--- Hook --- Wir beleuchten heute, wie der „Dr. Pepper Man“ fremde Reichweiten kapert, und berichten über die Übernahme von KI-Agenten durch Salesforce. Außerdem werfen wir einen Blick auf die Unzulässigkeit von Amazons Prime-Werbung, im Fachartikel von Annett Polaszewski Plath zu Social Commerce, und diskutieren im Podcast mit Ralf Scharnhorst, warum viele Unternehmen ihre Kanäle falsch orchestrieren. --- Thema 1 --- Das Internetphänomen „Dr. Pepper Man“ hat im Jahr zweitausendfünfundzwanzig weltweit für großes Aufsehen gesorgt. Obwohl die Marke in vielen Ländern nur mäßig bekannt ist, taucht der mysteriöse Akteur in sogenannten In Real Life-Streams auf. Dort übergibt er den Streamern eine Dr. Pepper Cola und verschwindet wortlos. Diese Clips erreichen regelmäßig Millionen von Aufrufen auf Plattformen wie Instagram. Besonders bemerkenswert ist die Beteiligung bekannter Persönlichkeiten, darunter Rapper und Top-Streamer, die die Reichweite des Phänomens erheblich steigern. Die Rolle des „Dr. Pepper Man“ bleibt absichtlich geheimnisvoll, was die Neugier der Zuschauer anregt. Obwohl viele Inhalte spontan wirken, ist es wahrscheinlich, dass einige Auftritte im Voraus abgesprochen sind. Der dazugehörige Account ermöglicht es über neunhundert Menschen weltweit, sich über eine Website und einen Discord-Server auszutauschen und die Aktion nachzuahmen. Das Erfolgsrezept des Phänomens basiert auf Kuriosität, Wiedererkennung und Abwechslung. Absurde Elemente und wechselnde Aktionen sorgen dafür, dass die Zuschauer stets gespannt sind, was als Nächstes geschieht. Der „Dr. Pepper Man“ nutzt dabei geschickt die Reichweite anderer Content-Creator, um die Sichtbarkeit der Marke zu erhöhen. --- Thema 2 --- Salesforce hat eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme des KI-Marketinganbieters Qualified unterzeichnet. Mit dieser Transaktion beabsichtigt das Unternehmen, seine Agentforce-Plattform zu stärken und die Generierung automatisierter Vertriebspipelines zu unterstützen. Qualified ist auf die KI-gesteuerte Lead-Qualifizierung spezialisiert und wandelt Websitebesuche in qualifizierte Leads um. Die Integration dieser Technologie soll Unternehmen helfen, ihre Verkaufsaktivitäten effizienter und skalierbarer zu gestalten. Das Hauptprodukt von Qualified bietet eine „Always-on“-KI-Lösung, die Webseiten in interaktive Vertriebskanäle verwandelt. Interessenten werden durch multimodale Konversationen qualifiziert, ohne dass ein Vertriebsteam eingreifen muss. Steve Fisher, Präsident und Chief Product Officer bei Salesforce, hebt hervor, dass die Agentifizierung von Unternehmen voranschreitet und die Übernahme von Qualified die Agentforce-Bereiche entscheidend erweitern wird. Funktionen wie Intent-Analyse und automatische Terminvereinbarung sollen Marketing und Vertrieb in B2B-Szenarien modernisieren. Qualified war bereits über den Salesforce AppExchange verfügbar und Teil des Salesforce Ventures-Portfolios. Die Gründer sehen die Übernahme als natürliche Weiterentwicklung. Der Abschluss der Transaktion wird im ersten Quartal des Geschäftsjahres zweitausend siebenundzwanzig erwartet, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen. Salesforce möchte mit der Integration von Qualified eine hochautomatisierte, datengesteuerte Lösung bieten, die sowohl Marketing als auch Vertrieb zukunftssicher gestaltet. --- Thema 3 --- Das Landgericht München hat entschieden, dass Amazon Werbung auf Prime Video ohne ausdrückliche Zustimmung der Nutzer unzulässig ist. Die Klage basierte auf einer Ankündigung Amazons aus dem Jahr zweitausendvierundzwanzig, in der angekündigt wurde, dass Filme und Serien künftig mit Werbeunterbrechungen gezeigt werden