--- Hook --- Heute widmen wir uns „Amazon wächst 26 Prozent mit Anzeigen“, „LinkedIn mit Meldeknopf für KI-Texte“, „Deichmann und Fila machen auf Retro“, den Fachartikel von Martin Aschoff zu „Orion Versand setzt auf Hyperpersonalisierung per KI“ und den Podcast mit Bastian Siebers über „Warum Flaconis CEO bei AI Search bewusst zögert“. --- Thema 1 --- Amazon hat im zweiten Quartal zweitausendsechsundzwanzig ein bemerkenswertes Wachstum von sechsundzwanzig Prozent im Werbebereich erzielt. Der Umsatz im Bereich Amazon Advertising stieg auf rund neunzehn Milliarden achthundert Millionen US-Dollar. Ein wesentlicher Faktor für dieses Wachstum sind die Sponsored Products, während auch KI-gestützte Werbeformate sowie konversationelle Anzeigen, beispielsweise in Alexa und Alexa for Shopping, zunehmend an Bedeutung gewinnen. Amazon setzt verstärkt auf künstliche Intelligenz, um die Effizienz der Werbekampagnen zu steigern. Der Ads Agent automatisiert die Kampagnenerstellung, was den Zeitaufwand reduziert und die Kosten pro Impression und Akquisition senkt. Darüber hinaus verzeichnete Amazon Web Services, kurz AWS, ein Umsatzwachstum von siebenunddreißig Prozent und bleibt ein zentraler Wachstumstreiber des Unternehmens. CEO Andy Jassy sieht in der Cloud-Sparte ein langfristiges Umsatzpotenzial von bis zu einer Billion US-Dollar jährlich. Insgesamt zeigt das Quartal, dass Amazon seine Position als leistungsstarke Werbeplattform mit innovativen Lösungen und wachsender Reichweite weiter ausbaut. --- Thema 2 --- LinkedIn hat Maßnahmen ergriffen, um den Einfluss von KI-generierten Inhalten auf der Plattform zu reduzieren und die Authentizität der Beiträge zu stärken. Ein neuer Meldebutton ermöglicht es Nutzern, Beiträge zu kennzeichnen, die überwiegend künstlich erstellt und qualitativ minderwertig sind. Diese Rückmeldungen sollen die Erkennung solcher Inhalte verbessern. Zudem investiert LinkedIn in neue Klassifizierungsmodelle, die KI-generierte oder wenig relevante Beiträge identifizieren und deren Sichtbarkeit in den Empfehlungen verringern. Täglich werden Hunderttausende automatisierte Kommentare und Millionen von Bot-Aktivitäten blockiert. Für Content-Ersteller gibt es ebenfalls neue Funktionen: Sie erhalten Hinweise, wenn ihre Beiträge als wenig authentisch wahrgenommen werden. LinkedIn hat zudem seine KI-Funktion zur Texterstellung abgeschafft. Stattdessen wird eine Korrekturhilfe angeboten, die Grammatik und Formulierungen verbessert, ohne den individuellen Schreibstil zu verändern. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, den Einsatz von KI bewusster zu gestalten und die eigene Stimme der Nutzer zu fördern. --- Thema 3 --- Deichmann und Fila haben eine neue Kampagne mit dem Titel „Create Offline Memories“ ins Leben gerufen, die sich gezielt an die Generation Z und junge Frauen richtet. Im Mittelpunkt steht die Musikerin und Creatorin Kayla Shyx, die gemeinsam mit ihrer Freundin Sofya auftritt. Die Kampagne hebt reale Erlebnisse und Freundschaften hervor und positioniert sich damit gegen die ständige digitale Präsenz. Die Kampagne umfasst eine vierzigteilige Head-to-Toe-Kollektion, die Retro-Elemente mit modernem Streetstyle kombiniert. Visuell wird auf eine Camcorder-Ästhetik, Einwegkamera-Optik und nostalgische Low-Fidelity-Beats gesetzt. Diese Ansprache richtet sich hauptsächlich an modeinteressierte