--- Hook --- Wir beleuchten heute, wie künstliche Intelligenz im Marketing zwar häufig genutzt, aber selten voll ausgeschöpft wird, und warum das Open Web oft unterschätzt wird. Außerdem berichten wir über die neue Rolle von Slack als KI-Zentrale bei Salesforce, Googles Einführung einer Diktier-App und im Fachartikel von Rutger Maree darüber, wie vernetztes Fernsehen zum KI-getriebenen Performancekanal wird. --- Thema 1 --- Künstliche Intelligenz ist im Marketing mittlerweile etabliert, doch viele Unternehmen schöpfen ihr Potenzial nicht aus. Eine aktuelle Studie zeigt, dass der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Marketing stark zugenommen hat und sie mittlerweile ein fester Bestandteil vieler Strategien ist. Ungefähr dreiundsiebzig Prozent der Unternehmen nutzen Künstliche Intelligenz, jedoch bleibt ein erheblicher Teil des Potenzials ungenutzt. Rund zwanzig Prozent der Möglichkeiten werden nicht ausgeschöpft, da Künstliche Intelligenz häufig nur punktuell und nicht strategisch integriert wird. Dies führt zwar zu Effizienzgewinnen in einzelnen Bereichen, jedoch nicht zu nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen. Die größte Herausforderung ist das fehlende Know-how der Marketingteams. Oft stehen sie vor einer Vielzahl an Tools, haben jedoch nicht die notwendigen Fähigkeiten, um diese effektiv einzusetzen. Erfolgreiche Unternehmen setzen daher weniger auf eine Vielzahl von Tools, sondern konzentrieren sich auf gezielten Kompetenzaufbau und klare Anwendungsstrategien. Entscheidend ist nicht nur der Zugang zu Künstlicher Intelligenz, sondern die Fähigkeit, sie sinnvoll und wirksam einzusetzen. --- Thema 2 --- Open Web wird systematisch unterschätzt, obwohl es zahlreiche Vorteile für das Programmatic Advertising bietet. Es ermöglicht eine Reichweite über viele digitale Nutzungssituationen hinweg, während viele Unternehmen weiterhin hauptsächlich auf große Plattformen setzen. Diese Sichtweise ist jedoch unzureichend, da Nutzer sich über verschiedene Kanäle bewegen, wie Nachrichten, Streaming und Gaming. Programmatic Advertising bietet den Zugang zu diesen vielfältigen Umfeldern und verbindet sie effizient. Moderne Programmatic-Plattformen reduzieren die Komplexität, indem sie Planung, Einkauf und Optimierung zentralisieren und durch Künstliche Intelligenz unterstützen. Zudem steigert kontextbasierte Werbung die Performance, ohne auf personenbezogene Daten angewiesen zu sein. Technologien analysieren Inhalte und Nutzungssituationen, um relevante Werbemomente zu schaffen. Werbetreibende erhalten mehr Transparenz über die Wirkung ihrer Kampagnen und können ihre Strategien gezielt optimieren. Der digitale Werbemarkt verändert sich durch Datenschutzanforderungen und den Wunsch nach Unabhängigkeit von großen Plattformen. Unternehmen integrieren zunehmend das Open Web in ihre Strategien, wodurch es sich langfristig zu einem festen Bestandteil moderner Mediapläne entwickeln kann. --- Thema 3 --- Slack entwickelt sich zur zentralen KI-Plattform von Salesforce und transformiert sich vom Kommunikations-Tool zur Steuerinstanz für Unternehmensprozesse. Der Slackbot koordiniert Aufgaben über verschiedene Systeme hinweg, wodurch Nutzer Informationen abrufen, Datensätze ändern und Workflows starten können, ohne zwischen unterschiedlichen Anwendungen wechseln zu müssen. Diese Funktionalität wird durch das Model Context Protocol unterstützt, das Künstliche Intelligenz mit Tools, Daten und Anwendungen verknüpft. Der Slackbot kann Anfragen intelligent an die passenden Systeme weiterleiten. Zudem ermöglichen sogenannte KI-Skills die Automatisierung wiederkehrender Aufgaben, während ein Meeting-Assistent Inhalte analysiert und in konkrete Aktionen umsetzt. Durch die Integration von CRM-Funktionen direkt in Slack können Nutzer Kundendaten verwalten und Prozesse steuern, ohne separate Systeme öffnen zu müssen. Mit der Anbindung von über zweitausend sechshundert Apps positioniert sich Slack als operative Schaltzentrale für Vertrieb, Service und Marketing, was zu effizienteren Abläufen und einer einheitlichen Nutzeroberfläche führt. Damit wird Slack zu einem intelligenten Arbeitsraum, in dem Künstliche Intelligenz, Daten und Anwendungen nahtlos zusammenarbeiten. --- Thema 4 --- Google hat eine neue Diktier-App namens „Google AI Edge Eloquent“ für iOS veröffentlicht, die offline funktioniert und gesprochene Sprache in lesbaren Text umwandelt. Diese Anwendung zeigt die Fortschritte in der Sprachverarbeitung auf und ermöglicht es Nutzern, live Transkriptionen zu verfolgen, die anschließend bearbeitet oder strukturiert werden können. Ein herausragendes Merkmal der App ist die automatische Textoptimierung, bei der Füllwörter wie „äh“ oder „um“ sowie Satzabbrüche entfernt werden. Darüber hinaus bietet die App Funktionen zur Textanpassung, beispielsweise das Kürzen oder Umformulieren in einen formelleren Stil. Die Verarbeitung kann entweder lokal auf dem Gerät oder über die Cloud erfolgen. Momentan ist die App ausschließlich für iOS verfügbar, es ist jedoch geplant, sie in Zukunft auch für Android zu launchen. Nutzer haben die Möglichkeit, Transkriptionen zu speichern und zu durchsuchen sowie individuelle Begriffe zu integrieren. Mit dieser App positioniert sich Google im wachsenden Markt für KI-gestützte Speech-to-Text-Lösungen und testet gleichzeitig neue Funktionen für zukünftige Produkte. --- Thema 5 --- Im Fachartikel von Rutger Maree wird die Entwicklung von Connected Television, kurz CTV, als ein KI-getriebener Performancekanal beschrieben. Rutger Maree erläutert, dass CTV zunehmend an Bedeutung gewinnt, da Künstliche Intelligenz präzisere Zielgruppenplanung, dynamische Kampagnensteuerung und bessere Performance ermöglicht, ohne auf Cookies angewiesen zu sein. Nach Einschätzung von Rutger Maree ist das veränderte Nutzungsverhalten der deutschen Konsumentinnen und Konsumenten, insbesondere bei jüngeren Zielgruppen, ein zentraler Faktor für das Wachstum von CTV. Der Einsatz von First-Party-Daten und gerätebasierten Identifikatoren ermöglicht eine effektive Personalisierung, während KI den Wettbewerbsvorteil von CTV stärkt. Rutger Maree betont, dass KI nicht nur die Zielgruppenplanung revolutioniert, sondern auch dynamische Kampagnen ermöglicht, die sich an Echtzeit-Signale anpassen. Dennoch weist er darauf hin, dass die Balance zwischen Automatisierung und menschlicher Kreativität entscheidend bleibt, um den spezifischen deutschen Konsumverhalten gerecht zu werden. Marken, die frühzeitig in KI-Technologien investieren, können sich langfristige Vorteile sichern. CTV entwickelt sich somit zu einem intelligenten Kanal, der Werbetreibenden neue Möglichkeiten eröffnet.