--- Hook --- Wir beleuchten heute, warum künstliche Intelligenz bei Marketingchefs laut einer McKinsey-Studie nur auf Platz siebzehn rangiert, und wie Douglas seine Leuchtwerbung nachhaltiger gestaltet. Außerdem berichten wir über die neue TikTok-Serie von Netto, werfen einen Blick in den Fachartikel von Wolfgang Scherl-Gebhard zu sicheren Weihnachtsgrüßen mit KI und diskutieren im Podcast mit Alex Khan, warum Corporate Influencer ein wertvolles Geheimrezept sein könnten. --- Thema 1 --- Eine aktuelle Umfrage von McKinsey unter rund fünfhundert Marketingverantwortlichen zeigt, dass Künstliche Intelligenz bei Chief Marketing Officers nur auf dem siebzehnten Platz der wichtigsten Trendthemen rangiert. Dies verdeutlicht eine signifikante Verschiebung der Prioritäten, wobei Markenbildung, Authentizität, Datenschutz und Budgeteffizienz die Agenda bis zum Jahr zweitausendsechsundzwanzig dominieren. Trotz intensiver Diskussionen haben neunundneunzig Prozent der CMOs bislang kaum Fortschritte bei der strategischen Implementierung von Künstlicher Intelligenz erzielt. Die Hauptgründe hierfür sind fehlende technologische Kompetenzen und unzureichende strategische Leitlinien. Unternehmen, die Künstliche Intelligenz bereits fortgeschritten nutzen, berichten von Effizienzgewinnen von etwa zweiundzwanzig Prozent, die gezielt in Wachstumsinitiativen reinvestiert werden. Bis zum Jahr zweitausendsiebenundzwanzig erwarten diese Unternehmen sogar Effekte von bis zu achtundzwanzig Prozent. Gleichzeitig planen zweiundsiebzig Prozent der CMOs, ihre Marketingbudgets zu erhöhen, trotz allgemeiner Kostensenkungsprogramme. Allerdings bleibt das Problem der Attribution ungelöst, da lediglich drei Prozent der CMOs mehr als die Hälfte ihrer Ausgaben über belastbare ROI-Messungen erklären können. McKinsey empfiehlt, dass CMOs sich künftig stärker als Investoren verstehen müssen. --- Thema 2 --- Douglas hat die Nachhaltigkeit seiner Leuchtwerbung durch eine innovative Echtzeit-Optimierung signifikant verbessert. Die Parfümerie-Filialkette hat in Zusammenarbeit mit dem Spezialisten Metads eine digitale Außenwerbekampagne entwickelt, bei der der CO₂-Ausstoß aktiv gesteuert wird. Dies geschieht durch die Nutzung von öffentlich verfügbaren Strommix-Daten, die Informationen darüber liefern, wann und wo besonders viel grüner Strom verfügbar ist. Diese Daten beeinflussen den Zeitpunkt und den Ort der Ausspielung der Werbung. Das System berechnet den Energieverbrauch pro Ausspielung und optimiert den CO₂-Ausstoß pro tausend Impressions. Während klassische Kriterien wie Zielgruppe, Ort und Zeit weiterhin berücksichtigt werden, fließen nun auch Umweltfaktoren in die Planung ein. Das Ergebnis dieser Kampagne ist beeindruckend: Der CO₂-Ausstoß wurde auf einundneunzig Gramm pro tausend Impressions gesenkt, während der Branchendurchschnitt bei rund dreihundertfünfzig Gramm liegt. Douglas bewirbt in dieser Kampagne die digitale Beauty Card, deren Nachhaltigkeitsansatz ebenfalls kommuniziert wird. Langfristig könnte dieser nachhaltige Ansatz die Programmatic DOOH-Werbung verändern und neue dynamische Preismodelle schaffen. --- Thema 3 --- Netto Marken-Discount hat in der Vorweihnachtszeit eine sechsteilige Mockumentary auf TikTok gestartet, die in Zusammenarbeit mit der Agentur Philipp und Keuntje entwickelt wurde. Diese Serie rückt Entertainment-Content ins Zentrum der Weihnachtskommunikation und thematisiert humorvoll die Herausforderungen, mit denen Marken