--- Hook --- Wir beleuchten, wie Künstliche Intelligenz in der Lage ist, innerhalb einer Stunde einen Liebesroman zu schreiben, und werfen einen Blick auf die fünfzig stärksten Marken der Welt. Außerdem berichten wir über die ersten Radiosender, die KI-generierte Musik spielen, und diskutieren im Fachartikel von Anja Heinrich, wie Googles UCP den Onlinehandel verändert, sowie im Podcast mit Jenny Gruner, wie Automation und KI B2B-Silos aufbrechen. --- Thema 1 --- Künstliche Intelligenz revolutioniert die Buchbranche, insbesondere das Segment der Liebesromane. Laut einer Recherche der New York Times sind spezialisierte Programme in der Lage, komplette Romane in weniger als einer Stunde zu erstellen. Die Autorin Coral Hart hat demonstriert, wie ein KI-Tool auf Basis einer Gliederung innerhalb von ungefähr fünfundvierzig Minuten einen vollständigen Roman generiert. Über ihr Coaching-Unternehmen hat sie mehr als eintausendsechshundert Personen geschult, KI-Tools wie Claude für die Romanproduktion zu nutzen. Die Produktivitätsgewinne sind erheblich, da Autoren mehrere Titel pro Woche veröffentlichen können. Dennoch bleibt die Nutzung von KI oft intransparent. Viele Autoren befürchten, dass sie durch die Offenlegung ihrer KI-Nutzung Reputationsverluste erleiden oder negative Leserreaktionen hervorrufen könnten. Im Jahr zweitausendfünfundzwanzig führte die Veröffentlichung unbearbeiteter KI-Prompts in Romanen zu öffentlicher Kritik und Vertrauensverlust. Auch literarische Institutionen stehen unter Druck, da Magazine wie Clarkesworld zeitweise Einreichungen stoppen mussten, nachdem sie mit zahlreichen KI-generierten Texten überflutet wurden. Plattformen wie Amazon haben reagiert und verlangen von Autoren im Kindle-Direct-Publishing die Offenlegung aller KI-generierten Inhalte. Verstöße gegen diese Regelungen können zur Entfernung von Titeln oder zu Sanktionen führen. --- Thema 2 --- Das YouGov-Best-Brands-Ranking für das Jahr zweitausendsechsundzwanzig zeigt, dass Tech-Marken bei den Verbrauchern besonders stark sind. An erster Stelle steht WhatsApp, der weltweit führende Messenger, gefolgt von Samsung auf dem zweiten Platz. YouTube, das Videoportal von Google, belegt den dritten Rang. Diese Ergebnisse basieren auf mehr als sechs Millionen Interviews in insgesamt achtundzwanzig Märkten und bieten wertvolle Einblicke in das Markenvertrauen der Konsumenten. Neben den Tech-Giganten finden sich auch andere bekannte Marken unter den Top-Zehn, darunter Google, Adidas, Nike, Netflix, Colgate und Toyota. Die Rankings verdeutlichen die starke Verankerung von Technologie- und Digitalmarken im globalen Bewusstsein der Verbraucher. Die Dominanz dieser Marken spiegelt die aktuellen Trends und Vorlieben der Konsumenten wider und zeigt, wie wichtig digitale Kommunikation und Unterhaltung in der heutigen Zeit sind. --- Thema 3 --- Immer mehr private Radiosender in Deutschland integrieren in ihren Nachtprogrammen vollständig KI-generierte Musik. Diese Entwicklung, die zwischen ein und vier Uhr morgens stattfindet, wird von Sendern wie Radio Frankfurt, Antenne Koblenz und Charivari umgesetzt. Die Sender kennzeichnen diese Inhalte transparent und betonen den Unterhaltungswert sowie die logische Weiterentwicklung des Mediums Radio. Ein wesentlicher Vorteil der KI-Musik sind die deutlich geringeren Lizenzkosten, da diese nicht Teil des klassischen GEMA-Repertoires sind. Dadurch können die Sender ihre