--- Hook --- Wir werfen heute einen Blick auf die wachsende Bedeutung von Künstlicher Intelligenz im Bereich der Customer Experience und wie Snap plant, Brillen für zweitausendzweihundert US-Dollar zu verkaufen. Außerdem diskutieren wir, warum KI-Besucher mehr Interesse zeigen, beleuchten Stefanie Voss' Fachartikel über den Zusammenhang von Wagemut und Kreativität und hören im Podcast mit Mario Jung, warum Silos zwischen Marketing und Sales ein großes Hindernis darstellen. --- Thema 1 --- Künstliche Intelligenz verändert die Customer Experience grundlegend und macht sie zu einem zentralen Thema für Unternehmen. Marketing entwickelt sich von einer reinen Kommunikationsfunktion hin zu einer Steuerungs- und Orchestrierungsaufgabe. Der Fokus liegt nicht mehr auf der bloßen Existenz mehrerer Kanäle, sondern auf Kontext, Erinnerung und Steuerbarkeit. KI-Agenten und vernetzte Daten ermöglichen eine kanalübergreifende Gesprächsführung und erfordern von Marketingabteilungen ein technisches Denken, ohne die Verantwortung für Marke und Vertrauen zu verlieren. Die Rolle des Marketings wandelt sich, indem Inhalte sowohl für Menschen als auch für KI-Agenten aufbereitet werden müssen. Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihre Kommunikationsinfrastruktur nahtlos funktioniert, um konsistente Kundenerlebnisse zu schaffen. Zudem wird Vertrauen zu einer entscheidenden Voraussetzung für digitale Interaktionen, wobei regulatorische Anforderungen berücksichtigt werden müssen. Die Integration von KI in Marketingprozesse erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Unternehmensbereichen. Diese Veränderungen stellen eine Herausforderung dar, bieten jedoch auch die Möglichkeit, bessere Kundenerlebnisse zu schaffen. Letztlich liegt die Zukunft der Customer Experience in der Fähigkeit, einen kontinuierlichen, kontextreichen Dialog zu führen. --- Thema 2 --- Snap hat nach mehr als zehn Jahren Entwicklungsarbeit seine neue Augmented-Reality-Brille „Specs“ vorgestellt, die für rund zweitausendzweihundert US-Dollar verkauft werden soll. Die Markteinführung wurde jedoch von einer negativen Reaktion an den Finanzmärkten begleitet, was zu einem Verlust von mehr als fünf Prozent im Aktienkurs führte. Kritiker bemängeln vor allem den hohen Preis der Brille und bezweifeln, dass Snap damit eine ausreichend große Zielgruppe erreichen kann. Insbesondere jüngere Nutzer der Plattform könnten Schwierigkeiten haben, diese Investition zu tätigen. Snap-CEO Evan Spiegel verteidigt die Preisgestaltung und beschreibt Specs als vollwertigen Computer. Er sieht das Produkt als eine Kombination aus günstigen Smart Glasses und leistungsstarken AR-Headsets. Snap möchte die Vorteile beider Produktkategorien vereinen, indem es hohe Rechenleistung für immersive Anwendungen mit einem alltagstauglichen Design kombiniert. --- Thema 3 --- Die Bedeutung von Künstlicher Intelligenz für Reise-Websites nimmt rasant zu. Im Mai zweitausendsechsundzwanzig stieg der Traffic, der durch KI-Systeme vermittelt wurde, im Vergleich zum Vorjahr um einhundertvierundneunzig Prozent. Seit Beginn der Messungen im Oktober zweitausendvierundzwanzig beträgt das Wachstum sogar mehr als zweitausendzweihundert Prozent. Nutzer verwenden große Sprachmodelle nicht nur für erste Recherchen, sondern auch für den Vergleich von Reisezielen, die Reiseplanung, die Suche nach Angeboten und Buchungen. Besonders