und Prominente im Social-Media-Alltag konfrontiert sind. Die Besetzung umfasst bekannte Persönlichkeiten wie die Comedians Mirja Boes und Martin Schneider sowie den TikTok-Star Fabian Rashagai, der als Coach fungiert und die etablierten Entertainer an TikTok-Formate heranführt. Die Mockumentary wird in einem speziell eingerichteten Netto-Content-Studio produziert, das eine schnelle und markenkonforme Erstellung von Social-Media-Inhalten ermöglicht. TikTok spielt eine zentrale Rolle in der Weihnachtskampagne von Netto, und der serielle Ansatz folgt einem Trend, den auch Wettbewerber wie Lidl nutzen. Mit dieser Strategie möchte Netto die Markenkommunikation auf Social Media stärker als Unterhaltung inszenieren und die Plattform langfristig als festen Bestandteil des Kommunikationsmixes etablieren. --- Thema 4 --- Im Fachartikel von Wolfgang Scherl-Gebhard wird erläutert, dass Weihnachtsgrüße rechtlich als Werbung gelten und daher an die Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung sowie des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb gebunden sind. Wolfgang Scherl-Gebhard betont, dass Unternehmen beim Versand von Weihnachtsgrüßen sowohl per E-Mail als auch postalisch klare Regeln beachten müssen, um rechtliche Risiken zu vermeiden. Für elektronische Grüße ist eine vorherige Einwilligung erforderlich, wobei der Versand als Teil eines bestehenden Newsletters eine praktikable Lösung darstellt. Im Gegensatz dazu können postalische Grüße ohne Einwilligung versendet werden, solange kein Widerspruch des Empfängers vorliegt. Darüber hinaus weist Wolfgang Scherl-Gebhard darauf hin, dass der Einsatz von Künstlicher Intelligenz für die Gestaltung von Weihnachtsgrüßen datenschutzkonform erfolgen muss. Offene KI-Systeme dürfen nicht mit personenbezogenen Daten gefüttert werden. Empfänger müssen bereits bei der Datenerhebung über die Nutzung ihrer Daten für Weihnachtsgrüße informiert werden und auf ihr Widerspruchsrecht hingewiesen werden. Wolfgang Scherl-Gebhard schlussfolgert, dass die Beachtung dieser rechtlichen Rahmenbedingungen Unternehmen ermöglicht, ihre Kundenbeziehungen zu stärken und gleichzeitig rechtliche Risiken zu minimieren. --- Thema 5 --- In der heutigen Podcast-Episode mit Alex Khan wird das Thema Corporate Influencer als strategisches Element im B2B-Marketing besprochen. Alex Khan erklärt, dass der Schlüssel zum Erfolg nicht im Budget, sondern in der intrinsischen Motivation der Mitarbeitenden liegt. Die Auswahl der richtigen Mitarbeitenden, die für das Unternehmen einstehen möchten, ist entscheidend. Zudem ist es wichtig, offizielle Arbeitszeit für dieses Engagement zu reservieren, um Wertschätzung zu zeigen. Ein weiterer zentraler Punkt ist das Kundenwissen, das als wertvoller Content-Rohstoff betrachtet wird. Je näher man am Kundenproblem ist, desto effektiver wird die Strategie. Alex betont, dass dieses Wissen nicht nur für Inhalte, sondern auch für KI-Instrumente von Bedeutung ist. Authentizität wird durch eine Kombination aus persönlicher Haltung und KI-Unterstützung erreicht, wobei Alex empfiehlt, den Großteil der Inhalte KI-gestützt zu erstellen. Im B2B-Bereich funktioniert das Targeting oft indirekt, indem Inhalte für Mitarbeitende erstellt werden, die diese an Entscheidungsträger weitergeben. Abschließend hebt Alex hervor, dass Handeln wichtiger ist als bloßes Lesen. Manager sollten Zeit in die praktische Anwendung von KI-Systemen investieren, um echten Business-Value zu generieren.