--- Hook --- Wir beleuchten heute das Marketingrisiko durch Google und Co. und berichten darüber, wie Amazon automatisiert erstellte Anzeigen startet. Zudem schauen wir auf eine Studie, die Deutschland als Land der Nachrichtenjunkies beschreibt, und im Fachartikel von Michael Kräftner erfahren wir, wie DAM als Schlüssel für GEO-Sichtbarkeit dient. Abschließend diskutieren wir im Podcast mit Patric Weiler, wie KI-Agenten das Marketing fundamental verändern. --- Thema 1 --- Die Abhängigkeit deutscher Unternehmen von großen Technologiekonzernen ist laut einer Umfrage von YouGov in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskanzlei Hausfeld alarmierend. Sechsundsechzig Prozent der befragten Marketing-Entscheider sehen den wirtschaftlichen Erfolg ihres Unternehmens stark von Plattformen wie Google, Meta oder Amazon abhängig. Für dreiundzwanzig Prozent dieser Unternehmen sind diese Plattformen sogar existenzentscheidend. Diese Abhängigkeit zeigt sich auch in den Marketingbudgets: Fünfunddreißig Prozent der Firmen investieren mindestens ein Viertel ihres Budgets in Big-Tech-Plattformen, während fünfzehn Prozent sogar die Hälfte oder mehr aufwenden. Ein hypothetischer einwöchiger Ausfall dieser Kanäle würde die Hälfte der Unternehmen sofort betreffen, wobei fünfzehn Prozent mit signifikanten Umsatzverlusten innerhalb weniger Tage rechnen. Angesichts geopolitischer Spannungen zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten wächst die Unsicherheit. Mehr als die Hälfte der Befragten äußert Bedenken über die Abhängigkeit von US-amerikanischen Plattformen, und sie fordern zusätzliche Schutzmechanismen gegen möglichen Machtmissbrauch von Big Tech. --- Thema 2 --- Amazon hat den Creative Agent eingeführt, ein KI-gestütztes Tool, das den gesamten kreativen Prozess der Werbemittelproduktion automatisiert. Dieses Tool, das im Creative Studio angesiedelt ist, ermöglicht es Werbetreibenden, Produktinformationen, Zielgruppen und Markenrichtlinien einzugeben. Daraufhin entwickelt das System eigenständig Kampagnenideen, inklusive Claims und visueller Leitideen. Der Creative Agent erstellt detaillierte Storyboards und produziert Video- sowie Displayanzeigen, die direkt in Amazon-Werbeumfeldern ausgespielt werden können. Die Technologie basiert auf der Infrastruktur von Amazon Web Services und nutzt generative KI-Modelle. Ein entscheidender Vorteil ist die umfangreiche Datenbasis aus dem Amazon-Ökosystem, die in die Kreation einfließt. Dies ermöglicht ein datenbasiertes Kreativmodell, das Performance-Marketing und Markenkommunikation enger verzahnt. Für Marken, insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen, bedeutet dies geringere Produktionskosten und schnellere Markteinführungszeiten. Gleichzeitig stehen traditionelle Agenturmodelle unter Druck, da Kreativ- und E-Commerce-Agenturen potenziell Umsatz in der operativen Umsetzung verlieren könnten. Der Creative Agent ist Teil einer umfassenderen KI-Strategie von Amazon, die voraussichtlich weiter an Bedeutung gewinnen wird. --- Thema 3 --- Eine aktuelle Studie zeigt, dass ein hoher Anteil der deutschen Erwachsenen, nämlich einundachtzig Prozent, täglich Nachrichten konsumiert. Von diesen sind fünfunddreißig Prozent als echte Nachrichtenjunkies zu klassifizieren, da sie sich im Durchschnitt siebenmal pro Tag informieren und über zehn Artikel täglich lesen. Diese Nutzungsintensität positioniert Deutschland im internationalen Vergleich als einen der stärksten Nachrichtenmärkte. Nachrichten werden dabei intensiver konsumiert als Inhalte aus den