bemerkenswert ist die Qualität des KI-Traffics. Besucher, die über KI-Anwendungen auf Reise-Websites gelangen, verweilen siebzig Prozent länger auf den Seiten, zeigen einundzwanzig Prozent höheres Engagement und haben einundvierzig Prozent niedrigere Absprungraten im Vergleich zu Nutzern aus klassischen Kanälen. Obwohl die Conversion-Rate dieser Besucher noch unter der anderer Nutzer liegt, hat sich die Differenz seit Ende zweitausendvierundzwanzig deutlich verringert. Dennoch bleibt ein erheblicher Teil der Inhalte auf vielen Seiten für KI-Anwendungen schwer zugänglich. Unternehmen sollten daher ihre Inhalte strukturiert und KI-freundlich aufbereiten, um Sichtbarkeitsverluste zu vermeiden. --- Thema 4 --- Im Fachartikel von Stefanie Voss wird die zentrale Rolle des Wagemuts für kreative Prozesse im Marketing hervorgehoben. Stefanie Voss erläutert, dass der Status quo in vielen Organisationen eine erhebliche Barriere für kreative Exzellenz darstellt. Sie kritisiert, dass Kreativität oft fälschlicherweise als Ergebnis strukturierter Prozesse verstanden wird, während echte Innovation häufig an einer tief verwurzelten Bequemlichkeit scheitert. Nach Einschätzung von Stefanie Voss ist der Wagemut entscheidend, um bestehende ungeschriebene Regeln zu hinterfragen und kreative Ideen zu entwickeln. Sie beschreibt, wie historische Piraten als Metapher für soziale Rebellion und unkonventionelle Strategien dienen können. Voss betont, dass Erfolg im Marketing nicht nur auf Wissen basiert, sondern vor allem auf der bewussten Entscheidung, Risiken einzugehen. Sie empfiehlt, eine „Warum-nicht“-Haltung einzunehmen, um den Status quo zu überwinden. Zudem hebt sie die Bedeutung von Partizipation und Transparenz hervor, die Kreativität fördern. Praktische Tipps wie die Suche nach fachfremdem Input oder die Bildung eines imaginären Aufsichtsrats sollen helfen, gewohnte Denkmuster zu durchbrechen. Abschließend stellt Stefanie Voss fest, dass Kreativität eine Disziplin des Wagemuts ist, die erfordert, Gelegenheiten aktiv zu suchen und den Status quo herauszufordern. --- Thema 5 --- In der heutigen Podcast-Episode mit Mario Jung wird das Thema behandelt, warum Silos zwischen Marketing und Sales ein großes Hindernis darstellen. Mario Jung erklärt, dass nicht die Menge der Daten, sondern deren Relevanz entscheidend ist. Stammdaten wie Branche und Unternehmensgröße sind zwar ein guter Anfang, doch das Zusammenspiel von Verhaltensdaten, Intent-Signalen und Präferenzdaten ist ausschlaggebend. Viele Unternehmen sammeln Daten in Data Lakes, ohne eine klare Strategie zur Nutzung zu haben. Oft scheitern sie an den Silos zwischen den Abteilungen und der unterschiedlichen Nutzung von Datenquellen. Klare Governance und spartenübergreifende Prozesse sind unerlässlich. Ein weiterer Punkt ist, dass es nicht ausreicht, die erste Kaufabsicht zu erkennen. Vielmehr sollten mehrere Absichtssignale analysiert werden, um Retention, Upselling und Abo-Modelle zu steuern. Mario Jung hebt hervor, dass datengetriebene Erfolge oft durch kleine, aber systematisch umgesetzte Maßnahmen erzielt werden können. Zudem wird die Zukunft der Technologie in spezialisierten, integrierten Tools gesehen, die durch Customer Data Platforms unterstützt werden. KI und Automation spielen eine wichtige Rolle, jedoch nur, wenn die Datenqualität und die Klarheit der Prozesse bereits gegeben sind.