--- Hook --- Wir beleuchten heute, wie Amazon Werbung gezielt an KI-Agenten ausspielt und warum Becel auf Retro setzt. Außerdem berichten wir darüber, welche Auswirkungen ein Social-Media-Verbot auf die Werbung hat, und im Fachartikel von Katy Link erfahren wir, warum Tempo im Moment Marketing entscheidend ist, während wir im Podcast mit Benjamin Desche darüber sprechen, wie Eventmarketer mit KI bis zu achtzig Prozent ihrer Planungszeit einsparen können. --- Thema 1 --- Amazon ermöglicht es KI-Agenten, direkt auf seine Werbesysteme zuzugreifen. Dies geschieht durch den neuen Amazon Ads Model Context Protocol Server, der eine einfache Integration für Werbetreibende und Adtech-Partner bietet. Anstatt individuelle Schnittstellen zu nutzen, übersetzt ein gemeinsames Protokoll natürliche Sprache in strukturierte API-Aufrufe. Dadurch fungiert es als Vermittler zwischen den KI-Agenten und Amazon Ads. Die Steuerung von Kampagnen erfolgt nun per Sprachprompt. Nach der Anbindung können die Agenten Aufgaben wie die Erstellung von Kampagnen, Anpassungen des Budgets, die Verwaltung von Produkten sowie das Reporting übernehmen. Zentrale Tools bündeln dabei typische mehrstufige Workflows in einzelne Aktionen, die über dialogbasierte Prompts ausgelöst werden. Dies soll die Bedienung vereinfachen und Fehler durch falsche oder veraltete API-Nutzung vermeiden. Mit dieser Initiative reagiert Amazon auf den steigenden Bedarf an standardisierten Schnittstellen für agentische KI im Advertising. Der offene Beta-Start folgt auf einen geschlossenen Testlauf und reiht sich in branchenweite Bemühungen zur Automatisierung von Werbeprozessen ein. Gleichzeitig bekräftigt Amazon seine Ambitionen im Bereich agentischer Commerce, während das Werbegeschäft weiterhin wächst. --- Thema 2 --- Die Margarinemarke Becel hat ein Rebranding im Retro-Design initiiert, das nostalgische Elemente mit modernem Minimalismus kombiniert. Ziel dieses Relaunches ist es, die Markenhistorie emotional aufzuladen, um sowohl bestehende Kunden zu binden als auch neue Zielgruppen, insbesondere im Bereich pflanzlicher Produkte, zu gewinnen. Das neue Packaging zeigt anstelle des bisherigen Herzens eine stilisierte Sonnenblume und der Markenname wird in geometrischer, serifenloser Minuskelschrift dargestellt. Diese Designänderungen sollen Vertrautheit schaffen und die nostalgische Markenidentität stärken. Becel folgt mit diesem Ansatz der Strategie, die bereits bei anderen Marken wie Rama erfolgreich umgesetzt wurde. Nostalgische Designs fungieren als Vertrauensanker in einem wettbewerbsintensiven Markt, indem sie Beständigkeit und Herkunft vermitteln. Dennoch ist die Umsetzung im Handel noch nicht vollständig: Alte und neue Verpackungen sind derzeit parallel in den Regalen zu finden. Die Submarke „Becel ProActiv“ wird separat positioniert, was die Kohärenz der Marke beeinträchtigen könnte. Das neue Branding wurde von der Agentur Jones Knowles Ritchie entwickelt. Die Wirksamkeit des Mixes aus Nostalgie und modernem Minimalismus bleibt abzuwarten. --- Thema 3 --- Ein bevorstehendes Social-Media-Verbot für Jugendliche in mehreren europäischen Ländern könnte erhebliche Auswirkungen auf die Werbung haben. Jugendliche sind eine kaufkräftige Zielgruppe, die frühzeitig Markenpräferenzen entwickelt. Studien zeigen, dass sechzehn- bis achtzehnjährige Jugendliche über mehrere hundert Euro monatlich verfügen und Kaufentscheidungen im Haushalt beeinflussen. Daher sind sie für viele Branchen wie