welche KI-Use-Cases im Marketing wirklich funktionieren“. --- Thema 1 --- Microsoft hat AI Max für alle Werbekunden im Bereich Microsoft Advertising freigegeben. Diese optionale KI-Suite optimiert Suchanfragen, Anzeigentexte und Landingpages, um die Conversion-Rate zu erhöhen. AI Max zielt darauf ab, bestehende Search-Kampagnen zu erweitern und Anzeigen besser auf längere sowie komplexere Suchanfragen abzustimmen. Das System kombiniert Suchabgleich, Textanpassung und URL-Auswahl. Dabei berücksichtigt es nicht nur Keywords, sondern auch Anzeigen, Landingpages und weitere Kontextsignale. Zudem kann die KI verschiedene Textvarianten generieren und Nutzer auf die am besten passende Seite leiten. Frühe Tests haben gezeigt, dass AI Max die Kampagnenleistung steigern kann, mit mindestens acht Prozent mehr Conversions in den durchgeführten A/B-Experimenten. Über alle getesteten Werbekunden hinweg wurde ein ausgabengewichteter Conversion-Uplift von rund dreizehn Prozent festgestellt. Microsoft reagiert mit dieser Einführung auf das veränderte Suchverhalten, das zunehmend längere und dialogorientierte Anfragen umfasst. Trotz der Automatisierung behalten Werbekunden die Kontrolle über ihre Kampagnen, einschließlich negativer Keywords und Budgeteinstellungen. AI Max wird standardmäßig bei neuen Search-Kampagnen aktiviert, kann jedoch jederzeit deaktiviert werden. --- Thema 2 --- Apple hat mit der Einführung von Werbung in Apple Maps begonnen. Unternehmen haben nun die Möglichkeit, für eine prominente Platzierung in der lokalen Suche zu zahlen. Diese bezahlten Anzeigen erscheinen unter anderem als erste Einträge bei den vorgeschlagenen Orten und ganz oben in den Suchergebnissen. Sie sind mit einem blauen „Ad“-Symbol gekennzeichnet. Der Rollout startet zunächst in den USA und Kanada und wird in den kommenden Wochen weitere Nutzer erreichen. Diese neue Werbefläche bietet Unternehmen einen Zugang zu Nutzern, die eine konkrete lokale Suchabsicht haben. Die angezeigten Anzeigen können sich je nach ungefährem Standort, aktuellem Suchbegriff oder dem betrachteten Kartenausschnitt ändern. Mit diesem Schritt tritt Apple stärker in den Werbemarkt ein, den Google mit Anzeigen in Google Maps seit Jahren bedient. Gleichzeitig hebt Apple hervor, dass sein Werbemodell sich durch Datenschutz von anderen Plattformen abhebt. Der Standort sowie die in Apple Maps gesehenen und angeklickten Anzeigen werden nicht mit dem Apple Account verknüpft. Persönliche Daten bleiben auf dem Gerät und werden weder von Apple gesammelt noch an Dritte weitergegeben. Informationen über einen möglichen Rollout in Deutschland, Österreich oder der Schweiz sind derzeit nicht verfügbar. --- Thema 3 --- Der Trend zur Vernetzung von Fernsehern zeigt sich zunehmend auch bei herkömmlichen Bildschirmen. Während Smart-TVs bereits Werbung und Tracking integriert haben, wird diese Entwicklung nun auch auf normale Monitore ausgeweitet. Ein Beispiel hierfür sind LG-Monitore, die ab dem Jahr zweitausendvierundzwanzig erhältlich sind. Nach dem Anschluss an einen Windows-PC können Nutzer über ein Windows-Update die Software „LG Monitor Installer“ installieren. Diese soll eigentlich Treiber und Funktionen bereitstellen, jedoch berichten Nutzer von Werbung, die über diese Software ausgespielt wird, unter