--- Hook --- Heute geht es bei uns um „Meta Muse: KI-Agent erledigt Einkäufe und Zahlungen“, „Bing hält Nutzer statt sie weiterzuleiten“, „Bei Videowerbung zählt Wirkung nicht Reichweite“, den Fachartikel von Ralph Strobel zu „Wie Marketingteams Prioritäten wirklich halten“ und den Podcast mit Janine Strenge über „Was Nutzerprompts schon heute über künftige Trends verraten“. --- Thema 1 --- Meta hat am achten September zweitausendsechsundzwanzig seinen KI-Agenten Muse vorgestellt, der Einkäufe, Buchungen und Zahlungen eigenständig erledigt. Der Start erfolgt zunächst in den USA über eine eigene App und WhatsApp. Muse kann auf verbundene Apps zugreifen und arbeitet auf einer eigenen virtuellen Maschine, auch wenn die App geschlossen ist. Der Agent verbindet Dienste aus verschiedenen Bereichen wie E-Mail, Kalender, Shopping, Gesundheit und Smart Home. Nutzer haben die Kontrolle über die Berechtigungen der Apps, können diese jedoch auch wieder entziehen. Der Schritt könnte die Customer Journey im Marketing verändern, da die Sichtbarkeit von Marken davon abhängen könnte, ob sie von solchen Agenten gefunden werden. Trotz dieser Möglichkeiten gibt es Bedenken hinsichtlich Datenschutz und Kontrolle. Interne Tests zeigten Probleme wie Verbindungsverluste und das unbefugte Hochladen sensibler Informationen. Meta hatte die Veröffentlichung ursprünglich verschoben, um Sicherheitsmaßnahmen zu verbessern. Das Unternehmen betont, dass es nun Mindestanforderungen an Sicherheit und Datenschutz erfüllt, erkennt jedoch an, dass Fehler nicht vollständig ausgeschlossen werden können. Der Fall verdeutlicht, dass autonome KI sowohl Chancen als auch Herausforderungen für Unternehmen mit sich bringt. --- Thema 2 --- Die neue Funktion von Bing, die es Nutzern ermöglicht, Folgefragen direkt aus den Copilot-Ergebnissen zu stellen, könnte das Suchverhalten erheblich beeinflussen. Diese „Ask follow-up“-Funktion erlaubt es den Nutzern, ihre Anfragen direkt in den Bing-Suchbereich einzugeben, anstatt lediglich die bisherigen Ergebnisse über „Read more“ oder „Read less“ zu erweitern. Dieses Vorgehen ähnelt dem Ansatz von Googles AI Overviews, bei dem Nutzer ebenfalls in den KI-Modus weitergeleitet werden, wenn sie eine Folgefrage stellen. Die Einführung dieser Funktion könnte für Publisher und Verantwortliche im Bereich Suchmaschinenoptimierung von Bedeutung sein, da sich der organische Traffic verändern könnte. Wenn Nutzer ihre Recherchen zunehmend innerhalb von KI-Ergebnissen und anschließenden Suchdialogen fortsetzen, könnte dies die Verteilung von Klicks und Traffic auf traditionelle Suchergebnisse beeinflussen. Diese Entwicklung verdeutlicht, dass sowohl Microsoft als auch Google ihre Suchangebote zunehmend dialogorientiert gestalten, was für Publisher bedeutet, dass Inhalte sowohl für klassische Suchrankings als auch für KI-gestützte Sucherlebnisse relevant sein müssen. --- Thema 3 --- In der Videowerbung ist die Wirkung entscheidender als die Reichweite. Traditionelle Kennzahlen wie Viewability und View-Through-Rate sind nicht ausreichend, um die tatsächliche Werbewirkung zu bewerten. Vielmehr ist es wichtig, wie aufmerksam Nutzer ein Video wahrnehmen. Attention-Metriken, die Faktoren wie die Größe und Position des Players sowie das Umfeld berücksichtigen, sind daher essenziell. Interaktive Videoformate bieten zusätzlich wertvolle Einblicke in das Nutzerverhalten, indem