--- Hook --- Wir beleuchten heute, wie Amazon plant, seine Anzeigenerlöse bis zum Jahr zweitausenddreißig zu verdoppeln, und wie Nivea erfolgreich auf TikTok punktet. Außerdem berichten wir über ein Bußgeld von einer Million Euro wegen unerlaubter Werbeanrufe, diskutieren im Fachartikel von Anja Heinrich über die Steuerung von KI im SEA bis zweitausendsechsundzwanzig und hören im Podcast mit Claudia Grajek, wie Performance Marketing richtig definiert wird. --- Thema 1 --- Amazon plant, seine Anzeigenerlöse bis zum Jahr zweitausenddreißig auf über einhunderteinundvierzig Milliarden Dollar zu steigern. Der Anteil des Unternehmens am digitalen Werbemarkt soll von zehn Komma sechs auf dreizehn Komma zwei Prozent wachsen. Eine aktuelle Befragung von Werbekunden zeigt, dass sechzig Prozent von ihnen für das Jahr zweitausendsechsundzwanzig höhere Budgets einplanen, was Amazon zugutekommen dürfte. Besonders die eigene Demand Side Platform gewinnt an Bedeutung und könnte Marktanteile von anderen Werbekanälen abziehen. Zudem tragen die Werbung auf Prime Video und KI-gestützte Optimierungstools zur Attraktivität des Angebots für Werbetreibende bei. Mit dem Wachstum wird auch die Rolle von Amazon im digitalen Werbemarkt zunehmend wichtiger. Die Kombination aus generativer KI für Werbemittel, verbesserter Performance-Messung und der engen Verzahnung mit dem E-Commerce-Geschäft festigt langfristig die Position von Amazon als zentrale Plattform für digitale Werbung. --- Thema 2 --- Nivea hat mit einer innovativen TikTok-Kampagne einen bemerkenswerten Erfolg erzielt, indem sie kritische Themen in den Mittelpunkt ihrer Markenkommunikation stellte. Die Beiersdorf-Marke konnte ihre Wahrnehmung in der Generation Z von Platz sechs auf Platz eins im Bereich Nachhaltigkeit steigern. Anstatt traditionelle Werbebotschaften zu verwenden, setzte Nivea gemeinsam mit der Agentur Mawave auf einen offenen Dialog mit der Community. Kritische Fragen und Kommentare wurden aktiv aufgegriffen und in Form von Stitches, Reaktionen sowie Interviews mit Nivea-Expertinnen verarbeitet. Die Inhalte wurden speziell für TikTok erstellt und beinhalteten kurze Formate und plattformtypische Sounds. Über einhundert kreative Ansätze wurden getestet, wobei die organisch erfolgreichen Inhalte durch gezielte Werbemaßnahmen weiter verbreitet wurden. Die Ergebnisse der Kampagne belegen den Erfolg des Ansatzes: Nivea erzielte insgesamt zweihundert einundneunzig Millionen Views und einen Ad Recall von dreizehn Komma acht Prozent, was deutlich über dem Benchmark liegt. Das zentrale Learning für Nivea war, dass Relevanz auf TikTok durch Zuhören, Transparenz und einen kontinuierlichen Dialog auf Augenhöhe entsteht. --- Thema 3 --- Im Jahr zweitausendfünfundzwanzig verhängte die Bundesnetzagentur Bußgelder in Höhe von über einer Million Euro gegen unseriöse Werbefirmen, da die Zahl der Beschwerden über unerlaubte Werbeanrufe um sechs Prozent anstieg. Insgesamt gingen bei der Behörde fast vierzigtausend Beschwerden ein, wobei Gewinnspiele der häufigste Anlass waren. Trotz eines Rückgangs im Vergleich zum Rekordjahr zweitausendeinundzwanzig bleibt der Anstieg der Beschwerden ein Zeichen dafür, dass Cold Calls nach wie vor weit verbreitet sind. Die Bundesnetzagentur sieht in den verhängten Millionenstrafen eine teilweise abschreckende Wirkung, insbesondere bei Werbeanrufen für Photovoltaikanlagen, deren Zahl zurückging. Zudem wurden erstmals Verstöße gegen die Dokumentationspflicht von Werbeeinwilligungen sanktioniert. In Deutschland sind Werbeanrufe nur mit vorheriger ausdrücklicher Einwilligung zulässig. Bundesnetzagentur-Präsident Klaus Müller hob hervor, dass unerlaubte Telefonwerbung sowohl Verbraucher schädige als auch den fairen Wettbewerb untergrabe. Die Behörde plant, weiterhin konsequent gegen Regelverstöße vorzugehen. --- Thema 4 --- Im Fachartikel von Anja Heinrich wird die Entwicklung des Suchmaschinenmarketings, kurz SEA, bis zum Jahr zweitausendsechsundzwanzig thematisiert. Anja Heinrich erläutert, dass SEA sich zunehmend von der klassischen Steuerung der Suchergebnisseiten hin zu einer ganzheitlichen Performance-Plattform entwickelt. Der Erfolg im SEA wird in Zukunft maßgeblich durch die Nutzung von künstlicher Intelligenz, hochwertigen First-Party-Daten und strategischer Kampagnensteuerung beeinflusst. Sie betont, dass KI zwar eine zentrale Rolle spielt, jedoch kein Selbstläufer ist. Die richtige Steuerung der Kampagnen ist entscheidend. Marketingentscheider müssen klare Ziele definieren und sicherstellen, dass die Algorithmen mit qualitativ hochwertigen Signalen arbeiten. Zudem hebt Anja Heinrich hervor, dass die Personalisierung von Werbung eine Grundvoraussetzung für den Erfolg darstellt. Hierbei sind modulare und zielgruppenspezifische Werbemittel von großer Bedeutung. Die Qualität der Produktdaten wird als fundamentaler Erfolgsfaktor identifiziert, da sie die Grundlage für automatisierte Anzeigen bildet. Abschließend stellt Anja Heinrich fest, dass die Prioritäten für Marketingentscheider klar definiert sein müssen, um im wettbewerbsintensiven Umfeld von zweitausendsechsundzwanzig erfolgreich zu sein. --- Thema 5 --- In der heutigen Podcast-Episode mit Claudia Grajek wird das Thema Performance Marketing umfassend besprochen. Claudia Grajek erklärt, dass Performance Marketing weit über das bloße Ausgeben von Werbebudget hinausgeht. Es handelt sich um datengetriebene Werbung auf Plattformen wie Meta, LinkedIn oder TikTok, unterstützt durch automatisierte Bietsysteme. Dabei ist es entscheidend, vorab zu analysieren, ob eine Kampagne sinnvoll ist, da ungünstige Kostenstrukturen, wie beispielsweise fünfzehn Euro pro Lead bei komplexen Zielgruppen, keinen Return on Investment bringen können. Die Auswahl der richtigen Plattform hängt stark von der Zielgruppe ab. Claudia betont, dass viele potenzielle Kunden nicht aktiv suchen, sondern wechselwillig sind und daher in sozialen Netzwerken besser erreicht werden können. Zudem hebt sie hervor, dass die Qualität der Leads wichtiger ist als deren Quantität. Eine hohe Klickrate ist wertlos, wenn die falschen Kunden angesprochen werden. Schließlich erläutert Claudia, dass psychologische Optimierung und strategisches Denken bei der Erstellung von Anzeigen entscheidend sind. Anstatt auf KI-generierte Inhalte zu setzen, empfiehlt sie, mit vorhandenem Bildmaterial zu arbeiten, um schnell herauszufinden, welche Ansätze funktionieren. So können effektive Marketingstrategien entwickelt werden.