--- Hook --- Wir nehmen heute in den Blick „ChatGPT Ads: Jede siebte Anzeige liegt daneben“, „Claude-generierte Texte bekommen Wasserzeichen“, „ChatGPT Ads: Anrufe lassen sich jetzt zuordnen“, „Google bringt KI-Agenten in Ads und Analytics“ und den Fachartikel von Martin Möller zu „Warum KI-Labels nicht genügen“. --- Thema 1 --- ChatGPT Ads haben sich bereits bei jeder vierten kommerziellen Anfrage etabliert, jedoch zeigen aktuelle Studien, dass jede siebte Anzeige thematisch nicht zum jeweiligen Prompt passt. Laut einer Untersuchung von SE Ranking, die über fünfzigtausend kommerzielle Prompts aus zwanzig Kategorien in den USA analysierte, betrug der Anteil der irrelevanten Anzeigen insgesamt vierzehn Komma fünfunddreißig Prozent. In bestimmten Kategorien, wie Beziehungen sowie Nachrichten und Politik, lag dieser Anteil sogar über fünfzig Prozent. Obwohl ChatGPT Ads eine beachtliche Reichweite erzielen, ist die Conversion-Rate unzureichend. In einem Selbsttest von SE Ranking wurden drei Kampagnen über zwei Wochen in mehreren Ländern durchgeführt, die mehr als siebenundneunzigtausend Impressions und über eintausendzweihundertsechzig Klicks generierten, jedoch nur sehr wenige Anmeldungen zur Folge hatten. Eine mögliche Ursache für die niedrige Conversion könnte die eingeschränkte Zielgruppe sein, da nur Nutzer der Free- und Go-Tarife die Anzeigen sehen, während zahlende Nutzer werbefrei bleiben. Dies könnte insbesondere im B2B-Marketing problematisch sein. Insgesamt bleibt festzuhalten, dass trotz der Reichweite von ChatGPT Ads Herausforderungen bei der Relevanz und Conversion bestehen. --- Thema 2 --- Anthropic hat beschlossen, Texte, die mit dem Claude-Modell generiert werden, weltweit mit unsichtbaren Wasserzeichen zu versehen. Diese Kennzeichnung soll dazu beitragen, den Einsatz von Künstlicher Intelligenz besser zu erkennen und nachzuvollziehen. Das Wasserzeichen bleibt beim Kopieren und Einfügen des Textes erhalten, ohne die Bedeutung oder Lesbarkeit zu beeinträchtigen. Diese Maßnahme erfolgt als Reaktion auf neue Vorgaben der Europäischen Union, die mehr Transparenz im Umgang mit KI-Inhalten fordern. Modelle, die seit dem zweiten August veröffentlicht wurden, unterstützen die Wasserzeichen von Anfang an, während auch ältere Modelle entsprechend angepasst werden sollen. Die zunehmende Nutzung generativer Künstlicher Intelligenz ist bemerkenswert, denn Umfragen zeigen, dass mehr als die Hälfte der Autoren und sogar über neunzig Prozent der Studenten an deutschen Hochschulen KI-Tools für ihre Schreibprojekte nutzen. Trotz der Vorteile bietet das Wasserzeichen keinen vollständigen Schutz, da Bearbeitungen, Übersetzungen oder Umformulierungen die Kennzeichnung entfernen können. Auch das Vermischen von KI-Inhalten mit anderen Texten kann das Wasserzeichen unkenntlich machen. Anthropic arbeitet daher an der Integration dieser Technologie in ältere Modelle. Das Wasserzeichen ergänzt bestehende KI-Detektoren und Maßnahmen gegen Missbrauch, ersetzt diese jedoch nicht. --- Thema 3 --- CallTrackingMetrics, kurz CTM, hat eine neue Funktion für ChatGPT Ads eingeführt, die es ermöglicht, Telefonanrufe direkt den jeweiligen Kampagnen zuzuordnen. Diese Integration schließt eine bisher bestehende Messlücke und erlaubt es Unternehmen, genau nachzuvollziehen, welche KI-Werbekampagne einen Anruf ausgelöst hat und welche dieser Kontakte zu relevanten Kunden oder Leads werden. Die Resultate werden im CTM-Reporting zusammen mit Daten aus etablierten Werbekanälen angezeigt. Darüber hinaus fließen qualifizierte Conversion-Daten zurück an OpenAI. Dies