anderem für Produkte von McAfee. Obwohl Microsoft eine spezifische Werbekampagne beendete, zeigt LG weiterhin eigene Werbung an. Besonders kritisch ist, dass die Software Zugriff auf Internet und Systemressourcen hat, was potenzielle Datenschutzrisiken birgt. LG gibt an, keine Nutzerdaten zu erfassen, jedoch lassen die Datenschutzbestimmungen Raum für zukünftige Datennutzung. Diese Entwicklung wirft Fragen auf, insbesondere hinsichtlich der Kontrolle der Nutzer und der Rechtfertigung des günstigen Gerätepreises im Austausch für Werbung und Tracking. --- Thema 4 --- Die Vielzahl an KI-Modi, wie sie von Anbietern wie Gemini, Claude und ChatGPT bereitgestellt werden, führt zu einer unnötigen Komplexität, die Nutzer ausbremst. Anstatt zwischen verschiedenen Modi wählen zu müssen, sollten Nutzer ihre Aufgaben klar formulieren können. Google strebt mit Gemini an, eine universelle KI für verschiedene Aufgaben zu schaffen, erschwert dies jedoch durch zahlreiche Funktionsnamen. In der Gemini-App sind Nutzer gezwungen, zwischen Chat, Spark und Daily Brief zu unterscheiden, was die Bedienung kompliziert macht. Insbesondere die Daily Brief-Funktion zeigt, dass personalisierte Informationen oft auch irrelevante frühere Aktivitäten einbeziehen können. Spark hingegen könnte als hilfreicher KI-Agent im Hintergrund agieren, ohne als separater Modus präsentiert zu werden. Diese Problematik betrifft nicht nur Google, sondern auch andere Anbieter, die von Nutzern verlangen, sich in unterschiedliche Arbeitsweisen einzuarbeiten. Dies führt zu einer kognitiven Überlastung. Im Gegensatz dazu verfolgt Apple einen Ansatz, bei dem bestehende Anwendungen intelligenter werden, ohne dass Nutzer eine neue Produktlogik erlernen müssen. Textbasierte KI-Dienste ermöglichen es den Nutzern zudem, einfach eine Nachricht zu schreiben und ihre Aufgaben zu formulieren. --- Thema 5 --- In der heutigen Podcast-Episode mit Falk Wellmann wird erörtert, welche KI-Use-Cases im Marketing tatsächlich funktionieren. Dabei wird aufgezeigt, wie ein Marketing-Team KI-Tools erfolgreich im Alltag integriert hat. Falk Wellmann erklärt, dass vor einem Jahr bei der Barmer noch keine klaren Regeln für den Einsatz von KI im Marketing existierten, jedoch ein großer Druck aus dem Team herrschte. Anstatt auf ein Regelwerk zu warten, initiierte die PR-Abteilung einen Proof of Concept, der den Mitarbeitenden Sicherheit gab, um sofort mit der Arbeit zu beginnen. Im Rahmen dieses Prozesses wurden verschiedene Tools wie ChatGPT Enterprise, Perplexity Enterprise und Copilot getestet. Hierbei ist es weniger entscheidend, welches Tool letztlich die Oberhand gewinnt, sondern vielmehr, dass die Mitarbeitenden die KI in ihren Workflow integrieren. Falk Wellmann betont die Bedeutung der KI als Sparringspartner in den Bereichen Textarbeit, strukturierte Recherche und Ideenentwicklung. Um die Motivation im Team aufrechtzuerhalten, wurden Rituale wie ein monatliches KI-Café und wöchentliche Erfolgsmails eingeführt. Dies führte zu einer signifikanten Steigerung der Zufriedenheit mit der KI-Nutzung. Derzeit befinden sich drei größere Pilotprojekte in der Umsetzung, die darauf abzielen, die Wettbewerbsbeobachtung, individualisierte Marktforschungsreports und die Sichtbarkeit in KI-Suchzusammenfassungen zu optimieren.