--- Hook --- Wir schauen heute auf „Google migriert Suchkampagnen zu AI Max“, „197 Prozent mehr KI-Besucher in Onlineshops“, „Ströer: DOOH wächst 18,5 Prozent“, den Fachartikel von Daniel Siegmund zu „Warum Retail Media in den Full Funnel gehört“ und den Podcast mit Kai Hudetz über „Warum alle den deutschen Großhandel unterschätzen“. --- Thema 1 --- Google migriert Suchkampagnen schrittweise zu AI Max, beginnend am ersten September. In diesem Monat werden bestehende Suchkampagnen mit Campaign-level Broad Match oder automatisch erstellten Assets automatisch auf AI Max umgestellt. Diese Kampagnen bleiben erhalten und werden mit den neuen AI-Max-Einstellungen fortgeführt. Vorhandene Brand Inclusions und Exclusions werden ebenfalls übernommen. Die Möglichkeit, neue Konfigurationen mit Campaign-level Broad Match oder eigenständigen Automatically Created Assets zu erstellen, wurde bereits am dritten August in Google Ads, Ads Editor und über die API gesperrt. Entwickler sind aufgefordert, ihre Tools und Integrationen zu überprüfen, da neue Versionen der Google Ads API nach dem ersten September die bisherigen Strukturen nicht mehr unterstützen werden. Die Migration endet jedoch nicht im September, da Dynamic Search Ads Anfang zweitausend siebenundzwanzig folgen sollen. Google plant, bestehende DSA-Kampagnen dann automatisch auf AI Max umzustellen. Diese Umstellung verdeutlicht, dass AI Max zunehmend zum Standard für Suchkampagnen wird. --- Thema 2 --- Im zweiten Quartal verzeichnete Shopify einen Anstieg von einhundertsiebenundneunzig Prozent bei den KI-vermittelten Besuchen in Onlineshops im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die durch KI-Plattformen generierten Besuche und Bestellungen haben sich in nahezu allen Produktkategorien verdreifacht. Gleichzeitig wuchs der Traffic über die organische Suche um zwölf Prozent. Trotz des signifikanten Wachstums der KI bleibt die organische Suche die größte Quelle für Referral-Traffic. Besonders bei beratungsintensiven Produkten konvertieren KI-Besucher doppelt so häufig. In geschmacksorientierten Kategorien bleibt jedoch die organische Suche der wichtigere Kanal. KI führte zudem zu einem Anstieg der Erstkäufer um etwa ein Drittel. Shopify stellte einen Zusammenhang zwischen strukturierten Produktdaten und der Conversion fest, wobei KI-Besucher bei Verwendung strukturierter Daten doppelt so häufig konvertierten. Diese Ergebnisse zeigen, dass KI die organische Suche nicht ersetzt, sondern beide Kanäle parallel wachsen. Die klassische Suche bleibt jedoch auf einer größeren Basis. --- Thema 3 --- Ströer verzeichnet im Bereich Digital Out of Home, kurz DOOH, ein bemerkenswertes Wachstum von achtzehn Komma fünf Prozent und bleibt damit ein zentraler Wachstumstreiber des Unternehmens. Im ersten Halbjahr steigerte Ströer seinen Gesamtumsatz organisch um zwei Komma sieben Prozent auf über eine Milliarde Euro. Das bereinigte EBITDA wuchs um drei Prozent auf zweihundertdreiundsiebzig Millionen Euro, während das bereinigte EBIT um sechs Prozent auf einhundertfünfzehn Millionen Euro anstieg. Besonders positiv entwickelte sich das Kerngeschäft OOH Media, dessen Umsatz um acht Prozent auf vierhunderteinundneunzig Millionen Euro anstieg. Das bereinigte EBITDA in diesem Segment wuchs um zehn Komma drei Prozent auf zweihundertvierundzwanzig Millionen Euro. Das Services-Geschäft zeigte ebenfalls eine starke Entwicklung mit einem Anstieg von sechsundzwanzig Komma sieben Prozent. Im Gegensatz dazu fiel der Umsatz im Bereich DaaS und E-Commerce von einhundertsechsundsiebzig auf einhundertsechsundfünfzig Millionen Euro. Für das dritte Quartal erwartet Ströer ein weiteres Umsatzplus im mittleren einstelligen Prozentbereich und bekräftigt den Gesamtjahresausblick für zweitausendsechsundzwanzig. --- Thema 4 --- Im Fachartikel von Daniel Siegmund wird die Bedeutung von Retail Media im Full Funnel hervorgehoben. Daniel Siegmund erläutert, dass der stationäre Handel nicht verschwunden ist, sondern nach wie vor eine zentrale Rolle spielt. Eine Studie zeigt, dass siebzig sieben Prozent der Konsumenten ungeplant Produkte kaufen, wenn sie mit In-Store Media in Kontakt kommen. Dies verdeutlicht, dass der Point of Sale ein entscheidender Moment in der Customer Journey ist. Nach Einschätzung von Daniel Siegmund entdecken siebzig neun Prozent der Käufer neue Marken im Geschäft, was die gängige Annahme über die Budgetverteilung im digitalen Raum infrage stellt. Er betont, dass der stationäre Handel eine einzigartige Verbindung zwischen Aufmerksamkeit, Kaufkontext und Produktverfügbarkeit bietet. Zudem nehmen sechzig Prozent der Konsumenten die Online- und In-Store-Erlebnisse als unterschiedlich wahr, was die Gestaltung digitaler Werbeflächen beeinflusst. Daniel Siegmund schlussfolgert, dass In-Store Retail Media als eigenständiger Bestandteil in die Full-Funnel-Planung integriert werden sollte. Der Verkaufsort ist demnach nicht das Ende des Funnels, sondern der wirksamste Abschnitt, der mehr Investitionen erfordert. --- Thema 5 --- In der heutigen Podcast-Episode mit Kai Hudetz wird das Thema des deutschen Großhandels behandelt und dessen oft unterschätzte Bedeutung. Der Großhandel erzielt einen Jahresumsatz von ungefähr ein Komma vier Billionen Euro und ist damit fast doppelt so groß wie der Einzelhandel. Kai Hudetz erklärt, dass rund siebzigtausend Unternehmen in diesem Bereich tätig sind, wobei die Geschäftsmodelle von Pressegroßhandel bis Stahlhandel reichen. Um B2B-Zielgruppen erfolgreich zu erreichen, ist es wichtig, diese Vielfalt ernst zu nehmen und nicht mit einer einheitlichen Ansprache zu arbeiten. Ein zentraler Punkt ist, dass reine Prozesskostenoptimierung für Zwischenhändler nicht mehr ausreicht. Die Markterschließung wird entscheidend, insbesondere für regionale Anbieter, die direkten Zugang zu ihren Zielgruppen haben. Serviceportale sind in diesem Kontext wichtiger als herkömmliche Onlineshops, da sie Kunden umfassend von der Kaufvorbereitung bis zum After-Sales-Support begleiten. Kai Hudetz betont, dass die Analyse kleiner, alltäglicher Probleme oft auf den digitalen Bedarf hinweist und somit die Grundlage für sinnvolle Digitalisierungsprojekte bildet. Zudem eröffnen neue Technologien wie Bilderkennung und smarte Brillen im B2B-Bereich erheblichen Mehrwert, insbesondere in komplexen und zeitkritischen Situationen.