--- Hook --- Wir beleuchten heute, ob das Metaverse mit Apples Einstellung der Vision Pro am Ende ist, und wie Snapchat mit Conversational Advertising neue Wege geht. Außerdem berichten wir über Expedias Einsatz von Creator-Marketing, analysieren im Fachartikel von Stefan von Lieven, warum E-Mail zur KI-Infrastruktur wird, und diskutieren im Podcast mit Chris Jungjohann, wie Agenturen in der KI-Ära wirklich gewinnen können. --- Thema 1 --- Apple hat die Weiterentwicklung des Mixed-Reality-Headsets Vision Pro vorerst eingestellt. Diese Entscheidung folgt auf eine schwache Nachfrage, die durch einen hohen Preis und begrenzte Anwendungsfälle bedingt war. Trotz eines geplanten Updates im Herbst zweitausendfünfundzwanzig, das einen leistungsstärkeren Chip, verbesserte Bildqualität und eine längere Akkulaufzeit bieten sollte, blieb das Interesse der Verbraucher hinter den Erwartungen zurück. Infolge dieser Entwicklungen wurde das zuständige Team aufgelöst und die Mitarbeitenden in andere Bereiche integriert, insbesondere in die Weiterentwicklung von Sprachassistenz-Technologien. Derzeit gibt es keine Pläne für ein Nachfolgemodell, obwohl das aktuelle Gerät weiterhin erhältlich ist. Die Gründe für das Scheitern sind vielfältig und umfassen ergonomische Schwächen sowie einen Mangel an überzeugenden Inhalten. Apple richtet seinen Fokus nun auf kompaktere, KI-gestützte Smart Glasses. Mehrere Prototypen befinden sich bereits in der Testphase, und ein Marktstart wird in den kommenden Jahren erwartet. Ziel ist es, ein alltagstauglicheres Produkt zu entwickeln, das im Wearable-Markt konkurrenzfähig ist. --- Thema 2 --- Snapchat hat ein neues Werbeformat namens Conversational Advertising eingeführt, das KI-gestützte Markenkommunikation direkt in den Chat-Bereich der App integriert. Mit den sogenannten „AI Sponsored Snaps“ können Nutzer nicht nur Anzeigen sehen, sondern auch direkt mit Marken-KI-Agenten interagieren. Diese Interaktionen ermöglichen Produktempfehlungen, Fragen zu Angeboten und personalisierte Beratung innerhalb des Chats. Snapchat zielt darauf ab, Werbung natürlicher wirken zu lassen und sie stärker an das Kommunikationsverhalten der Nutzer anzupassen. Laut Snapchat haben bereits mehr als fünfhundert Millionen Nutzer den eigenen KI-Chatbot verwendet. Snap-Manager Ajit Mohan bezeichnete Gespräche als den wertvollsten Werbeplatz der Zukunft. Für Werbetreibende eröffnet das neue Format den Zugang zu nahezu einer Milliarde monatlich aktiver Nutzer. Zudem liefern Sponsored Snaps etwa zweiundzwanzig Prozent mehr Conversions, während die Kosten pro Aktion um fast zwanzig Prozent sinken sollen. Die hohe Aktivität im Chat-Feed ist bemerkenswert, da rund fünfundachtzig Prozent der Nutzer regelmäßig mit diesem Bereich interagieren. --- Thema 3 --- Expedia setzt verstärkt auf Creator-Marketing und kooperiert mit dem bekannten Streamer IShowSpeed, um die Generation Z anzusprechen. Ziel der Zusammenarbeit ist es, Reiseinspirationen direkt mit Buchungsmöglichkeiten zu verknüpfen. Im Rahmen einer mehrstufigen Content-Strategie wird Livestreaming und Interaktion in den Vordergrund gerückt. IShowSpeed wird mehrere karibische Inseln bereisen und seine Erlebnisse in Echtzeit über Plattformen wie Twitch und YouTube teilen. Anstatt klassischer Werbung steht authentischer und unterhaltsamer Content im Mittelpunkt, der die Fans aktiv einbindet. Eine speziell entwickelte Plattform ermöglicht es den Nutzern, die