--- Hook --- Wir beleuchten heute, wie Amazon einen neuen Content-Marktplatz plant und welche Strategie Sodastream verfolgt, um ganzheitlicher zu werden. Außerdem berichten wir über zehn Thesen zum KI-Marketing, die Auswirkungen klarer Influencer-Werbe-Kennzeichnung auf das Engagement und warum achtundfünfzig Prozent der Unternehmen ihr Programmatic-Budget erhöhen. --- Thema 1 --- Amazon plant, einen eigenen Marktplatz für KI-Content-Lizenzen zu etablieren, um Medienhäusern die Möglichkeit zu bieten, ihre Inhalte direkt an KI-Unternehmen zu lizenzieren. Dies geschieht vor dem Hintergrund eines steigenden juristischen und regulatorischen Drucks, da urheberrechtlich geschützte Inhalte häufig ohne Genehmigung für das Training von KI-Systemen verwendet werden. Medienberichten zufolge hat Amazon bereits Gespräche mit Verlagsvertretern geführt und entsprechende Pläne im Rahmen einer AWS-Konferenz skizziert. Offiziell bestätigt ist das Vorhaben jedoch nicht. Der geplante Marktplatz könnte als Antwort auf die rechtlichen Herausforderungen dienen, die mit dem bisherigen Umgang mit geschütztem Content verbunden sind. Microsoft hat bereits mit dem „Publisher Content Marketplace“ eine ähnliche Plattform geschaffen, die Verlagen einen transparenten Lizenzrahmen bietet. Für Publisher könnte ein zentraler Marktplatz neue, skalierbare Erlösmodelle eröffnen, insbesondere angesichts sinkender Traffic-Zahlen durch KI-generierte Suchzusammenfassungen. Dies könnte einen strukturellen Wandel im Content-Markt einleiten, wobei Inhalte zunehmend als monetarisierbare Ressourcen betrachtet werden. Plattformen wie Amazon könnten in diesem Kontext eine entscheidende Rolle als Vermittler zwischen Content-Anbietern und der KI-Industrie einnehmen. --- Thema 2 --- Sodastream vollzieht einen umfassenden Markenrelaunch und strebt an, sich von einem Wassersprudlerhersteller zu einer ganzheitlichen Getränkemarke zu entwickeln. Das Unternehmen möchte sich als „kleinster Getränkemarkt der Welt“ für zuhause positionieren. Im Mittelpunkt dieser Neuausrichtung steht die globale Kampagne „drink better“, die seit Februar im DACH-Raum aktiv ist und schrittweise international ausgerollt wird. Ein neues Logo, eine überarbeitete Farbwelt und der Claim „drink better“ sollen die Transformation verdeutlichen. Das Jahr zweitausendsechsundzwanzig wird als Schlüsseljahr betrachtet, in dem sich der Wandel zur All-in-one-Lösung für moderne Getränkebedürfnisse manifestieren soll. Das Portfolio umfasst neben Wassersprudlern auch Sirupe, Saftkonzentrate, CO2-Zylinder und Zubehör. Sodastream setzt strategisch auf eine digitale, performanceorientierte Kampagnensteuerung, wobei die Mediaagentur iProspect die Kampagne auf Plattformen wie YouTube, Meta und TikTok ausspielt. Die Kampagne wird kontinuierlich anhand klar definierter Leistungskennzahlen optimiert. Jiminy Creative und Glitch sind für den kreativen Auftritt verantwortlich, während die bisherige Mediaagentur weiterhin an Bord bleibt. Der Fokus liegt auf Effizienz, Flexibilität und Innovationsbereitschaft. --- Thema 3 --- Die zehn Thesen zu KI-Marketing beleuchten die sich verändernde Landschaft im Marketing durch den Einfluss künstlicher Intelligenz. Künstliche Intelligenz entwickelt sich zunehmend von einem reinen Werkzeug zu einer operativen Grundlage, was die Rollenprofile in Unternehmen beeinflusst. Während KI-Systeme leistungsfähiger werden, bleiben viele Marketingorganisationen in kleinen