bedeutet, dass das Werbesystem nicht nur Informationen über Klicks oder Anrufe erhält, sondern auch darüber, ob daraus wertvolle Kundenkontakte entstanden sind. Dieser geschlossene Datenkreislauf soll OpenAI dabei unterstützen, Kampagnen basierend auf tatsächlichen Ergebnissen zu optimieren. Mit dieser Neuerung erhält ChatGPT Call Attribution, ähnlich wie es bereits bei Google, Meta und Microsoft der Fall ist. Dies ist besonders relevant für Performance-Marketer, da KI-Werbung nun besser in bestehende Mess- und Attribution-Prozesse integriert werden kann. CTM ergänzt diese Funktionalität mit AskCTM, einem KI-Agenten, der die Einrichtung eigener KI-Funktionen erleichtert. Damit beginnt die ChatGPT-Werbung, die gleiche Mess- und Optimierungsinfrastruktur zu erhalten, die in den Bereichen Suchmaschinenmarketing und soziale Medien bereits etabliert ist. --- Thema 4 --- Google hat seine Plattformen Google Ads und Google Analytics um neue agentische KI-Funktionen erweitert, die auf der Technologie von Gemini basieren. Diese Neuerungen zielen darauf ab, Marketingdaten effizienter auszuwerten und direkt Handlungsempfehlungen abzuleiten. In Google Analytics werden neue AI Overviews auf der Startseite angezeigt, die wichtige Veränderungen seit dem letzten Login zusammenfassen, wie zum Beispiel saisonale Umsatzspitzen oder Traffic-Veränderungen. Auch in Google Ads erhalten Nutzer personalisierte KI-Insights, die relevante Entwicklungen und neue Chancen hervorheben. Eine bedeutende Funktion ist die Möglichkeit, visuelle Reports über Text-Prompts zu erstellen. Die KI generiert Echtzeit-Zusammenfassungen, die nicht nur Zahlen präsentieren, sondern auch mögliche Ursachen für die Ergebnisse erläutern. Zudem können Nutzer über Ask Advisor eigene Fragen stellen, um Trends zur Verbesserung der Kampagnenleistung zu identifizieren. Eine weitere Neuerung ist das Performance-Benchmarking in Google Analytics, das die Kampagnenleistung mit anonymisierten Durchschnittswerten ähnlicher Unternehmen vergleicht. Diese Entwicklungen zeigen, dass Google seine Marketingplattformen so gestaltet, dass KI nicht nur Informationen aufbereitet, sondern auch als Unterstützung bei Analyse, Optimierung und Entscheidungsfindung dient. --- Thema 5 --- Im Fachartikel von Martin Möller wird die Bedeutung einer risiko-basierten Content-Governance im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz hervorgehoben. Martin Möller erläutert, dass die Kennzeichnung von KI-Inhalten nicht ausreicht, um die Qualität und Aktualität der Informationen zu gewährleisten. Der Future Marketing Index Winter zweitausendsechsundzwanzig zeigt, dass über achtzig Prozent der Befragten Künstliche Intelligenz im Marketing als relevant erachten. Möller weist darauf hin, dass die Transparenzpflichten der KI-Verordnung ab dem zweiten August zweitausendsechsundzwanzig bestimmte KI-Systeme betreffen, jedoch nicht jede KI-Nutzung im Marketing. Er betont, dass ein Label zwar Transparenz schafft, jedoch keine Qualitätskontrolle ersetzt. Die Untersuchung von über sechsundfünfzigtausend Seiten öffentlicher Krankenkassen-Websites zeigt, dass viele Inhalte veraltet oder fehlerhaft bleiben, wenn keine klare Verantwortlichkeit und Prüfstruktur vorhanden sind. Möller schlägt vor, vier zentrale Angaben pro Seite zu implementieren, um die Inhalte prüfbar zu machen. Diese umfassen Verantwortung, Quelle, Prüfdatum und einen Meldeweg. Er schlussfolgert, dass gute Content-Governance nicht mit der Kennzeichnung beginnt, sondern mit der prüfbaren Aussage, um die Qualität der Informationen langfristig zu sichern.