--- Hook --- Wir beleuchten heute, wie Chat GPT Werbung für Gratis-Nutzer integriert und warum Ritter Sport vor Gericht eine Niederlage einstecken musste. Zudem berichten wir, wie Mitarbeiter Firmengeheimnisse an große Sprachmodelle weitergeben, im Fachartikel von Alexander Kube über die neue Macht von Affiliate, KI und Creator und im Podcast mit Torsten Schwarz über zukünftige Marketingtrends im Jahr zweitausendsechsundzwanzig. --- Thema 1 --- OpenAI plant, Werbung in die Antworten von ChatGPT zu integrieren, was einen signifikanten Wandel für die Gratis-Nutzer darstellt. Zukünftig werden diese Nutzer gesponserte Inhalte anstelle neutraler Ergebnisse erhalten. Diese Änderung betrifft in Deutschland rund dreiundzwanzig bis vierundzwanzig Millionen wöchentliche Nutzer, die bisher mit werbefreien Antworten vertraut waren. Die Werbung wird als Native Advertising präsentiert, das heißt, sie erscheint nicht als klassische Anzeige, sondern wird als normale Empfehlung in den Antworttext eingebettet. Dies könnte für Nutzer weniger transparent sein, aber für Werbetreibende eine effektive Möglichkeit darstellen, ihre Produkte zu bewerben. Der Hintergrund dieser Entscheidung sind die hohen Betriebskosten von KI-Systemen, die sich durch die Nutzung von Gratis-Nutzern kaum decken lassen. Trotz der hohen Umsätze von OpenAI wird Werbung nun als wirtschaftlich notwendiger Schritt angesehen. Wer keine Werbeinhalte in den Antworten wünscht, muss auf kostenpflichtige Angebote wie ChatGPT Plus oder Google Gemini Advanced ausweichen. Dieser Schritt verdeutlicht den Trend, dass kostenlose KI-Dienste zwar weiterhin verfügbar bleiben, jedoch ihre Neutralität verlieren. --- Thema 2 --- Ritter Sport hat vor Gericht eine Niederlage erlitten, als das Landgericht Stuttgart eine Klage gegen den quadratischen Haferriegel „Monnemer Quadrat Bio“ der Firma Wacker abwies. Das Gericht stellte fest, dass keine Markenverletzung vorliegt, obwohl es gewisse Ähnlichkeiten in Form und Verpackung zwischen den Produkten gab. Die Richter sahen keine Verwechslungsgefahr zwischen der klassischen Tafelschokolade und dem funktionalen Energieriegel. Ritter Sport argumentierte, dass beide Produkte dieselbe Zielgruppe ansprechen und forderte neben Unterlassung auch Schadenersatz sowie einen Produktrückruf. Das Gericht wies diese Argumentation jedoch zurück und betonte, dass Verbraucher klar zwischen den beiden Produktkategorien unterscheiden können. Ritter Sport prüft nun die Möglichkeit einer Berufung, was darauf hindeutet, dass der Rechtsstreit möglicherweise weitergeht. Wacker hat aus Vorsicht den quadratischen Riegel vorübergehend aus dem Verkauf genommen, um möglichen finanziellen Folgen vorzubeugen. Der Fall verdeutlicht die Sensibilität von Form, Design und Markenführung im Bereich der schnelllebigen Konsumgüter und die Grenzen des Markenschutzes, die Gerichte setzen. --- Thema 3 --- Eine aktuelle Studie zeigt, dass der Einsatz nicht genehmigter KI-Tools im Arbeitsalltag weit verbreitet ist. In einer Umfrage unter mehr als eintausend Beschäftigten in den USA gaben fünfundfünfzig Prozent an, KI-Anwendungen zu nutzen, die von ihrem Arbeitgeber nicht offiziell freigegeben wurden. Auffällig ist, dass mehr als die Hälfte der Befragten angibt, ihre Führungskräfte seien über diese Nutzung informiert und unterstützen sie sogar. Besonders häufig greifen Führungskräfte und Senior Manager auf solche Tools zurück, was ein klares Signal an ihre Teams sendet. Kritisch ist der Umgang mit Daten, denn rund drei Viertel der Nutzer haben möglicherweise sensible Informationen wie Kundendaten oder interne Dokumente in diese Systeme eingegeben. Obwohl fast neunzig Prozent der Befragten sich der Risiken des KI-Einsatzes im Arbeitskontext bewusst sind, bleibt der Wunsch nach Effizienz und Geschwindigkeit ein treibender Faktor. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, klare Regeln und sichere Alternativen zu schaffen, um diesen Graubereich aktiv zu gestalten. --- Thema 4 --- Im Fachartikel von Alexander Kube wird Affiliate Marketing als Schlüsselkomponente für die Zukunft des digitalen Handels beschrieben. Alexander Kube erläutert, dass Affiliate Marketing im Jahr zweitausendsechsundzwanzig zur Infrastruktur für Künstliche Intelligenz, Creator Commerce und Echtzeitdaten avancieren wird, weit über die Rolle eines klassischen Performance-Kanals hinaus. Er betont, dass generative Künstliche Intelligenz die Produktentdeckung revolutioniert und die Art und Weise, wie Konsumenten Entscheidungen treffen, grundlegend verändert. Nach Einschätzung von Alexander Kube wird die Regulierung, insbesondere die Entwicklungen in Großbritannien, zu einem stabileren und datenschutzkonformen Tracking-Ökosystem führen. Dies wird auch andere EU-Länder, wie Deutschland, beeinflussen. Kube hebt hervor, dass die Conversion Protection Initiative bei Awin eine zentrale Rolle spielt, um Advertisern und Publishern eine transparente und faire Infrastruktur zu bieten. Darüber hinaus beschreibt er, wie Plattformen wie TikTok Shop ein neues emotionales Commerce-Ökosystem schaffen, in dem Affiliates von hoher Interaktionsrate und klarer Attribution profitieren. Alexander Kube verdeutlicht, dass Unternehmen ihre Datenkompetenz stärken müssen, um im digitalen Raum sichtbar zu bleiben. Er schlussfolgert, dass Affiliate Marketing im Jahr zweitausendsechsundzwanzig zu einem Seismografen für technologische Reife und datenstrategische Kompetenz wird. --- Thema 5 --- In der heutigen Podcast-Episode mit Torsten Schwarz wird das Thema Marketing im Jahr zweitausendsechsundzwanzig besprochen. Eine Expertenrunde diskutiert, dass Marken sich häufig in einer Vielzahl von Tools verlieren und dabei die strategische Grundlage vernachlässigen. Torsten Schwarz erklärt, dass ohne ein solides strategisches Fundament Künstliche Intelligenz eher als Verstärker von Problemen fungiert, statt Lösungen zu bieten. Die Bedeutung des Kundenverstehens und der Markenpositionierung wird hervorgehoben, da viele Unternehmen sich auf technische Aspekte des Trackings konzentrieren, anstatt die psychologischen Bedürfnisse ihrer Zielgruppe zu erkennen. Darüber hinaus wird die Problematik des Purpose-Driven-Marketings angesprochen, das oft als Marketing-Farce wahrgenommen wird. Authentizität wird als Schlüssel zur Glaubwürdigkeit betont. Torsten Schwarz weist darauf hin, dass Künstliche Intelligenz zwar ein nützliches Werkzeug ist, jedoch menschliche Entscheidungen und strategisches Denken unverzichtbar bleiben. Abschließend wird die Notwendigkeit betont, Daten im Kontext zu verstehen, um effektives Marketing zu betreiben. Die Zukunft liegt nicht in der Automatisierung, sondern in einem durchdachten Marketing Resource Management.