Optimierungen stecken, was die strategische Anpassung behindert. Zudem bringt die Menschlichkeit von KI-Interfaces neue ethische Herausforderungen mit sich, da die Grenzen zwischen Werbung und Empfehlungen verschwimmen. Viele Unternehmen implementieren zwar KI-Tools, jedoch bleiben ihre Prozesse und Anreizsysteme unverändert, was zu isolierten Anwendungen führt. Die Fähigkeit, Inhalte in großer Menge zu produzieren, mindert den Wert durchschnittlicher Kreativität. Die Auffindbarkeit verändert sich durch Answer Engine Optimization, was bedeutet, dass Sichtbarkeit neu definiert werden muss. Vernetzte KI-Workflows sind der Schlüssel zur Effizienz, während die Führungsqualität zum entscheidenden Erfolgsfaktor wird. CMOs stehen vor der Herausforderung, klare strategische Entscheidungen zu treffen, da operative Vorteile schnell kopierbar sind. Schließlich führt die unregelmäßige Leistung von KI zu neuen Risiken, da unterschiedliche Ergebnisse in verschiedenen Kontexten entstehen können. --- Thema 4 --- Die aktuellen Forschungsergebnisse zeigen, dass eine klare Kennzeichnung von Influencer-Werbung das Engagement nicht negativ beeinflusst. Laut dem „Influencer Marketing Disclosure Report“ der britischen Advertising Standards Authority und der Influencer Marketing Trade Body bevorzugen rund achtzig Prozent der Konsumenten eindeutig gekennzeichnete Werbung. Diese Präferenz verdeutlicht die Bedeutung von Transparenz im Social-Media-Kontext. Nutzer empfinden Werbung als vertrauenswürdiger, wenn sie klar als solche erkennbar ist, anstatt versteckt oder implizit in den Inhalten zu erscheinen. Entgegen der weit verbreiteten Annahme hat eine klare Disclosure keinen negativen Einfluss auf Interaktionen wie Likes, Kommentare und Shares. Vielmehr zeigt sich, dass die Kennzeichnung das Engagement stabil hält und gleichzeitig mehr Klarheit für die Verbraucher schafft. Diese Erkenntnisse sind besonders relevant für Marken und Agenturen, die bislang befürchteten, dass Werbung durch Labels an Wirkung verlieren könnte. Darüber hinaus stärkt transparente Werbung das Vertrauen der Konsumenten und entspricht den regulatorischen Anforderungen. Offene Kommunikation über kommerzielle Inhalte wird zunehmend geschätzt, was für Marketer bedeutet, dass eine transparente Kennzeichnung nicht nur die Glaubwürdigkeit erhöht, sondern auch langfristig die Beziehung zu den Zielgruppen verbessert. --- Thema 5 --- Programmatic Advertising zeigt auch im Jahr zweitausendsechsundzwanzig eine deutliche Wachstumsdynamik. Laut einer Umfrage von Comscore, die über zweihundert Werbeentscheider befragte, planen fünfundfünfzig Prozent der Media Buyer, ihre Budgets für programmatische Werbung zu erhöhen. Besonders hervorzuheben ist der Bereich Connected TV, der den stärksten Budgetzuwachs verzeichnet, mit einer Steigerung von drei Prozent. Ein wesentlicher Teil der zusätzlichen Investitionen in Connected TV stammt aus der Umverteilung von Budgets, die zuvor für Linear-TV verwendet wurden, wobei vierzehn Prozent als echtes Neugeschäft eingestuft werden. Darüber hinaus gewinnt der automatisierte Mediaeinkauf zunehmend an Bedeutung: Vierundvierzig Prozent der Marketer erwarten, dass mehr als vierzig Prozent ihrer Buchungen programmatisch abgewickelt werden. Diese Entwicklungen verdeutlichen, dass Programmatic Advertising, insbesondere im Bereich Connected TV, als strategisches Instrument für Reichweite, Effizienz und datenbasierte Kampagnensteuerung fungiert.