--- Hook --- Wir beleuchten, wie Deichmann interaktive TV-Werbung testet und wie Programmatic das digitale Außenwerbungsgeschäft befeuert. Außerdem berichten wir über die OMR im Jahr zweitausendsechsundzwanzig und ihre Bedeutung, werfen einen Blick auf die Nachhaltigkeit von Kundenbindung im Fachartikel von Steven Baumgaertner und diskutieren im Podcast mit David von Hilchen, wie eine Plattform die Komplexität des Programmatic Advertising auflöst. --- Thema 1 --- Deichmann testet ein innovatives Werbeformat im Streaming, das als „Product Match Ads“ bezeichnet wird. In Zusammenarbeit mit Ad Alliance ermöglicht dieses Format den Zuschauern, Produkte direkt aus der Werbung heraus zu entdecken und sie ohne Umwege im Online-Shop zu erwerben. Im Rahmen einer Kampagne auf RTL+ werden ausgewählte Artikel, unter anderem von Adidas, in einem Spot mit prominenten Gesichtern präsentiert. Zuschauer können die gezeigten Produkte über einen eingeblendeten Code scannen, wodurch sie unmittelbar zur entsprechenden Produktseite gelangen. Dadurch entfällt der klassische Medienbruch vollständig. Das Format wird sowohl vor als auch während des Streams ausgespielt und ist optisch in das Werbeumfeld integriert. Ziel ist es, die Strecke vom ersten Kontakt mit der Marke bis zur Kaufentscheidung deutlich zu verkürzen. Deichmann verfolgt damit die Strategie, digitale Touchpoints stärker auf konkrete Nutzerbedürfnisse auszurichten und Inspiration direkt in Conversion zu überführen. Die Kampagne für die Frühjahr- und Sommer-Saison zweitausendsechsundzwanzig fokussiert sich auf sportlich inspirierte Produktwelten. Ad Alliance sieht im „Lean-back“-Setting des Fernsehens eine hohe Aufmerksamkeitsspanne, die sich von schnelllebigen Social-Media-Umfeldern unterscheidet. --- Thema 2 --- Der Außenwerbespezialist JCDecaux zeigt im ersten Quartal des Jahres zweitausendsechsundzwanzig ein moderates, jedoch stabiles Wachstum. Der Umsatz steigt auf insgesamt achthundertachtzig Millionen Euro, was einem Zuwachs von zweikomma sechs Prozent entspricht. Besonders bemerkenswert ist das organische Wachstum von fünfkomma sieben Prozent, das vor allem durch digitale Werbeangebote gefördert wird. Ein zentraler Wachstumstreiber ist das Geschäft mit Digital Out-of-Home, das organisch um dreizehnkomma eins Prozent wächst und mittlerweile vierundvierzigkomma sieben Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht. Der programmatische Handel digitaler Außenwerbung entwickelt sich noch dynamischer und verzeichnet einen Anstieg um siebenundzwanzigkomma zwei Prozent. Während Nordamerika, Großbritannien und der asiatisch-pazifische Raum positive Entwicklungen zeigen, wird das Geschäft im Nahen Osten durch den dortigen Konflikt belastet. JCDecaux blickt jedoch vorsichtig optimistisch in die Zukunft und erwartet für das zweite Quartal ein organisches Wachstum von rund drei Prozent, ohne den Einfluss des Nahen Ostens sogar etwa fünf Prozent. Zusätzliche Impulse sollen durch Großevents und neue Vertragsabschlüsse entstehen. --- Thema 3 --- Die OMR, die im Jahr zweitausendsechsundzwanzig in Hamburg stattfindet, hat sich zu einem einzigartigen Format entwickelt, das mehr als nur eine Fachmesse ist. Es vereint Elemente eines Business-Festivals, einer Konferenz und eines Branchentreffens. Zehntausende Besucherinnen und Besucher aus dem deutschsprachigen Raum und darüber hinaus strömen auf das Messegelände, wo sie eine hohe Dichte an C-Level-Entscheidern