--- Hook --- Wir nehmen heute in den Blick, wie die Google Search Console nun auch Social Media und Video erfasst, und diskutieren, warum Claude in der Textproduktion ChatGPT und Gemini übertrifft. Außerdem beleuchten wir die Rücknahme der SAF-Werbung durch Lufthansa, lernen im Fachartikel von Gabriele Braun, was Marketer von Basel lernen können, und erfahren im Podcast mit Imke Rottschäfer, warum KI-Projekte im Marketing häufig an der Datenbasis scheitern. --- Thema 1 --- Die Google Search Console hat ihre Funktionen erweitert und ermöglicht nun die Messung von Inhalten auf sozialen Plattformen wie Instagram, TikTok, X und YouTube. Diese neuen Plattform-Reports bieten Unternehmen die Möglichkeit, die Performance ihrer Inhalte in der Google-Suche zu analysieren. Nach einer einmaligen Verifizierung der jeweiligen Plattform können die Nutzer auf Performance-, Insights- und Achievement-Berichte zugreifen. Die Performance-Berichte liefern Kennzahlen wie Klicks und Impressionen sowie die Analyse von Suchanfragen und einzelnen Beiträgen, um den Traffic zu bewerten. Die Insights-Berichte bieten einen Überblick über aktuelle Entwicklungen und erfolgreiche Inhalte, während der Bereich „Achievements“ es ermöglicht, erreichte Meilensteine zu verfolgen. Diese Erweiterung ist besonders wertvoll, da die Auswertung der Google-Suche für externe Inhalte zuvor nur eingeschränkt möglich war. Unternehmen können ihre Content-Strategien nun gezielter optimieren und erhalten fundierte Daten zur organischen Sichtbarkeit ihrer Social- und Video-Inhalte. Die Einführung dieser Funktion erfolgt schrittweise in den kommenden Wochen. --- Thema 2 --- Eine Studie von Wortliga im Auftrag von Sistrix hat die Leistung von drei führenden Sprachmodellen im Hinblick auf ihre Eignung für B2B-Marketing- und Vertriebstexte untersucht. Die Analyse umfasste über zweitausend Texte aus verschiedenen Formaten, darunter SEO-Artikel, Whitepaper und Social-Media-Posts. Claude Opus vier Punkt sieben erzielte mit siebenundvierzig Komma sieben Punkten den höchsten Verständlichkeits-Score, gefolgt von Gemini drei Punkt eins Pro mit sechsundvierzig Komma acht Punkten. ChatGPT fünf Punkt fünf belegte mit siebenunddreißig Komma sieben Punkten den dritten Platz. Alle Modelle blieben jedoch unter der erforderlichen Marke von sechzig Punkten für gut verständliche Texte. Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung ist, dass die Qualität der Eingabeaufforderungen erheblichen Einfluss auf die Verständlichkeit der Texte hat. Formell oder unpräzise formulierte Prompts führen oft zu komplexeren und weniger verständlichen Inhalten. Die Autoren der Studie betonen, dass KI-generierte Texte weiterhin sorgfältig gesteuert und redaktionell überarbeitet werden müssen, um die Verständlichkeit und Barrierefreiheit zu gewährleisten. Menschliche Expertise bleibt somit im professionellen Content-Marketing unverzichtbar. --- Thema 3 --- Das Oberlandesgericht Köln hat entschieden, dass die Lufthansa irreführende Aussagen zur CO₂-Reduktion durch nachhaltige Flugkraftstoffe, auch bekannt als SAF, zurücknehmen muss. Das Gericht wies die Berufung der Airline in einem zentralen Punkt zurück und erklärte die Werbeaussagen für unzulässig. Der Grund dafür ist, dass Verbraucher den Eindruck gewinnen könnten, die Emissionen ihres spezifischen Fluges würden unmittelbar durch den Einsatz dieser Kraftstoffe verringert. In Wirklichkeit erfolgt der Einsatz jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt. Das Gericht stellte fest, dass die Werbung nicht ausreichend erklärt, wann genau die Emissionsminderung eintritt. Diese Information ist besonders wichtig für umweltbewusste Kunden, die oft bereit sind, einen zusätzlichen Betrag für einen Klimaaufschlag zu zahlen. Die Deutsche Umwelthilfe begrüßte das Urteil als bedeutenden Schritt gegen Greenwashing und forderte von der Lufthansa weitergehende Maßnahmen für mehr Klimaschutz, einschließlich des Verzichts auf Kurzstreckenflüge und einer besseren Verknüpfung von Flug- und Bahnangeboten. Die Airline hat bereits während des Verfahrens ihre beanstandete Werbung angepasst. --- Thema 4 --- Im Fachartikel von Gabriele Braun wird die Stadt Basel als Beispiel für erfolgreiche Markenführung und Positionierung vorgestellt. Gabriele Braun erläutert, dass Basel trotz seiner vergleichsweise geringen Größe von rund einhundertachtzigtausend Einwohnern international bedeutend ist. Die Stadt zieht Aufmerksamkeit nicht durch spektakuläre Schlagzeilen oder Social-Media-Trends auf sich, sondern durch ihre Konzentration auf wenige starke Themen wie Wissenschaft, Innovation, Kultur und Lebensqualität. Nach Einschätzung von Gabriele Braun ist die Sichtbarkeit einer Marke nicht entscheidend, sondern die Relevanz, die sie bei den richtigen Zielgruppen hat. Die Art Basel wird als Beispiel angeführt, da sie trotz ihrer internationalen Expansion den Namen der Ursprungsstadt trägt und für ihre Zielgruppe von hoher Bedeutung ist. Gabriele Braun hebt hervor, dass Basels Lage im Dreiländereck einen unsichtbaren Wettbewerbsvorteil darstellt, der zur wirtschaftlichen Stärke beiträgt. Die Stadt profitiert von einem eng vernetzten Ökosystem aus Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Glaubwürdigkeit entsteht durch Substanz, da Basel seine Markenversprechen durch reale Leistungen belegen kann. Insgesamt zeigt Gabriele Braun, dass starke Marken nicht laut sein müssen, sondern durch ihre Qualität und Relevanz überzeugen. --- Thema 5 --- In der heutigen Podcast-Episode mit Imke Rottschäfer wird besprochen, warum KI-Projekte im Marketing häufig an der Datenbasis scheitern. Imke Rottschäfer erklärt, dass eine saubere Datenbasis unerlässlich ist, damit Künstliche Intelligenz im Marketing effektiv arbeiten kann. Ein Beispiel aus der Hotellerie verdeutlicht dies: Eine Hotelkette musste zunächst Altdaten aus über dreißig Jahren in eine gemeinsame Infrastruktur überführen, um ein verlässliches Gästeprofil zu erstellen. Diese Harmonisierung der Daten ist entscheidend, da Kundendaten aus vielen verschiedenen Quellen stammen, wie dem Property-Management-System, Online-Reisebüros und Kommunikationskanälen wie E-Mail und WhatsApp. Darüber hinaus wird thematisiert, wie Automatisierung im Hintergrund den Fachkräftemangel in der Hotellerie abfedert. Wo früher siebzig Mitarbeitende für ein Hotel mit einhundertfünfzig Zimmern zuständig waren, genügen heute sieben Personen, wenn automatisierte Prozesse implementiert sind. Dabei ist es wichtig, dass die Mitarbeitenden diese Veränderungen unterstützen, um Ängste vor Jobverlust zu vermeiden. Imke Rottschäfer betont auch die Bedeutung von Kanalvielfalt in der Kommunikation mit Gästen, anstatt sie auf eine eigene App zu drängen. Schließlich wird die Effektivität klassischer Bonusprogramme kritisch hinterfragt, da sie oft mehr Frust als Nutzen bringen. Stattdessen sollte der Fokus auf einer durchweg positiven Gästeerfahrung liegen.