--- Hook --- Wir beleuchten heute, warum achtzig Prozent der Marketingexperten Künstliche Intelligenz als zentrales Thema für das Jahr zweitausendsechsundzwanzig sehen, und werfen einen Blick darauf, wie sich Googles KI selbst zitiert und welche Risiken dies birgt. Zudem berichten wir über die Gefährdung von Retail Media durch KI, das höhere Engagement von Gaming im Vergleich zu Social Media und im Fachartikel von Thomas Federkiel über den Wandel von Insellösungen zu integrierten Vertriebsprozessen. --- Thema 1 --- Die Marketing-Trends im Jahr zweitausendsechsundzwanzig zeigen, dass Künstliche Intelligenz, kurz KI, als zentrales Thema im Marketing wahrgenommen wird. Eine umfassende Umfrage mit rund zweitausendfünfhundertneunundneunzig Befragten belegt, dass über achtzig Prozent der Teilnehmer KI im Marketing als relevant erachten. Fünf Kernthemen der KI finden sich unter den zehn wichtigsten Marketing-Themen. Besonders hervorzuheben ist der Anstieg der Relevanz von Conversational AI, die einen signifikanten Zuwachs verzeichnet. Im Bereich Content-Creation gewinnt AI Content Creation an Bedeutung, während traditionelles Content Marketing aus den Top Ten fällt. Die Umfrage zeigt zudem, dass das Interesse an menschlich produzierten, authentischen Inhalten abnimmt. LinkedIn und E-Mail-Marketing bleiben die führenden Kommunikationskanäle, wobei LinkedIn sich als bevorzugter Kanal im B2B-Bereich etabliert hat. Die Umfrage, die zwischen Dezember zweitausendfünfundzwanzig und Januar zweitausendsechsundzwanzig durchgeführt wurde, bietet wertvolle Einblicke in die sich wandelnde Marketinglandschaft. --- Thema 2 --- Eine aktuelle Studie zeigt, dass die KI von Google zunehmend eigene Quellen zitiert und Nutzer oft zu weiteren Suchergebnissen innerhalb des Google-Ökosystems führt, anstatt sie auf externe Websites zu leiten. Der Anteil der Zitate, die direkt von Google stammen, liegt inzwischen bei mehr als siebzehn Prozent. Im Vergleich dazu betrug dieser Anteil im Juni zweitausendfünfundzwanzig nur etwa fünf Prozent. Dies bedeutet eine Verdopplung innerhalb kurzer Zeit. Wenn man YouTube in die Betrachtung einbezieht, stammen mittlerweile rund zwanzig Prozent aller zitierten Quellen aus Google-eigenen Plattformen. Ein weiterer zentraler Befund ist, dass 59 Prozent der Google-Zitate heute auf klassische Google-Suchergebnisse verweisen. Dies führt dazu, dass die Quelle zu einer neuen Sucherfahrung innerhalb von Google wird. Besonders stark ist Googles Dominanz in den Bereichen Reisen, Unterhaltung und Immobilien, während im Bereich Jobs und Karriere die Plattform Indeed häufiger als Quelle auftritt. --- Thema 3 --- Künstliche Intelligenz gefährdet zunehmend das Geschäftsfeld des Retail Media. Insbesondere die Nutzung von KI-Chatbots für Produktsuchen führt dazu, dass Händlerseiten weniger Traffic erhalten. Prognosen deuten darauf hin, dass die klassischen Suchanfragen in diesem Jahr um bis zu fünfundzwanzig Prozent zurückgehen könnten, da Verbraucher zunehmend auf KI-gestützte Recherche zurückgreifen. Diese Entwicklung hat direkte Auswirkungen auf den Markt für Retail-Suchanzeigen, der einen bedeutenden Teil der Ausgaben im Retail Media ausmacht. Obwohl Experten diese Veränderung als ernsthafte Herausforderung betrachten, sehen sie darin keine unmittelbare Bedrohung für die Existenz der Retail Media Networks. Vielmehr erfordert die Situation eine Weiterentwicklung der Angebote in diesem Bereich. Einige Marken testen bereits Werbung auf KI-Plattformen, während andere noch zögern, aufgrund von Bedenken hinsichtlich Kosten und Datentransparenz. Ein entscheidender Vorteil bleibt jedoch bei den Händlern, die direkten Zugang zu Transaktionsdaten und Messmethoden haben. Diese Informationen sind essenziell, um die Werbewirkung und den Umsatzbeitrag genau zu belegen. Gleichzeitig erweitern Händler ihre eigenen KI-Angebote und Werbeökosysteme, was ein neues Wettbewerbsfeld schafft. KI-Plattformen streben danach, zentrale Produktsuchmaschinen zu werden, während Retail Media Networks ihre Stärken in Daten und Messbarkeit ausspielen. --- Thema 4 --- Gaming erweist sich als effektiverer Marketingkanal als Social Media, insbesondere für Hispanic-Konsumenten. Mobile Gaming erzeugt ein höheres Engagement und Kaufinteresse. Laut einer Studie engagieren sich Hispanic Mobile Gamer rund dreißig Prozent stärker mit Werbung, während die Markenwiedererkennung durch In-Game-Werbung sechzig Prozent über dem Niveau von Social Media liegt. Zudem ist die Kaufbereitschaft nach mobilen Gaming-Ads um zwanzig Prozent höher. Trotz der Tatsache, dass Mobile Gaming nur einen kleinen Teil der Werbeausgaben ausmacht, beansprucht es über zehn Prozent der mobilen Nutzungszeit. Rund acht von zehn Hispanic-Konsumenten spielen mindestens einmal pro Woche Mobile Games und verbringen durchschnittlich sechsundfünfzig Minuten täglich damit. Die Werbung in diesen Spielen wird aktiv gewählt, was Unterbrechungen minimiert. Portal Latino passt die Werbung an kulturelle Besonderheiten an, was zu einer höheren Aufmerksamkeit führt. Studien belegen, dass Kampagnen im Mobile Gaming sowohl den Abverkauf steigern als auch das Markenvertrauen stärken. Marken sollten diesen Kanal ausprobieren, um die positiven Effekte selbst zu erfahren. --- Thema 5 --- Im Fachartikel von Thomas Federkiel wird das Problem der Insellösungen in Unternehmen thematisiert. Thomas Federkiel erläutert, dass viele Firmen über die Jahre verschiedene Werkzeuge wie CRM-Systeme, Newsletter-Tools und Websites eingeführt haben, die jedoch nicht miteinander kommunizieren. Dies führt dazu, dass wertvolle Leads verloren gehen, da der Überblick über den Kaufprozess fehlt. Er betont, dass die Digitalisierung mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme der bestehenden Systeme beginnen sollte und alle relevanten Abteilungen einbezogen werden müssen. Thomas Federkiel weist darauf hin, dass die Einführung neuer Software ohne eine durchdachte Strategie nicht ausreicht. Die verschiedenen Systeme müssen miteinander verknüpft werden, um einen effektiven Kundengewinnungsprozess zu ermöglichen. Dabei empfiehlt er ein schrittweises Vorgehen, anstatt alles gleichzeitig umzusetzen, um das Team nicht zu überfordern. Datenschutz, so Federkiel, sollte kein Hindernis darstellen, da es datenschutzkonforme europäische Lösungen gibt. Letztlich betont er, dass ein funktionierender digitaler Kundengewinnungsprozess kontinuierlich aufgebaut werden muss, um den Überblick über Leads und deren Verhalten zu behalten.