sollten. Kunden, die dies nicht wünschen, sollten dafür zusätzlich zahlen. Das Gericht bewertete dieses Vorgehen als irreführend und unzulässig, da Prime-Mitglieder vertraglich ein werbefreies Angebot erwarten. Das Urteil besagt, dass bestehende Verträge nicht einseitig durch Amazon geändert werden dürfen. Die Einführung von Werbung stellt eine Vertragsänderung dar, die ohne Mitwirkung der Kunden erfolgt. Verbraucher behalten ihren Anspruch auf die werbefreie Nutzung von Prime Video, ohne dass zusätzliche Kosten anfallen. Zudem wurde Amazon verpflichtet, die Kunden korrekt zu informieren und die irreführende Mitteilung zu korrigieren. Dieses Urteil könnte weitreichende Auswirkungen auf digitale Abonnementdienste haben, da Anbieter künftig Vertragsänderungen klar kommunizieren und die Zustimmung der Kunden einholen müssen. Es zeigt, dass Kundenrechte auch bei großen Plattformen wie Amazon gewahrt werden müssen. --- Thema 4 --- Im Fachartikel von Annett Polaszewski Plath wird das Thema Social Commerce umfassend behandelt. Annett Polaszewski Plath erläutert, dass Instagram, Facebook, YouTube und TikTok jeweils eigene Strategien erfordern, um im Social Commerce erfolgreich zu sein. Der Erfolgsfaktor ist ein mobiler, transparenter Checkout, der minimale Hürden aufweist. Sie hebt hervor, dass Social Commerce in Deutschland bereits zum Mainstream gehört und viele Verbraucher über soziale Medien einkaufen. Annett Polaszewski Plath beschreibt, dass Instagram besonders für visuell orientierte Marken geeignet ist, während Facebook durch seine Reichweite und Community überzeugt. YouTube bietet sich an, um komplexe Produkte durch Storytelling zu präsentieren, und TikTok ist ideal für kreative, dynamische Inhalte. Ein effizienter Checkout-Prozess ist entscheidend für den Kaufabschluss, da viele Kunden aufgrund von Zusatzkosten oder komplizierten Formularen den Kauf abbrechen. Annett Polaszewski Plath betont, dass transparente Preisangaben und flexible Zahlungsoptionen die Conversion-Rate erhöhen können. Sie schließt mit der Feststellung, dass die Wahl der Plattform von Produkt, Zielgruppe und Kommunikationsstrategie abhängt, wobei der Checkout immer eine zentrale Rolle spielt. --- Thema 5 --- In der heutigen Podcast-Episode mit Ralf Scharnhorst wird das Thema behandelt, warum die meisten Unternehmen ihre Kanäle falsch orchestrieren. Ralf Scharnhorst erklärt, dass Vertrauen in der Kundenansprache eine entscheidende Rolle spielt. Erfolgreiche Personalisierung beginnt nicht mit komplexen Algorithmen, sondern damit, dass Kunden verstehen, warum sie ihre Daten teilen und welchen konkreten Nutzen sie daraus ziehen. Ein Beispiel hierfür ist die transparente Kommunikation über Datennutzung, die insbesondere bei Kleinanzeigen wichtig ist. Ein weiterer Punkt, den Ralf Scharnhorst anspricht, ist die Überkontaktierung. Zehn E-Mails für zehn Produktkategorien führen oft zur Abmeldung. Stattdessen sollten Unternehmen die Signalstärke ihrer Kunden interpretieren, um langfristige Bindung zu fördern. Die Demokratisierung der Dateninfrastruktur wird ebenfalls thematisiert. Der Einsatz von No-Code-Tools ermöglicht es auch mittelständischen Unternehmen, komplexe Automatisierungen zu realisieren, wobei die klare Definition der Anwendungsfälle entscheidend ist. Darüber hinaus betont Ralf Scharnhorst die Bedeutung von Content-Qualität über Kanal-Quantität. Erfolgreiche Unternehmen setzen auf wenige, hochwertige Inhalte, die kanalspezifisch angepasst werden. Schließlich wird darauf hingewiesen, dass die Interpretation von Nutzersignalen entscheidend ist. Erfolgreiche Teams kombinieren maschinelles Lernen mit menschlicher Expertise, um Trigger-Mechanismen optimal abzustimmen.