und ein überwältigendes Angebot an Programmpunkten vorfinden. Die Veranstaltung fördert Networking und spontane Begegnungen, was für viele Teilnehmende den größten Wert darstellt. Das Besucherprofil hat sich gewandelt; zunehmend kommen Führungskräfte und Entscheider, während die Themen sich von Social Media hin zu künstlicher Intelligenz und Plattformökonomie verschieben. Trotz der Herausforderungen der Logistik und Orientierung akzeptieren die Teilnehmenden die Unzulänglichkeiten und schätzen die Energie und Dynamik der OMR. Sie ist ein Ort, an dem Branchen aufeinandertreffen und neue Verbindungen entstehen, was sie zu einem bedeutenden Ereignis in der digitalen Wirtschaft macht. Die OMR ist somit ein kulturelles Phänomen, das die digitale Welt in einem physischen Raum erlebbar macht. --- Thema 4 --- Im Fachartikel von Steven Baumgaertner wird die Notwendigkeit eines Umdenkens im Marketing angesprochen, insbesondere im Hinblick auf die Nachhaltigkeit von Kundenbindung. Steven Baumgaertner erläutert, dass Unternehmen zunehmend unter Druck stehen, ihre Emissionen zu reduzieren, was nicht nur Produktion und Logistik, sondern auch das Marketing betrifft. Die steigende Nutzung digitaler Technologien führt zu einem erhöhten Energiebedarf, weshalb Kundenbindung ressourcenschonend gestaltet werden sollte. Eine Studie der Branchenverbände ASI, PPAI und EAC zeigt, dass haptische Werbeartikel pro erinnerter Werbewirkung zu den effizientesten Kanälen zählen, da sie geringere Emissionen verursachen als digitale Werbung. Steven Baumgaertner hebt hervor, dass die langfristige Nutzung dieser Artikel entscheidend für die CO₂-Effizienz ist. Während digitale Maßnahmen kontinuierlich Energie benötigen, erzeugen Werbeartikel wiederholte Markenkontakte ohne zusätzliche Emissionen. Die Relevanz und Nachhaltigkeit von Werbeartikeln hängen von verschiedenen Faktoren ab, wie der Materialwahl und der Gestaltung. Steven Baumgaertner schlussfolgert, dass Unternehmen ihre Marketingstrategien überdenken sollten, um die Wirkung pro Kontakt neu zu bewerten und den Ressourceneinsatz in den Fokus zu rücken. --- Thema 5 --- In der heutigen Podcast-Episode mit David von Hilchen wird die Komplexität des Programmatic Advertising thematisiert und wie diese durch innovative Plattformlösungen aufgelöst werden kann. David von Hilchen erklärt, dass das eigentliche Problem nicht die Technologie, sondern die Komplexität der bestehenden Systeme ist. Viele Unternehmen nutzen zahlreiche Tools, die oft nicht miteinander kommunizieren. StackAdapt, gegründet im Jahr zweitausendvierzehn, verfolgt einen anderen Ansatz: Die Vision war, ein System zu schaffen, das in Zukunft vollständig autonom funktioniert. Das Media-Cockpit-Prinzip von StackAdapt ermöglicht es Unternehmen, alle Aspekte ihrer Kampagnen zentral zu steuern und deren Auswirkungen über den gesamten Marketing-Funnel hinweg zu analysieren. Zudem wird die Echtzeit-Brand-Lift-Studie als kostengünstige und effiziente Lösung vorgestellt, die sofortige Entscheidungen auf Basis von Rohdaten erlaubt. Ein weiteres Highlight ist Ivy, der Chatbot von StackAdapt, der in der Lage ist, Kampagnen selbstständig aus Daten zu erstellen und mit externen Agenten zu interagieren. David von Hilchen betont, dass Inkrementalität über Attribution stehen sollte, um den tatsächlichen Wert von Marketingmaßnahmen zu erkennen. Diese Erkenntnisse könnten die Denkweise in der Branche nachhaltig verändern.