--- Hook --- Wir beleuchten heute, wie Künstliche Intelligenz emotionale Werbung optimiert und werfen einen Blick auf den Markt für Smart Glasses, in dem Meta einen Marktanteil von rund achtzig Prozent hält. Zudem berichten wir über Utahs Pläne, personalisierte Werbung zu besteuern, die Übernahme von cmmrcl.ly durch Bonial zur Stärkung der Retail-Media-Datenplattform und KFCs Tierwohl-Kampagne, die durch Missstände in Betrieben in Frage gestellt wird. --- Thema 1 --- Künstliche Intelligenz hat die Fähigkeit entwickelt, menschliche Emotionen nahezu in Echtzeit zu erkennen, was neue Möglichkeiten für die emotionale Werbung eröffnet. Durch die Analyse von Mimik, Sprachmustern und Texten können Systeme zentrale Gefühlszustände identifizieren und die Kommunikation oder Inhalte entsprechend anpassen. Diese Technologie ermöglicht eine personalisierte Ansprache, wodurch Websites, Shops und Chatbots situativ auf die Stimmungen der Nutzer reagieren können. Studien belegen, dass emotionale Optimierungen in Kampagnen zu Umsatzsteigerungen von bis zu dreiundzwanzig Prozent führen können. Die gesteigerte Werbeerinnerung, Aufmerksamkeit und Kaufabsicht sind signifikante Vorteile dieser Entwicklung. Jedoch bringt diese Technologie auch Herausforderungen mit sich. Experten warnen vor möglichen Manipulationen, unzureichender Einwilligung der Nutzer und Risiken im Hinblick auf den Datenschutz. Zudem können Fehlinterpretationen und kulturelle Verzerrungen in den Trainingsdaten zu Diskriminierung führen. Der Deutsche Bundestag hat bereits auf diese Problematiken hingewiesen, was die Notwendigkeit eines verantwortungsvollen Umgangs mit dieser Technologie unterstreicht. --- Thema 2 --- Der globale Markt für Smart Glasses verzeichnet ein starkes Wachstum, insbesondere im zweiten Halbjahr zweitausendfünfundzwanzig, wo die Auslieferungen um einhundertneununddreißig Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind. Laut einer Studie von Counterpoint Research sind KI-Brillen mit Kamera, Mikrofon und Lautsprecher besonders gefragt, da sie achtundachtzig Prozent der ausgelieferten Geräte ausmachen. Meta hat seine Marktführerschaft in diesem Bereich weiter ausgebaut und seinen Marktanteil von dreiundsiebzig Prozent im ersten Halbjahr auf zweiundachtzig Prozent im zweiten Halbjahr erhöht. Gemeinsam mit dem Partner EssilorLuxottica hat Meta über sieben Millionen Smart Glasses verkauft. Zu den wichtigsten Produkten gehören die zweite Generation der Ray-Ban Meta und neue KI-Sportbrillen, wobei die erste Generation der Ray-Ban Meta im zweiten Halbjahr zweitausendfünfundzwanzig das meistverkaufte Einzelprodukt war. Der Wettbewerb bleibt begrenzt, wobei Xiaomi als zweitgrößter Anbieter gilt. Regional führen die USA den Markt mit siebenunddreißig Prozent an, gefolgt von Europa mit dreißig Prozent und China mit sechs Prozent. --- Thema 3 --- Der US-Bundesstaat Utah plant die Einführung einer Steuer von vier Komma sieben Prozent auf gezielte, datenbasierte Werbung, auch bekannt als „Targeted Advertising“. Diese Maßnahme, die im Gesetzentwurf SB287 festgehalten ist, zielt darauf ab, große Social-Media-Unternehmen stärker zur Verantwortung zu ziehen, insbesondere hinsichtlich der Nutzung von Nutzerdaten zur Ausspielung personalisierter Werbung. Betroffen sind Unternehmen, die in Utah einen Werbeumsatz von mindestens einer Million US-Dollar erzielen sowie außerhalb des Bundesstaates über hundert Millionen US-Dollar erwirtschaften, sofern mehr als fünfzig Prozent ihrer Gesamterlöse aus gezielter Werbung stammen. Die Einnahmen aus dieser Steuer sollen gezielt in Programme fließen, die der Jugend und psychischen Gesundheit zugutekommen, wie beispielsweise Jugendsport und Freizeitangebote. Befürworter der Steuer sehen hierin eine Möglichkeit, Mittel aus potenziell schädlichen Geschäftsmodellen in präventive Maßnahmen umzuleiten. Kritiker hingegen bemängeln, dass die Steuer keine konkreten Datenschutzstandards oder Verhaltensregeln für die Plattformen festlegt und lediglich die Kosten erhöht, was negative Auswirkungen auf Start-ups und kleinere Unternehmen haben könnte. --- Thema 4 --- Bonial hat den Hamburger Social-Advertising-Spezialisten cmmrcl.ly übernommen, um seine Position im Retail-Media-Markt zu stärken. Mit dieser Übernahme bündelt Bonial Retail-Daten von über fünfundzwanzig Partnern, um Social-Media-Kampagnen für Händler präziser zu planen und messbar zu machen. Ziel ist die Schaffung einer integrierten Retail-Media-Plattform, die Planung, Ausspielung und Messung digitaler Kampagnen enger miteinander verbindet. Bonial betreibt unter anderem die Shopping-Apps kaufDA und MeinProspekt und erreicht damit rund vierzehn Millionen Nutzer im Monat. Die Kombination dieser Reichweite mit den datengetriebenen Lösungen von cmmrcl.ly ermöglicht eine gezielte Ansprache von Zielgruppen basierend auf spezifischen Kaufinteressen. Die neue Struktur soll das Retail-Marketing datenbasiert steuern. cmmrcl.ly ist auf Kampagnen in sozialen Netzwerken spezialisiert und bietet KPI-basierte Modelle sowie dynamische Werbeformate an. Bonial plant, diese Technologien mit seiner bestehenden Reichweite und Händlerbasis zu verknüpfen, um den wachsenden Anforderungen im Bereich Retail Media gerecht zu werden. --- Thema 5 --- Die Fast-Food-Kette Kentucky Fried Chicken, kurz KFC, präsentiert sich in Deutschland als Vorreiter im Bereich Tierschutz und wirbt mit hohen Standards sowie freiwilligen Verpflichtungen in über zweihundert Restaurants. Doch undercover durchgeführte Recherchen zeigen erhebliche Missstände in den Zulieferbetrieben, die das Vertrauen in diese Werbung erschüttern. Die Aufnahmen dokumentieren überfüllte Ställe, verletzte oder tote Tiere und gravierende Hygienemängel, was die Glaubwürdigkeit der Markenkommunikation infrage stellt. Besonders betroffen sind Betriebe der Initiative Tierwohl, deren Fleisch unter Haltungsstufe zwei vermarktet wird. Behörden haben in einigen Fällen Straftatbestände geprüft und Auflagen sowie Zwangsgelder verhängt. Obwohl die Initiative Tierwohl mit Sperren und Verfahren reagierte, erhielten einige Betriebe ihr Label nach kurzer Zeit zurück, trotz der festgestellten Mängel. Zudem dokumentierten Aktivisten Missstände in der Schweinemast, während Produkte aus diesen Betrieben im Lebensmitteleinzelhandel angeboten werden, oft beworben mit höheren Haltungsstufen. Das geplante staatliche Tierhaltungskennzeichen wird voraussichtlich erst im Jahr zweitausend siebenundzwanzig eingeführt.