Ausgaben für Musikrechte erheblich senken, insbesondere in Randzeiten. Allerdings wird diese Entwicklung von der GEMA kritisch betrachtet. Sie weist auf mögliche Urheberrechtsprobleme hin, da KI-Systeme oft mit bestehenden Musikwerken trainiert wurden, ohne dass die Urheber dafür eine Zustimmung oder Vergütung erhalten haben. Zudem besteht die Gefahr, dass KI-Produktionen in Zukunft verstärkt mit menschlichen Künstlern konkurrieren. Regulatorisch bleibt das Thema relevant, da Gerichtsentscheidungen darauf hindeuten, dass das Training von KI mit geschützten Inhalten rechtliche Risiken birgt. Die Verantwortung dafür wird hauptsächlich den Anbietern der KI-Systeme zugeschrieben. --- Thema 4 --- Im Fachartikel von Anja Heinrich wird das Universal Commerce Protocol, kurz UCP, als ein bedeutender Schritt für den Onlinehandel vorgestellt. Anja Heinrich erläutert, dass UCP eine einheitliche Kommunikation zwischen KI-Agenten und Handelssystemen über alle Phasen der Customer Journey ermöglicht. Dadurch können Käufe direkt in der Google-Suche oder im Gemini-KI-Chat getätigt werden, ohne dass Nutzer klassische Onlineshops besuchen müssen. Dies verändert die Logik des Suchens und Kaufens grundlegend. Nach Einschätzung von Anja Heinrich profitieren Unternehmen von einer vereinfachten technischen Integration ihrer Produktdaten, die über das Merchant Center für verschiedene Plattformen bereitgestellt werden können. Zudem bleibt der Händler der rechtliche Verkäufer, was die Kontrolle über Preis und Kundenbeziehungen sichert. Die Veränderungen im Online-Marketing sind ebenfalls erheblich. Anja Heinrich betont, dass die Datenqualität und die Interaktion mit intelligenten Assistenten in den Vordergrund rücken. Unternehmen müssen ihre Tracking- und Attribution-Modelle anpassen, da viele Käufe außerhalb traditioneller Onlineshops stattfinden. Insgesamt sieht Anja Heinrich UCP als strategischen Wendepunkt, der Unternehmen dazu anregt, ihre Marketingstrategien anzupassen und die Qualität ihrer Produktdaten zu optimieren, um im neuen Agentic Commerce erfolgreich zu sein. --- Thema 5 --- In der heutigen Podcast-Episode mit Jenny Gruner wird das Thema behandelt, wie Automation und Künstliche Intelligenz B2B-Silos sprengen können. Jenny Gruner erklärt, dass Marketing Automation als ein Business-Projekt betrachtet werden sollte, das alle Bereiche wie Sales, Customer Success und Marketing von Anfang an einbezieht. Der Erfolg hängt davon ab, dass alle Beteiligten verstehen, wie Leads definiert sind und wie diese Informationen genutzt werden. Zudem wird betont, dass die Datenqualität nicht verhandelbar ist. Klare Verantwortlichkeiten sind notwendig, um zu verhindern, dass verschiedene Abteilungen ihre eigenen Prozesse entwickeln und neue Silos entstehen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass Automatisierung nicht nur die externe Kommunikation betrifft, sondern auch intern erfolgen sollte. Sales benötigt automatisch die richtigen Informationen, um die Lead-Qualifizierung zu optimieren. Jenny Gruner weist darauf hin, dass es sinnvoll ist, Standardprozesse zu nutzen, anstatt die Tools übermäßig anzupassen. Vertrauen in die Best Practices der Anbieter kann langfristig Zeit und Frustration sparen. Schließlich wird klargestellt, dass Künstliche Intelligenz ein Effizienz-Booster ist, jedoch der Mensch unverzichtbar bleibt. Fachkompetenz und strategisches Urteilsvermögen sind nach wie vor zentral.