Bereichen Sport und Unterhaltung. Während nur fünfundzwanzig Prozent der Menschen starkes Interesse an Sport zeigen und fünfzehn Prozent an Unterhaltung, übersteigt der Nachrichtenkonsum diese Zahlen deutlich. Für Marken und Werbung ist dies von Bedeutung, da News-Umfelder hohe Reichweite und überdurchschnittliche Aufmerksamkeit bieten. Werbung in diesen Umfeldern erzielt eine Kaufabsicht von sechsundsechzig Prozent, was nahezu dem Niveau von Sport- und Entertainment-Umfeldern entspricht. Alters- und Einkommensunterschiede spielen dabei kaum eine Rolle. Nachrichtenumfelder erweisen sich somit als reichweitenstark, markensicher und wirkungsvoll, was sie zu einem wichtigen Element in der aktuellen Brand-Safety-Debatte macht. --- Thema 4 --- Im Fachartikel von Michael Kräftner wird die Bedeutung von Digital Asset Management, kurz DAM, für die Sichtbarkeit von Marken in Künstlicher Intelligenz, kurz KI, hervorgehoben. Michael Kräftner erläutert, dass die Optimierung der Markensichtbarkeit in KI-Suchergebnissen entscheidend für den Unternehmenserfolg ist. Ein DAM bildet die Basis für konsistente Produktinformationen, die für die Differenzierung von der internationalen Konkurrenz unerlässlich sind. Nach Einschätzung von Michael Kräftner wird die KI-Suche bis zum Jahr zweitausendachtundzwanzig klassische Suchmaschinen hinsichtlich der Nutzerzahl überholen. In diesem Kontext stellt sich für Unternehmen die zentrale Frage, wie sie sicherstellen können, dass ihre Produkte in KI-Suchen gefunden werden. Kräftner betont, dass eine KI-Optimierung unverzichtbar ist und dass Inhalte maschinenlesbar aufbereitet werden müssen. Er weist darauf hin, dass Metadaten eine wichtige Rolle spielen, da sie es der KI ermöglichen, Inhalte besser zu verstehen. Die Verwendung von DAM-Lösungen erleichtert die Verwaltung und Optimierung dieser Metadaten erheblich. Michael Kräftner kommt zu dem Schluss, dass Unternehmen sich nicht fragen sollten, ob sie ihre Inhalte auf die KI-Suche hin optimieren sollen, sondern wann sie damit beginnen. Ein strukturiertes Vorgehen und die Nutzung von DAM sind dabei entscheidend für den Erfolg. --- Thema 5 --- In der heutigen Podcast-Episode mit Patric Weiler wird das Thema behandelt, wie KI-Agenten das Marketing fundamental verändern. Patric Weiler erläutert, dass die Konsolidierung im KI-Markt bereits begonnen hat. Die Vielfalt der KI-Modelle wird sich voraussichtlich stark verringern, da große Tech-Konzerne wie Google, Microsoft und Meta die Anwendungsebene zunehmend dominieren. Für Marketing-Manager bedeutet dies, dass sie sich frühzeitig mit den Auswirkungen dieser großen Ökosysteme auf ihre Arbeit auseinandersetzen sollten. Ein weiterer Punkt, den Patric Weiler anspricht, ist die strategische Nutzung von KI. Unternehmen entwickeln zahlreiche Anwendungsfälle, um gezielt in die richtigen Bereiche zu investieren. Marketing-Manager sollten daher zunächst ihre Unternehmensziele definieren und dann prüfen, wo KI sinnvoll unterstützen kann. Patric Weiler erklärt zudem, dass KI-Agenten in Zukunft wie unsichtbare Mitarbeiter agieren werden, die eigenständig recherchieren und Lösungen vorschlagen. Dies wird in den kommenden zwölf Monaten zum Standard werden. Im Event-Management zeigt sich bereits, wie KI die Effizienz steigert, indem sie Aufgaben wie das Teilnehmermanagement erheblich vereinfacht. Abschließend betont Patric Weiler, dass die Unternehmenskultur entscheidend ist. Eine klare Priorisierung und Überzeugung im Management sind notwendig, um die Vorteile der KI-Technologie voll auszuschöpfen.