Reisen zu verfolgen, eigene Trips zu planen und an interaktiven Aktionen wie Abstimmungen und Gewinnspielen teilzunehmen. Die Kampagne nutzt eine kanalübergreifende Strategie, die bezahlte, eigene und verdiente Reichweite kombiniert. Erste Ergebnisse zeigen bereits großes Interesse, da kurze Teaser-Videos Millionen von Aufrufen erzielen. Diese Strategie spiegelt einen grundlegenden Wandel im Marketing wider, bei dem jüngere Zielgruppen Creatorn mehr Vertrauen schenken als klassischer Werbung. Unternehmen reagieren darauf, indem sie Influencer nicht nur als Werbefläche, sondern als zentrale Partner für Content und Distribution nutzen. --- Thema 4 --- Im Fachartikel von Stefan von Lieven wird die Rolle der E-Mail im digitalen Marketing neu bewertet, insbesondere im Kontext der Künstlichen Intelligenz. Stefan von Lieven erläutert, dass E-Mail sich trotz der Herausforderungen durch Smartphones und soziale Medien als unverzichtbarer Kanal etabliert hat. Mit über vier Milliarden Nutzern weltweit und einem hohen Return on Investment bleibt E-Mail relevant. Die Integration von Künstlicher Intelligenz verändert jedoch die Dynamik des E-Mail-Marketings grundlegend. Nach Einschätzung von Stefan von Lieven wird E-Mail zunehmend zur Schnittstelle für KI-Agenten, die darüber entscheiden, welche Inhalte den Nutzern angezeigt werden. Dies erfordert eine Anpassung der Inhalte an maschinenlesbare Formate. Die strategische Bedeutung von E-Mail wächst, da sie First-Party-Daten bietet und direkte Kundenbeziehungen ermöglicht. Stefan von Lieven betont, dass CMOs ihre Strategien anpassen müssen, um sowohl menschliche Empfänger als auch KI-Systeme zu bedienen. Die Herausforderung besteht darin, relevante, kontextreiche Nachrichten zu erstellen, die nicht nur von Menschen, sondern auch von Algorithmen wahrgenommen werden. E-Mail wird somit zur Infrastruktur in einer zunehmend automatisierten digitalen Welt, was eine neue Ära im Marketing einleitet. --- Thema 5 --- In der heutigen Podcast-Episode mit Chris Jungjohann wird erörtert, wie Agenturen in der Ära der Künstlichen Intelligenz wirklich gewinnen können. Chris Jungjohann erklärt, dass die Agentur zunehmend zur KI-Plattform wird. Spezialisierte KI-Agenten fungieren als erste Anlaufstelle für Kundenprobleme, wobei Marketing-Manager zunächst zu einem Briefing-Agenten gehen, der Unklarheiten hinterfragt. Dies ist nicht nur Effizienz, sondern auch strategische Arbeit, die vorher geleistet werden muss. Ein zentrales Differenzierungsmerkmal bleibt die Kreativität. Die KI-generierte Kampagne von Ogilvy verdeutlicht, dass in einer von KI dominierten Welt der kreative Prompt und die Markenführung entscheidend sind. Agenturen sollten daher in kreative Talente investieren. Chris Jungjohann warnt vor Effizienzversprechen, die als strategischer Fehler gelten. Marketing-Manager sollten Agenturen suchen, die KI nutzen, um die Markenkommunikation zu verbessern, anstatt Budgets zu reduzieren. Ein neues Geschäftsmodell wird durch die Infrastruktur sichtbar, wie das Beispiel WPP Open zeigt. Hierbei handelt es sich um eine KI-gestützte Plattform, die eine hybride Partnerschaft zwischen Kunden und Agenturen ermöglicht. Schließlich wird Markenführung zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor, da Marken in einer von KI geprägten Welt wieder an Bedeutung gewinnen. Marketing-Manager sollten Agenturen danach bewerten, wie stark diese markengetrieben arbeiten.