--- Hook --- Wir sprechen heute über „DMEXCO: KI skaliert dort, wo Marken klare Regeln haben“, „IAB Europe setzt neuen Standard für CTV-Messung“, „5 Millionen Downloads von Metas Muse“, den Fachartikel von Steven Baumgaertner zu „Weihnachtsmerch: Qualität schlägt Stückzahl“ und den Podcast mit Jens Tinapp über „Wie helfen Custom GPTs bei der Zielgruppenanalyse?“. --- Thema 1 --- Die DMEXCO zweitausendsechsundzwanzig in Köln verdeutlichte unter dem Motto „Scaling Intelligence“, dass Künstliche Intelligenz als skalierbarer Wertschöpfungshebel in der Digitalwirtschaft an Bedeutung gewinnt. Zehn Interviews mit führenden Köpfen zeigten, dass KI bereits signifikante Einsparungen ermöglicht, insbesondere im Bereich der Lokalisierung und der Überprüfung von Inhalten. Unternehmen wie Dr. Oetker und IONITY nutzen KI-Agenten zur Sicherstellung von Markenkonformität und zur Pflege umfangreicher Inhalte in mehreren Sprachen. Dennoch bleibt die kreative Leistung des Menschen unersetzlich, da KI-generierte Inhalte oft als weniger ansprechend wahrgenommen werden. Die Gespräche verdeutlichten auch die Notwendigkeit klar definierter Prozesse, um die Effizienz von KI zu maximieren. Während KI in der Übersetzung und der Regelüberprüfung Erfolge verzeichnet, bleibt der kreative Bereich vorerst weitgehend in menschlicher Hand. Die Bedeutung von Markenbekanntheit im Kontext von KI-gestützten Suchanfragen wächst, und Unternehmen müssen ihre Strategien anpassen, um im digitalen Raum sichtbar zu bleiben. --- Thema 2 --- IAB Europe hat einen neuen Standard für die Messung von Connected TV, kurz CTV, eingeführt, um die Vergleichbarkeit und Transparenz im europäischen Werbemarkt zu verbessern. Dieser Standard, das Connected TV Measurement Framework, bietet einen einheitlichen Rahmen für die Messung von CTV-Kampagnen. Es umfasst zentrale Kennzahlen wie Reichweite, Conversions, Return on Advertising Spend, Brand Uplift und weitere relevante Messgrößen. Angesichts der steigenden Investitionen in Connected TV ist der Bedarf an vergleichbaren Messgrößen gewachsen. Das Framework unterteilt die Messung in drei Bereiche: grundlegende Delivery-Kennzahlen, Reichweite und Nutzung sowie Performance-Kennzahlen. Zu den grundlegenden Kennzahlen zählen unter anderem Ad Impressions und Viewability. Um die Transparenz weiter zu erhöhen, hat IAB Europe fünf Prinzipien definiert, die sich auf standardkonforme Definitionen, Grenzen der Messverfahren, Datenerhebung, den Betriebszustand des TV-Geräts und die Granularität des Reportings beziehen. Der Rahmen wurde in Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren des CTV-Ökosystems entwickelt und verfeinert. Damit wird dem europäischen CTV-Werbemarkt eine gemeinsame Referenz für die Bewertung von Kampagnen bereitgestellt. --- Thema 3 --- Metas KI-Assistent Muse hat innerhalb von ungefähr drei Wochen nach dem Start mehr als fünf Millionen Downloads erreicht. Dieser rasante Anstieg ist unter anderem auf eine verstärkte Eigenwerbung von Meta zurückzuführen. Muse belegte für zwölf Tage die Spitzenposition im US-App-Store und gehört damit zu einer sehr kleinen Gruppe von Apps, die diesen Meilenstein so schnell erreicht haben. Laut Schätzungen von Sensor Tower haben nur dreiundzwanzig Apps in den USA vergleichbare Download-Zahlen innerhalb von