--- Hook --- Heute widmen wir uns der beeindruckenden Steigerung von ChatGPT, das über Nacht dreimal mehr Besucher anzieht, und der neuen Logik erfolgreicher Live-Events auf der IMEX, während wir auch beleuchten, wie einundvierzig Prozent der Conversions ohne Bezahlklick erzielt werden. Im Fachartikel von Kai-Marcus Thäsler erfahren wir, wie DOOH zum datengetriebenen Performance-Kanal wird, und im Podcast mit Patrick Schmid diskutieren wir, wie Marken in KI-Suchmaschinen ranken. --- Thema 1 --- Ein Update von ChatGPT, das am siebten Mai zweitausendsechsundzwanzig veröffentlicht wurde, hat signifikante Auswirkungen auf den Website-Traffic. Insbesondere Homepages profitieren von der neuen Linkdarstellung, die Marken und Unternehmen direkt in den Antworten sichtbar macht. Der Referral-Traffic von ChatGPT stieg innerhalb einer Woche um mehr als einhundertfünfzig Prozent, während die Besuche auf Unternehmens-Homepages um über dreihundertfünfzig Prozent zunahmen. Vor dem Update landete lediglich ein Drittel der Besucher auf der Startseite, jetzt sind es rund sechzig Prozent. Dies zeigt, dass ChatGPT zunehmend als Kanal zur Markenentdeckung fungiert. Zusätzlich zur Steigerung der Besucherzahlen verbessert sich auch die Qualität des Traffics. Nutzer sehen mehr Seiten und verweilen länger auf den Websites. Die durchschnittliche Anzahl der Seitenaufrufe pro Besuch stieg von drei Komma acht auf vier Komma sieben, während die Verweildauer von drei Komma fünf auf drei Komma neun Minuten anstieg. Für Unternehmen bedeutet dies, dass ChatGPT sich von einem reinen Antwortsystem zu einer wichtigen Traffic-Quelle entwickelt. Die Herausforderung wird künftig darin bestehen, in den Antworten von KI-Systemen sichtbar präsent zu sein. --- Thema 2 --- Die IMEX Frankfurt zeigt einen tiefgreifenden Wandel im MICE-Markt, der sich von klassischen Kongressen hin zu einer Experience-Industrie entwickelt. Die Branche erkennt zunehmend den Wert physischer Begegnungen, während digitale Formate an Bedeutung verlieren. Jutta Heinrich, Director des Frankfurt Convention Bureau, beschreibt die Rückkehr der Veranstaltungen als Boom, wobei persönliche Interaktionen als entscheidend für den Geschäftserfolg gelten. Unternehmen wie Salesforce nutzen Events nicht mehr nur als Marketingkanal, sondern als strategisches Instrument zur Steuerung von Kundenbeziehungen. Die Bewertung des Veranstaltungserfolgs erfolgt zunehmend datenbasiert, wobei auch emotionale Faktoren berücksichtigt werden. Die Nachfrage nach aktivierenden Formaten und interaktiven Erlebnissen wächst, während klassische Frontalveranstaltungen unter Druck geraten. Hybride Formate verlieren ihren Sonderstatus und werden als ineffizient wahrgenommen. Städte entwickeln sich zu kuratierenden Plattformen, die nicht nur Infrastruktur, sondern auch Atmosphäre anbieten. Veranstaltungen wandern zunehmend aus Marketingabteilungen in HR-Bereiche, was neue Rollen innerhalb der Unternehmen schafft. Künstliche Intelligenz verändert die Branche, indem sie operative Prozesse optimiert, ohne die Bedeutung physischer Begegnungen zu mindern. Insgesamt wird deutlich, dass Events sich zu Plattformen für Beziehungen und gemeinschaftliche Erfahrungen entwickeln. --- Thema 3 --- Die Messung der Werbewirkung wird für Marketingverantwortliche zunehmend komplexer, da Nutzer zwischen verschiedenen Kanälen wie Connected TV, Audio, Social Media, Display-Werbung und Suchmaschinen wechseln. Eine Analyse zeigt, dass bis zu einundvierzig Prozent der Conversions ohne bezahlten Klick erfolgen. Klassische Last-Click-Modelle erfassen die Customer Journey unzureichend und liefern oft ein verzerrtes Bild. Moderne