--- Hook --- Wir beleuchten heute, wie Liquid Glass seinen Weg zu Instagram findet und welche Rolle Künstliche Intelligenz dabei spielt, Verbraucher zu beeinflussen und möglicherweise den Ruf von Marken zu gefährden. Außerdem diskutieren wir, warum emotionaler Kontext zur neuen Währung wird und wie Nostalgie als Erfolgsfaktor für Marken dienen kann. --- Thema 1 --- Instagram testet derzeit eine neue Navigationsleiste im Liquid-Glass-Design für iOS-Nutzer. Diese Leiste ist semitransparent und schwebt über dem Content, anstatt fest am unteren Bildschirmrand zu sitzen. Dadurch wird der Platz auf dem Bildschirm effizienter genutzt, und die dargestellten Posts stehen stärker im Fokus. Das Design wurde bislang nur einer kleinen Gruppe von Nutzern zugänglich gemacht, und es ist unklar, ob und wann ein breiter Roll-out erfolgen wird. Das Liquid-Glass-Design, das mit der Einführung von iOS sechsundzwanzig populär wurde, sorgt für gemischte Reaktionen. Einige Nutzer schätzen den modernen Look, während andere die Lesbarkeit als eingeschränkt empfinden. Die mögliche Übernahme dieser Designsprache durch Meta könnte durch den bevorstehenden Wechsel von Apples Top-Designer Alan Dye zu Meta verstärkt werden. Dies könnte darauf hindeuten, dass Liquid Glass auch in weiteren Meta-Anwendungen Einzug halten könnte. --- Thema 2 --- Der neue KI-Report „RE:HUMAN – The 2026 AI Trends Report“ beleuchtet sechs zentrale Trends, die das Marketing, die Kreativität und die Customer Experience bis zum Jahr zweitausendsechsundzwanzig prägen werden. Der Fokus liegt dabei auf Menschlichkeit und Authentizität, die sich als entscheidende Wettbewerbsvorteile herausstellen. KI wird zunehmend als Betriebssystem des Marketings angesehen und verändert das Konsumverhalten grundlegend. KI-Agenten übernehmen die Suche, Bewertung und Kaufentscheidungen, wodurch sogenannte Auto-Consumer als Stellvertreter der Kunden agieren und klassische Touchpoints transformieren. Zudem wird Marketing verstärkt zur Co-Creation, indem Konsumenten mithilfe von KI aktiv an der Gestaltung von Produkten und Inhalten beteiligt werden. Im Bereich Wellness agieren KI-Systeme nicht nur als Datensammler, sondern auch als aktive Coaches für Gesundheit und Lifestyle. Im Content-Marketing setzen sich kompakte Formate durch, während Nostalgie gezielt eingesetzt wird, um kulturelles Erbe emotional aufzuladen. In einer Welt voller KI-generierter Inhalte wird Authentizität zur neuen Form von Luxus, besonders für jüngere Zielgruppen. Erfolgreiches Marketing der Zukunft erfordert somit eine bewusste menschliche Note. --- Thema 3 --- Der Fall von Dr. Ed Hope verdeutlicht, wie Künstliche Intelligenz den Ruf von Personen erheblich schädigen kann. Google AI verbreitete falsche Anschuldigungen gegen den britischen Arzt und YouTuber, indem es ihn fälschlicherweise des Verkaufs von Krankmeldungen beschuldigte. Diese unbegründeten Vorwürfe gefährdeten nicht nur seine medizinische Karriere, sondern führten auch zu seiner Suspendierung von der medizinischen Kammer. Dr. Hope, der in seiner zehnjährigen Laufbahn nie Beschwerden oder Sanktionen hatte, warnte vor den ernsthaften Folgen solcher falschen Informationen. Die AI hatte anscheinend Identitäten und Ereignisse vermischt und präsentierte die falschen Anschuldigungen als Tatsachen. Dies wirft rechtliche Fragen auf, insbesondere hinsichtlich der Anwendung von Section zweihundertdreißig, die Plattformen normalerweise vor Haftung für Inhalte Dritter schützt. Experten diskutieren, ob AI-generierte Inhalte tatsächlich als neue Inhalte gelten und somit die Möglichkeit der Verleumdung eröffnen. Der Fall zeigt die Risiken von Künstlicher Intelligenz in der öffentlichen Darstellung von Personen und die Notwendigkeit einer klaren Regelung für Haftung und Korrekturen bei Fehlinformationen. --- Thema 4 --- Der Artikel thematisiert den Wandel in der digitalen Werbebranche, der durch Datenschutzauflagen und den Verlust klassischer Identifier bedingt ist. Emotionale Kontexte gewinnen an Bedeutung und ersetzen traditionelle Targetingsignale. Laut Marko Johns, UK Managing Director bei Seedtag, ermöglicht kontextbasierte Werbung effektive Ansprache ohne Cookies und personenbezogene Daten. Seedtag verfolgt den Ansatz des „neuro-kontextuellen Advertisings“, bei dem nicht nur der inhaltliche Kontext, sondern auch der emotionale Zustand der Nutzer zum Zeitpunkt des Werbekontakts analysiert wird. EEG-Studien in Zusammenarbeit mit der Columbia University belegen, dass auf den emotionalen Kontext abgestimmte Werbemittel die Reaktionsraten und die Markenwahrnehmung signifikant steigern. Für Marken bedeutet dies, ihre Botschaften in Momenten zu platzieren, in denen Nutzer besonders aufnahmebereit sind. Agenturen profitieren von präziseren Planungs- und Messgrundlagen, während Publisher den Wert ihrer Inhalte steigern können. Johns empfiehlt, den emotionalen Kontext bis zum Jahr zweitausendsechs fest in der Mediastrategie zu verankern, um eine zukunftssichere, datenschutzkonforme Markenkommunikation zu gewährleisten. --- Thema 5 --- Nostalgie entwickelt sich zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für Marken und treibt deren Wachstum voran. Retro-Produkte wecken Emotionen, stärken die Kundenbindung und erzielen auch höhere Preise. Studien zeigen, dass mehr als siebenundsiebzig Prozent der Deutschen Produkte kaufen, die Erinnerungen hervorrufen. Zudem sind über dreiundachtzig Prozent bereit, für nostalgische Waren mehr Geld auszugeben. In einer Zeit, die von Unsicherheiten wie der Klimakrise und gesellschaftlicher Polarisierung geprägt ist, suchen Verbraucher nach Stabilität. Produkte aus vergangenen Jahrzehnten vermitteln ein Gefühl von Wärme und Verbundenheit. Beispiele wie die Rückkehr von Kult-Kaugummis oder ikonischen Marken zeigen diesen Trend eindrucksvoll. Für Unternehmen bedeutet dies, dass Tradition oft höher geschätzt wird als Innovation. Erfolgreiche Kampagnen sollten jedoch Nostalgie nicht nur oberflächlich nutzen, sondern Retro-Design mit modernen Werten und Storytelling verbinden. So können Marken zeitgemäß bleiben und emotionale Bindungen aufbauen. Auch jüngere Zielgruppen zeigen Interesse an nostalgischen Elementen. Marketingexperten betonen, dass die emotionale Geschichte alter Produkte neu erzählt werden sollte, um eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu schlagen.