Beauty, Fashion, Food oder Entertainment von strategischer Bedeutung. Derzeit ist Social Media der wichtigste Medienkanal für junge Zielgruppen, jedoch ist die Werbung bereits stark reguliert. Plattformen wie Meta zeigen keine Anzeigen mehr an Personen unter achtzehn Jahren, und auch Google schränkt Werbung für viele Produktkategorien ein. Ein Verbot könnte die direkte Erreichbarkeit dieser Zielgruppe weiter verringern. Die genauen Auswirkungen auf das Kaufverhalten bleiben unklar, da das Targeting eingeschränkt ist und Altersangaben oft unzuverlässig sind. In diesem Kontext gewinnen alternative Kanäle wie Streaming, Gaming und Events an Bedeutung. Plattformen wie Netflix, Disney+ und YouTube könnten von Werbebudgets profitieren, ebenso wie Gaming-Angebote. Marken müssen sich auf einen breiten Mix aus bezahlten, eigenen und realen Touchpoints konzentrieren, um ihre Zielgruppen effektiv zu erreichen. --- Thema 4 --- Im Fachartikel von Katy Link wird die Bedeutung von Tempo im Moment Marketing hervorgehoben. Katy Link erläutert, dass virale Creator-Momente nur mit einer soliden Vorbereitung erfolgreich genutzt werden können. Hierbei spielen Social Listening, klare Entscheidungsstrukturen und eine schnelle Aktivierung eine entscheidende Rolle. Sie beschreibt, dass Marken, die ihre Community gut kennen und regelmäßig beobachten, welche Inhalte Resonanz erzeugen, besser in der Lage sind, relevante Momente zu erkennen und darauf zu reagieren. Katy Link betont, dass spontane Momente, wie der Fajita-Quesadilla-Trend bei Chipotle, durch schnelle Reaktionen in echte Markenmomente verwandelt werden können. Sie empfiehlt Unternehmen, ein Setup zu schaffen, das es Teams ermöglicht, ohne langwierige Abstimmungen zu entscheiden und zu aktivieren. Dazu gehört ein tägliches Monitoring der Community, schnelle Entscheidungsprozesse und die Möglichkeit, kurzfristig mit Creators zu kommunizieren. Abschließend stellt Katy Link fest, dass erfolgreiches Moment-Marketing darauf beruht, die Signale der Community ernst zu nehmen und zügig zu handeln, um aus spontanen Gelegenheiten nachhaltige Markenmomente zu entwickeln. --- Thema 5 --- In der heutigen Podcast-Episode mit Benjamin Desche wird erörtert, wie Eventmarketer mithilfe von Künstlicher Intelligenz bis zu achtzig Prozent ihrer Planungszeit einsparen können. Benjamin Desche erklärt, dass KI-Tools wie Notebook LM die Angebotsauswertung von Locations erheblich beschleunigen können. Dabei ist es entscheidend, dass die Eingaben, sogenannte Prompts, präzise formuliert sind. Eine sorgfältige Einarbeitung der KI ist notwendig, ähnlich wie bei einem neuen Mitarbeiter. Ein weiterer Punkt ist die Hyperpersonalisierung, die durch den Einsatz von CRM-Daten ermöglicht wird. Dies erlaubt es, Messebesucher gezielt basierend auf ihren Interessen anzusprechen, was nicht nur die Teilnahmequoten erhöht, sondern auch das Besuchererlebnis verbessert. Datensicherheit ist ein weiteres wichtiges Thema. Benjamin Desche betont, dass Enterprise-Versionen von Tools wie Google Workspace und ChatGPT Plus Datenschutzbedenken adressieren, indem sie die Daten in geschützten Bereichen halten. Zudem wird die Notwendigkeit von Generative Engine Optimization, kurz GEO, hervorgehoben, da sich Suchanfragen zunehmend auf Künstliche Intelligenz verlagern. Schließlich empfiehlt Benjamin Desche, bei der Nutzung von KI für Messestands-Designs eine Balance zwischen Kreativität und technischer Umsetzbarkeit zu finden, um realistische Ergebnisse zu erzielen.