Cross-Channel-Attribution zielt darauf ab, den Beitrag mehrerer Kontaktpunkte entlang des Kaufprozesses sichtbar zu machen. Diese neuen Modelle berücksichtigen auch Sichtkontakte, Videoaufrufe und Branding-Effekte, die bisher schwer messbar waren. Besonders im Bereich Connected TV gibt es viel Potenzial, da hier detailliertere Daten verfügbar sind. Dennoch messen viele Unternehmen weiterhin vor allem die Kennzahlen, die einfach zu erfassen sind, was wichtige Zusammenhänge zwischen Werbekontakten und Kaufentscheidungen verdeckt. Künstliche Intelligenz kombiniert verschiedene Methoden, um ein umfassenderes Bild der Customer Journey zu erzeugen. Trotz der Herausforderungen, wie Datenschutzvorgaben und fehlenden Trackingdaten, bleibt die Bedeutung kanalübergreifender Messung entscheidend. Unternehmen sollten die Ergebnisse regelmäßig mit harten Geschäftszahlen abgleichen und die Entscheidungen der Algorithmen kritisch hinterfragen. --- Thema 4 --- Im Fachartikel von Kai-Marcus Thäsler wird die Entwicklung von Out of Home, kurz OOH, als datengetriebenen Performance-Kanal thematisiert. Kai-Marcus Thäsler erläutert, dass OOH in einer Zeit, in der digitale Werbung an Aufmerksamkeit verliert, von Sichtbarkeit und Markensicherheit profitiert. Die digitale Werbewelt kämpft mit sinkenden Reichweiten und steigenden Kosten, während OOH genau dort an Bedeutung gewinnt, wo Marken sichtbar sein müssen: im öffentlichen Raum und entlang der mobilen Customer Journey. Nach Einschätzung von Kai-Marcus Thäsler hat die technologische Entwicklung OOH grundlegend transformiert. Digital Out of Home, kurz DOOH, ermöglicht dynamische Ausspielungen und programmatische Buchungen, wodurch OOH zu einem echten Performance-Baustein im Mediamix wird. Die wirtschaftlichen Perspektiven für den OOH-Markt sind positiv, da OOH von strukturellen Trends wie steigender Mobilität und Urbanisierung profitiert. Thäsler betont, dass OOH heute integrativ in vernetzte Kampagnen eingebunden ist und kreative Exzellenz einen Wettbewerbsvorteil darstellt. Marken, die kreative Ansätze mit intelligenter Datensteuerung kombinieren, erzielen überdurchschnittliche Erinnerungswerte. OOH wird somit zu einem zentralen Baustein erfolgreicher Markenkommunikation in der neuen Marketingrealität. --- Thema 5 --- In der heutigen Podcast-Episode mit Patrick Schmid wird das Thema der Suchmaschinenoptimierung im Kontext von Künstlicher Intelligenz besprochen. Patrick Schmid erläutert, dass die Optimierung für neue AI-Search-Plattformen wie Perplexity oder ChatGPT nicht mehr eins zu eins mit traditionellen Methoden funktioniert. Diese Plattformen nutzen eigene Algorithmen, weshalb eine Webseite, die in Google gut platziert ist, nicht automatisch auch in diesen Systemen sichtbar ist. Marketing-Teams müssen daher neue Strategien und spezifische Prompts entwickeln, um in diesen Kanälen erfolgreich zu sein. Ein interessanter Aspekt sind Listicles, die nach wie vor effektiv sind, da die aktuellen KI-Modelle noch anfällig für Täuschungen sind. Patrick Schmid betont, dass kleinere Unternehmen durch ansprechend gestaltete Listen Chancen nutzen können. Zudem empfiehlt er, sich auf Long-Tail-Keywords zu konzentrieren, um in Nischenmärkten schneller Sichtbarkeit zu erlangen. Kontextreiche Inhalte, wie FAQs und Grounding Pages, sind ebenfalls entscheidend, da sie die Wahrscheinlichkeit erhöhen, von den Modellen zitiert zu werden. Abschließend hebt Patrick Schmid hervor, dass das Know-how von Agenturen in der Anwendung von GEO-Überwachungstools einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil darstellt, insbesondere in einem sich ständig verändernden Markt.