Frauen im Alter zwischen achtzehn und vierunddreißig Jahren und ist vom dritten August bis zum dreizehnten September zweitausendsechsundzwanzig aktiv. Die Kollektion ist nicht nur in Deutschland, sondern auch in sechzehn weiteren Ländern erhältlich, teilweise exklusiv im Online-Shop. Deichmann nutzt verschiedene Kanäle wie Schaufenster am Point of Sale, den Online-Shop, Newsletter, Prospekte, das Kundenmagazin sowie soziale Medien wie Instagram, TikTok und YouTube, um die Kampagne zu verbreiten. Diese Strategie kombiniert einen innovativen Gegen-den-Mainstream-Ansatz mit Influencer-Marketing und einer kanalübergreifenden Ansprache. --- Thema 4 --- Im Fachartikel von Martin Aschoff wird die Implementierung von Hyperpersonalisierung durch Orion Versand thematisiert. Martin Aschoff erläutert, dass Orion Versand gemeinsam mit SmartCom und AGNITAS die E-Mail-Kommunikation um KI-basierte Personalisierung erweitert hat. Diese Maßnahme führte zu einer signifikanten Steigerung der Conversion um fünfundvierzig Prozent und zu einem Umsatzplus von fünfundachtzig Prozent, ohne die bestehenden Kampagnenprozesse grundlegend zu verändern. Nach Einschätzung von Martin Aschoff ist Hyperpersonalisierung ein entscheidender Bestandteil moderner E-Mail-Marketing-Strategien, da sie eine individuelle Ansprache ermöglicht, basierend auf Kaufhistorien und Verhaltensdaten. Orion Versand hat erkannt, dass klassische Newsletter den unterschiedlichen Interessen der Empfänger nur begrenzt gerecht werden können. Daher wurde ein KI-basierter Recommendation Service implementiert, der automatisiert Produktempfehlungen generiert. Jeder Newsletter enthält mindestens vier individuell berechnete Produktempfehlungen, die ohne manuellen Aufwand in bestehende Templates integriert werden. Martin Aschoff betont, dass Hyperpersonalisierung über die einfache Ansprache mit Namen hinausgeht und die Effizienz im Kampagnenmanagement steigert. Das Beispiel von Orion Versand zeigt, wie KI-gestützte Personalisierung in Marketingstrategien integriert werden kann und welche messbaren Ergebnisse erzielt werden. --- Thema 5 --- In der heutigen Podcast-Episode mit Bastian Siebers wird die Rolle von Künstlicher Intelligenz im Kundenservice sowie die strategische Ausrichtung von Flaconi besprochen. Bastian Siebers erklärt, dass bei Flaconi Vertrieb, Marketing, Einkauf und Pricing in einer Hand liegen, um interne Reibungsverluste zu vermeiden. Diese Bündelung hat entscheidend dazu beigetragen, den Umsatz von dreihundertzwanzig auf sechshunderteinundfünfzig Millionen Euro zu steigern und das Unternehmen von Verlust in ein deutliches Plus zu führen. Statt auf Omnichannel-Strategien zu setzen, verfolgt Flaconi das Ziel der Kanalexzellenz. Neue Filialen sollen erst eröffnet werden, wenn sie den hohen Ansprüchen des Onlinegeschäfts gerecht werden. Bastian Siebers äußert sich kritisch zur Hyperpersonalisierung, die er als Hype betrachtet. Flaconi setzt stattdessen auf automatisierte Trigger, die kleinere Kundensegmente ansprechen. Künstliche Intelligenz wird als integraler Bestandteil der digitalen DNA betrachtet, wobei rund dreißig Prozent der Kundenanfragen bereits automatisiert bearbeitet werden. Bei der Sichtbarkeit in KI-Suchassistenten zeigt sich Flaconi jedoch zurückhaltend, um den direkten Kundenkontakt nicht zu gefährden, der für das Geschäftsmodell entscheidend bleibt.