--- Hook --- Wir beleuchten heute, warum Edeka Azubis nicht durch Roboter ersetzen möchte und wie Spanien ein Social-Media-Verbot für unter Sechzehnjährige plant. Außerdem berichten wir über Münchens Bewertung der eigenen Souveränität, im Fachartikel von Nicole Segerer darüber, wie Piraten zu zahlenden Kunden werden, und im Podcast mit Dirk Walter, warum E-Mail-Marketing stärker ist als je zuvor. --- Thema 1 --- Edeka hat mit einer humorvollen Roboter-Kampagne auf Social Media für Aufsehen gesorgt und gleichzeitig eine Recruiting-Aktion für Auszubildende gestartet. Der Roboter „Azubot“ wurde vorgestellt, um klassische Aufgaben eines Azubis zu übernehmen, was in der Community auf Plattformen wie TikTok und Instagram für erstaunte Reaktionen sorgte. Doch der Roboter war nicht als ernsthaftes Zukunftsmodell gedacht. In einem zweiten Video wurde die Bedeutung echter Menschen im Einzelhandel hervorgehoben. Der Hauptfilm zeigt junge Mitarbeitende, deren Geschichten und Engagement in einem Mockumentary-Stil präsentiert werden. Der Claim der Kampagne lautet: „Wir wissen auch nicht, was die Zukunft bringt. Aber wir wissen, was sie braucht: Dich.“ Die Berliner Agentur Dojo konzipierte die Kampagne, die vom siebenundzwanzigsten Januar bis zum zwölften Februar läuft. Edeka betont, dass Technologie die Menschen im Lebensmittelhandel unterstützt, sie jedoch nicht ersetzt. Peter Keitel, Vorstand für Personal und Finanzen, hebt die Stabilität und Entwicklungsmöglichkeiten in den angebotenen Ausbildungsberufen hervor. Die Kampagne zielt darauf ab, die Notwendigkeit von Auszubildenden trotz künstlicher Intelligenz zu verdeutlichen und die Verunsicherung junger Menschen auf dem Arbeitsmarkt anzusprechen. --- Thema 2 --- Spanien plant ein umfassendes Verbot von sozialen Medien für Kinder und Jugendliche unter sechzehn Jahren, um sie vor Hassrede, Desinformation und Gesundheitsrisiken zu schützen. Ministerpräsident Pedro Sánchez kündigte an, den Zugang zu diesen Plattformen gesetzlich zu untersagen und Anbieter dazu zu verpflichten, effektive Altersverifikationssysteme einzuführen. Das Ziel ist es, Minderjährige vor den Gefahren des „digitalen Wilden Westens“ zu bewahren. Inspiration für diese Maßnahme kommt aus Australien, wo seit Dezember zweitausendfünfundzwanzig bestimmte Internet-Plattformen für unter sechzehn-Jährige verboten sind. Auch andere Länder, darunter Dänemark, Griechenland, Italien, Norwegen und Großbritannien, ziehen ähnliche Maßnahmen in Betracht. Der französische Präsident Emmanuel Macron unterstützt die Initiative und betont die Bedeutung des Schutzes der körperlichen und seelischen Gesundheit junger Menschen. Der geplante Gesetzentwurf wird in der kommenden Woche vorgestellt und sieht vor, Führungskräfte von Social-Media-Unternehmen stärker zur Verantwortung zu ziehen. Diese sollen künftig für illegale Inhalte, Hassrede sowie algorithmische Manipulation haftbar gemacht werden können. Auch strafrechtliche Konsequenzen sind im Gespräch. Die Staatsanwaltschaft wird prüfen, ob Plattformen wie X, TikTok und Instagram gegen geltendes Recht verstoßen. --- Thema 3 --- Die Stadt München hat einen Score für Digitale Souveränität, kurz SDS, entwickelt, um die Unabhängigkeit ihrer städtischen IT-Services zu bewerten. Dieser Score orientiert sich am Nutri-Score und kennzeichnet IT-Systeme nach ihrer Abhängigkeit von bestimmten Anbietern und ausländischen Rechtsräumen. Im Rahmen einer Analyse wurden über