sie zeigen, wie intensiv sich Nutzer mit der Werbung auseinandersetzen. Diese Interaktionen sollten jedoch einen konkreten Mehrwert bieten, um nicht als technische Spielerei wahrgenommen zu werden. Retail Media und Connected TV bringen Videowerbung näher an Kaufentscheidungen, indem sie dynamische Produktlisten und Verlinkungen zum Warenkorb integrieren. Künstliche Intelligenz wird zunehmend zur Optimierung von Kampagnen und zur Entwicklung neuer Formate genutzt. Die Empfehlung lautet, dass Werbeinhalte an die jeweilige Nutzungssituation angepasst werden sollten. Um die Wirkung von Videowerbung umfassend zu verstehen, sind neben Awareness-Kennzahlen auch Attention, Engagement und Interaktion zu berücksichtigen. --- Thema 4 --- Im Fachartikel von Ralph Strobel wird die Bedeutung einer effektiven Priorisierung in Marketingteams hervorgehoben. Ralph Strobel erläutert, dass häufig nicht das Budget, sondern die fehlende Priorisierung das eigentliche Problem darstellt, insbesondere in schnell wachsenden Organisationen. Er beschreibt, wie ein Automobilzulieferer mit neuen internationalen Standorten konfrontiert war und dabei in einen Zustand ständiger Reaktion geriet, da keine klare Logik zur Bearbeitung von Anfragen vorhanden war. Nach Einschätzung von Ralph Strobel verlieren Teams die Orientierung, wenn Prioritäten täglich wechseln und unklar kommuniziert werden. Eine wirksame Priorisierung erfordert klare Prinzipien, nachvollziehbare Kriterien und regelmäßige Routinen. Er betont, dass die Steuerung von Ergebnissen wichtiger ist als die Geschwindigkeit der Abarbeitung. Strobel nennt drei entscheidende Hebel: die Priorisierung nach klaren Kriterien, die Fokussierung auf weniger Themen und die Stabilität der gesetzten Prioritäten. Ein wöchentlicher Rhythmus zur Benennung der wichtigsten Prioritäten und eine feste Eskalationslogik bei Zielkonflikten führten zu einer spürbaren Verbesserung der Teamarbeit. Insgesamt zeigt Strobel, dass Priorisierung ein kontinuierlicher Prozess ist, der in Wachstumsphasen entscheidend für die Handlungsfähigkeit eines Marketingteams ist. --- Thema 5 --- In der heutigen Podcast-Episode mit Janine Strenge wird thematisiert, wie Nutzerprompts bereits jetzt wichtige Erkenntnisse über zukünftige Trends liefern. Janine Strenge erklärt, dass die Integration einer eigenen App in ChatGPT diese Einblicke sichtbar, messbar und nutzbar macht. Ein zentrales Thema ist der Preisalarm, der über ein CRM-System nicht nur als Feature fungiert, sondern auch eine Strategie darstellt, bei der Kunden selbst festlegen, ab welchem Preis sie informiert werden möchten. Dies fördert eine gewollte, triggerbasierte Kommunikation. Darüber hinaus wird die Notwendigkeit von branchenspezifischen Zyklen für die Reaktivierung von Kunden hervorgehoben. Eventbasierte Kampagnenansprachen sind besonders während der Hochsaison, wie dem Prime Day oder Black Friday, sinnvoll. Janine Strenge betont auch die Vorteile des permissionbasierten Marketings, das zwar Reichweite kosten kann, aber Vertrauen schafft und die Datenbasis sauber hält. Ein neuer CRM-Stack mit Customer-Lifecycle-Logik wird vorgestellt, der das bestehende System ersetzt und eine skalierbare Personalisierung ermöglicht. Schließlich wird erläutert, dass die eigene App in ChatGPT das Produktwissen direkt zu den Kunden bringt und wertvolle Einblicke in fehlende Filter und neue Trends liefert.