--- Hook --- Heute blicken wir auf „Google testet Countdown in Shopping Ads“, „Prime Video macht Einkaufen leichter“, „Product Placement allein reicht nicht“, den Fachartikel von Oliver Gassner zu „Wenn Reichweite LinkedIn-Inhalte verflacht“ und den Podcast mit Erik Siekmann über „Warum verliert Google seine Macht im Marketing?“. --- Thema 1 --- Google testet derzeit einen Countdown in seinen Shopping-Anzeigen. Diese neue Funktion zeigt an, wie lange ein Angebot noch gültig ist und soll zeitlich begrenzte Deals hervorheben. Ein Test, der am elften September entdeckt wurde, zeigt unter einem Produkt den Hinweis „fünf Tage verbleibend“, um die Dringlichkeit eines Kaufs zu erhöhen. Google hat diesen Test als sehr frühes Experiment bezeichnet und bestätigt, dass die Anzeige dazu dient, zeitlich begrenzte Angebote direkt in den Suchergebnissen sichtbar zu machen. Die Daten für den Countdown werden automatisch aus dem Merchant Center abgerufen, wo Verkaufspreise, Gültigkeitszeiträume und Promotionen hinterlegt sind. Für die Darstellung ist kein zusätzliches Anzeigenformat erforderlich, allerdings sind bestimmte Bedingungen, wie ein nahes Angebotsende, notwendig. Momentan steht die zugrunde liegende „Deal Ends“-Funktion im Europäischen Wirtschaftsraum, in der Schweiz und in Großbritannien nicht zur Verfügung, und Google hat keinen Zeitrahmen für eine mögliche Einführung in diesen Märkten genannt. Der Test deutet darauf hin, dass Google die Produkt- und Aktionsdaten aus dem Merchant Center verstärkt nutzen könnte, um Angebote prominenter darzustellen. --- Thema 2 --- Amazon intensiviert die Verbindung zwischen Streaming und E-Commerce, indem es den Zuschauern ermöglicht, Produkte aus Serien und Filmen zu entdecken und direkt zu kaufen. Mit der neuen Funktion „Shop the Scene“ können Zuschauer Bilder aus Filmszenen auswählen und Amazons visuelle Suche nutzen, um Produkte zu identifizieren, die zur Kleidung von Charakteren oder zur Einrichtung passen. Diese Funktion ist in den Vereinigten Staaten bereits für mobile Betriebssysteme verfügbar und unterstützt mehr als sechshundert Titel. Zudem wird das Angebot „Shop the Show“ von eintausenddreihundert auf über achttausend Titel ausgeweitet, was Prime Originals, ausgewählte lizenzierte Inhalte und Live-Sport umfasst. Zuschauer können über die X-Ray-Funktion einen speziellen „Shop“-Bereich aufrufen, der Produkte passend zum gerade angesehenen Inhalt präsentiert. Die Amazon-Shopping-App öffnet sich automatisch und zeigt relevante Produkte an, ohne dass Nutzer zuvor einen Suchbegriff eingeben müssen. Amazon folgt damit dem Trend, das Einkaufserlebnis direkt in das Streaming zu integrieren, ein Ansatz, den auch andere Plattformen wie YouTube und Disney verfolgen. --- Thema 3 --- Branded Entertainment entwickelt sich über das klassische Product Placement hinaus zu einer umfassenden Markenaktivierung, die Content, Communities und reale Erlebnisse einbezieht. Laut Sandra Freisinger-Heinl ist es entscheidend, Marken nicht nur in Filmen oder Serien zu platzieren, sondern auch Geschichten und Community-Erlebnisse zu entwickeln. Marken sollten daher „größer denken“ und das Umfeld um ein Entertainment-Format mit einbeziehen. Reale Erlebnisse gewinnen an Bedeutung, da Events und Community-Aktivierungen Marken mit Leben füllen und digitale Touchpoints ergänzen können. Freisinger betont, dass Branded Entertainment eine wertvolle Alternative zum kurzfristig orientierten Performance-Marketing darstellt. Während Reichweite, Engagement und Kaufabsicht messbar sind, sollten beide Ansätze nicht eins zu eins gegeneinander aufgerechnet werden. Ziel von Branded Entertainment ist es, Marken langfristig im Gedächtnis der Konsumenten zu verankern. Eine besondere Chance sieht die Expertin in Mikrodramen, die durch geringe Produktionskosten und kurze Folgen auf Plattformen wie TikTok und Instagram Communities kontinuierlich ansprechen können. --- Thema 4 --- Im Fachartikel von Oliver Gassner wird das Spannungsfeld zwischen der Nutzung von LinkedIn und den dort vorherrschenden Inhalten thematisiert. Oliver Gassner erläutert, dass LinkedIn ursprünglich als professionelles Netzwerk konzipiert wurde, jedoch zunehmend von Oberflächlichkeit und Selbstinszenierung geprägt ist. Diese Entwicklung führt dazu, dass wertvolle Inhalte im Feed untergehen und die Plattform an Attraktivität verliert. Der Begriff „Enshittification“ beschreibt diesen Verfall, der durch die Fokussierung auf Interaktionen und Reichweite verstärkt wird. Gassner hebt hervor, dass Beiträge, die Emotionen und provokante Thesen enthalten, überproportional sichtbar sind, während sachliche Beiträge in den Hintergrund treten. Diese Dynamik führt zu einer Monokultur im Feed, die die Vielfalt der Stimmen einschränkt. Gassner empfiehlt, aktiv den chronologischen Feed zu nutzen, selektiv zu interagieren und das eigene Netzwerk zu kuratieren, um die Qualität der angezeigten Inhalte zu verbessern. Abschließend betont er, dass LinkedIn trotz der Herausforderungen ein wertvolles Werkzeug für Business-Networking bleiben kann, wenn Nutzer aktiv an der Gestaltung ihres Feeds mitwirken. --- Thema 5 --- In der heutigen Podcast-Episode mit Erik Siekmann wird erörtert, warum Google seine Macht im Marketing verliert und welche Veränderungen durch Künstliche Intelligenz entstehen. Erik Siekmann erklärt, dass die Reichweite bei B2B-Podcasts nicht der entscheidende Maßstab ist. Stattdessen ist es wichtig, genau die Entscheider zu erreichen, die ein Thema verstehen müssen. Hierbei zählt die Passgenauigkeit der Zielgruppe mehr als die Gesamtzahl der Hörer. Ein weiterer Punkt ist, dass kurze Videoclips auf Plattformen wie LinkedIn die Discovery-Phase übernehmen, während längere Audio-Podcasts die Bindung der Hörer fördern. Dies erfordert eine differenzierte Content-Planung, da Video und Audio unterschiedliche Rollen im Marketing Funnel einnehmen sollten. Erik Siekmann weist darauf hin, dass Podcasts besonders bei erklärungsbedürftigen Produkten effektiv sind. Je komplexer ein Produkt ist, desto eher sind Interessenten bereit, sich auf tiefgehende Inhalte einzulassen. Zudem verliert klassisches Suchmaschinenoptimierung an Steuerbarkeit, da Künstliche Intelligenz zunehmend direkte Antworten liefert und Marken zitiert, anstatt sie zu verlinken. Abschließend betont Erik Siekmann, dass Authentizität und erkennbare Gesichter in einer Welt, in der Künstliche Intelligenz Inhalte generieren kann, an Bedeutung gewinnen. Personenmarken schaffen Communities und tragen Themen weiter, was für Marketing-Verantwortliche von großem Wert ist.