zweitausend siebenhundert städtische Anwendungsservices getestet, wobei ein Drittel als besonders kritisch eingestuft wurde. Die Ergebnisse zeigen, dass mehr als zwei Drittel der Dienste die höchsten SDS-Stufen eins und zwei erreichen, während nur ein kleiner Anteil die kritischsten Stufen vier und fünf erreicht. Die Bewertung berücksichtigt nicht nur technische, sondern auch rechtliche und organisatorische Risiken. Dr. Laura Dornheim, die IT-Referentin der Stadt, hebt hervor, dass die Messung eine gezielte Verbesserung ermöglicht. Der SDS soll künftig in Ausschreibungen und IT-Prozesse integriert werden, um Lock-in-Situationen zu vermeiden. Diese Initiative reiht sich in einen europäischen Trend ein, der die IT-Unabhängigkeit öffentlicher Institutionen fördert. München verfolgt dabei einen klaren Ansatz: zuerst messen und dann gezielt verbessern. --- Thema 4 --- Im Fachartikel von Nicole Segerer wird aufgezeigt, wie Softwarepiraterie als Marketing-Hebel genutzt werden kann. Nicole Segerer erläutert, dass Compliance-Verstöße erhebliche Umsatzverluste verursachen, und nennt als Beispiel, dass in Ländern mit starken geistigen Eigentumsrechten das entgangene Potenzial auf über siebzehn Milliarden US-Dollar geschätzt wird. Sie betont, dass die Gaming-Branche besonders betroffen ist, aber auch andere Bereiche wie Engineering-Simulationen und CAD-Software signifikante Verluste durch Lizenzverstöße erleiden. Segerer weist darauf hin, dass traditionelle Enforcement-Strategien oft teuer und ineffektiv sind und die Kundenbeziehung belasten können. Stattdessen empfiehlt sie einen Wechsel zu verständnisorientierten Ansätzen, die durch faire Preismodelle und transparente Kommunikation gekennzeichnet sind. Nicole Segerer hebt hervor, dass eine datengetriebene Analyse von Nutzung und Compliance die Identifizierung potenzieller Kunden erleichtert und die Lead-Qualität verbessert. Abschließend stellt sie fest, dass Unternehmen eine umfassende Strategie entwickeln müssen, um Umsatzverluste zu minimieren und illegale Nutzer in zahlende Kunden zu verwandeln. --- Thema 5 --- In der heutigen Podcast-Episode mit Dirk Walter wird besprochen, warum E-Mail Marketing stärker ist als je zuvor. Dirk Walter erklärt, dass E-Mail Marketing nach wie vor funktioniert und sogar besser als in der Vergangenheit. Ein zentraler Aspekt ist die dynamische Segmentierung, die es modernen Marketing-Teams ermöglicht, täglich aktualisierte Segmente zu nutzen, anstatt statische Segmente zu erstellen. Insights aus dem Kundenservice sind hierbei entscheidend, um relevante Themen und Angebote zur richtigen Zeit zu kommunizieren. Außerdem betont Dirk Walter, dass Inspiration bei komplexen Produkten wichtiger ist als reiner Verkaufsdruck. Kunden sollen durch gezielte Anreize und Gestaltungstipps motiviert werden, anstatt nur zum Kauf gedrängt zu werden. Predictive Scoring wird als wertvolles, wenn auch komplexes Instrument hervorgehoben, um zu erkennen, wie unterschiedliche Kunden auf Rabatte reagieren. Darüber hinaus weist Dirk Walter darauf hin, dass das Sammeln von Zero-Party-Data, also aktiv erfragten Kundenbedürfnissen, zwar herausfordernd, aber äußerst wertvoll ist. Schließlich wird der Datenschutz als Wettbewerbsvorteil betrachtet, der Vertrauen schafft und somit die Loyalität der Kunden stärkt. Dirk Walter schließt mit der Feststellung, dass Transparenz und Respekt im Umgang mit Kundendaten entscheidend für den Erfolg im E-Mail Marketing sind.