zweiundzwanzig Tagen erzielt, wobei die Mehrheit dieser Apps aus dem Bereich Mobile Gaming stammt. Die Marketingstrategie von Meta könnte ebenfalls eine entscheidende Rolle gespielt haben. Ab dem sechzehnten September wurde die Werbung für Muse erheblich ausgeweitet, sodass zeitweise bis zu fünfzig Prozent der täglichen Eigenwerbung von Meta auf die KI-App entfielen. In der Woche vom einundzwanzigsten bis zum siebenundzwanzigsten September gehörte Muse zu den fünfzehn Marken mit den meisten Werbeimpressionen in den USA. --- Thema 4 --- Im Fachartikel von Steven Baumgaertner wird die Bedeutung von Qualität über Quantität bei Weihnachtsgeschenken für Kunden, Partner und Mitarbeiter hervorgehoben. Steven Baumgaertner erläutert, dass die Auswahl von Weihnachtsmerch nicht nach dem Prinzip „Das haben wir jedes Jahr so gemacht“ erfolgen sollte. Vielmehr sollte die Botschaft an den Empfänger im Vordergrund stehen. Er betont, dass Geschenke relevant, glaubwürdig und markenkonform sein müssen, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Nach Einschätzung von Steven Baumgaertner ist es nicht notwendig, dass jedes Geschenk langfristig genutzt wird. Ein hochwertiges Verbrauchsprodukt kann ebenso wertvoll sein wie langlebige Geschenke. Zudem sollte die Marke nicht übermäßig auf dem Geschenk präsent sein, da das Design für die Mehrheit der Empfänger entscheidend ist. Baumgaertner weist darauf hin, dass ein ausgewogenes Budget wichtig ist und wenige hochwertige Artikel oft bevorzugt werden. Er empfiehlt, Geschenke nicht nur nach Stückzahl, sondern nach individueller Relevanz auszuwählen. Ein Geschenk benötigt zudem einen Kontext, um seine Wirkung zu entfalten. Abschließend betont Baumgaertner, dass der Erfolg einer Weihnachtsaktion nicht an der Anzahl der Geschenke, sondern an der Wahrnehmung und dem Nutzen beim Empfänger gemessen werden sollte. --- Thema 5 --- In der heutigen Podcast-Episode mit Jens Tinapp wird erörtert, wie Custom GPTs bei der Zielgruppenanalyse unterstützen können. Jens Tinapp erklärt, dass die Grundlage für ein solches Custom GPT aus anonymisierten Kundenbefragungen und einem gemeinsamen Workshop besteht. Daraus entstehen Personas, die es dem GPT ermöglichen, in deren Rolle zu antworten. Diese Technologie wird im Browser mit einem ChatGPT-Premium-Account genutzt, ohne dass umfangreiche Entwicklungsprojekte erforderlich sind. Das GPT beantwortet Fragen, die normalerweise Interviews erfordern würden, und liefert wertvolle Informationen für die Messeplanung und Inhalte, basierend auf echten Befragungsdaten. Ein Beispiel ist die Prüfung eines Smart-City-Whitepapers durch das Custom GPT, das wertvolles Feedback von technischen Entscheidern und Wartungsingenieuren liefert, bevor die Inhalte veröffentlicht werden. Jens Tinapp weist darauf hin, dass Unternehmen, die in kritischer Infrastruktur tätig sind, besondere IT-Sicherheitsvorkehrungen beachten müssen. Kundendaten werden anonymisiert verarbeitet, und Insights entstehen in Zusammenarbeit mit den Kunden. Zudem ist es wichtig, die Akzeptanz im Vertrieb durch Begleitung zu fördern, da nicht alle Vertriebler sofort bereit sind, neue Technologien zu nutzen. Jens Tinapp empfiehlt, das GPT zur Vorbereitung von Gesprächen zu nutzen und im Austausch zu bleiben, um erfolgreiche Ansätze weiter auszubauen.