--- Hook --- Wir schauen heute auf „Amazon lässt KI-Agenten Werbung machen“, „75 Prozent wollen mehr KI-Sichtbarkeit“, „TV-Werbung wird liberalisiert“, den Fachartikel von Hans Ratzmann zu „Social Media braucht neue Erfolgskennzahlen“ und den Podcast mit Miriam Fonfe über „Wie finden Kunden Marken, wenn KI die Suche prägt?“. --- Thema 1 --- Amazon hat seine Werbeplattform grundlegend umgestaltet und setzt dabei verstärkt auf künstliche Intelligenz sowie automatisierte Kampagnensteuerung. Die bisherige Amazon DSP wird in DVA umbenannt, was für Display, Video und Audio steht. Durch die Einführung des Amazon Ads Agent werden die zuvor getrennten Oberflächen von Amazon Ads und DSP zusammengeführt, was es Werbekunden erleichtert, Sponsored Ads sowie Display-, Video- und Audio-Werbung über eine zentrale Umgebung zu planen und zu steuern. Der Amazon Ads Agent bündelt Media Buying und Kampagnensteuerung und übernimmt zunehmend Aufgaben, die zuvor manuelle Arbeit oder spezielles Fachwissen erforderten. Mit den neuen Kampagnentypen DVA+ stehen Werbekunden zwei KI-basierte Optionen zur Verfügung: Performance Plus, das auf Verkäufe und Conversions optimiert, sowie Brand Plus, das auf Markenaufbau und Neukundengewinnung abzielt. Die Analyse wird durch eine Oberfläche mit natürlicher Sprache vereinfacht, wodurch weniger Kenntnisse in SQL oder Data Science erforderlich sind. Die Automatisierung umfasst nicht nur die Kampagneneinrichtung, sondern auch die Erstellung von Creatives, die Generierung von Mediaplänen und die Optimierung laufender Kampagnen. Amazon verfolgt das Ziel, kleineren Werbekunden den Zugang zu zusätzlichen Kanälen wie Streaming TV und Audio zu erleichtern und plant, KI verstärkt für Planung und Prognosen einzusetzen. --- Thema 2 --- Die jährliche Studie „Media Reactions“ von Kantar zeigt, dass Marketingverantwortliche ihre Investitionen in KI-Assistenten stark erhöhen, obwohl Konsumenten diesen Empfehlungen skeptisch gegenüberstehen. Rund zwei Drittel der Marketingverantwortlichen erwarten, dass Generative KI eine zentrale Rolle bei Markenempfehlungen spielen wird. Dennoch nutzen nur etwa ein Drittel der Konsumenten KI-Assistenten zur Recherche von Marken und Produkten, und lediglich ein Fünftel vertraut deren Empfehlungen. Die Unsicherheit über den richtigen Media-Mix und die Datenlage ist unter Marketingverantwortlichen spürbar. Nur die Hälfte ist überzeugt, eine Balance zwischen Markenaufbau und Performance Marketing gefunden zu haben. Kantar betont, dass Marketingverantwortliche zunehmend besser mit fragmentierten Kanälen umgehen können. Zudem zeigen die Ergebnisse, dass Vertrauen in digitale Plattformen variiert. Marketingverantwortliche planen, verstärkt in lokale Communities und kleinere Creator zu investieren, wobei der Fokus auf Relevanz statt Reichweite liegt. Die Erkenntnisse der Studie verdeutlichen die Notwendigkeit, Konsumentenperspektiven angemessen zu berücksichtigen, um Marketinginvestitionen erfolgreich zu gestalten. --- Thema 3 --- Die Rundfunkkommission der Länder plant eine umfassende Reform der Regeln für TV-Werbung im Rahmen des Digitalen Medien-Staatsvertrags. Ziel dieser Reform ist es, privaten TV-Sendern mehr Flexibilität und regionale Werbemöglichkeiten zu bieten. Die bisherigen Einschränkungen, die bundesweiten Anbietern das Schalten regionaler Werbung untersagten, sollen deutlich gelockert werden. Zudem wird ideelle Werbung für private Sender weitgehend erlaubt, während politische Werbung weiterhin verboten bleibt. Der Verband VAUNET begrüßt diese Flexibilisierung, äußert jedoch Bedenken hinsichtlich der Refinanzierung lokaler und regionaler Medienangebote, da bundesweite Sender ebenfalls regional werben können. Für private Anbieter könnten die neuen Regelungen jedoch auch neue Möglichkeiten zur Refinanzierung schaffen. Veränderungen sind auch bei einzelnen Spots und den Werbezeiten zwischen achtzehn und vierundzwanzig Uhr vorgesehen. Im Gegensatz dazu fallen die Lockerungen für die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF deutlich geringer aus. Die bisherigen Beschränkungen hinsichtlich der Werbezeiten und -mengen bleiben bestehen. Die Reform muss nach einer öffentlichen Anhörung von allen sechzehn Bundesländern genehmigt werden. --- Thema 4 --- Im Fachartikel von Hans Ratzmann wird die Notwendigkeit neuer Erfolgskennzahlen im Social Media Marketing thematisiert. Hans Ratzmann erläutert, dass die herkömmlichen Kennzahlen wie Views und Watchtime nicht mehr ausreichen, um den tatsächlichen Wert von Inhalten zu messen. Er betont, dass Marken Vertrauen, qualifizierte Empfehlungen und Wiederkehrer in den Fokus rücken sollten, während negative Reichweite ebenfalls berücksichtigt werden muss. Ratzmann beschreibt, wie Algorithmen auf Social Media die Wahrnehmung beeinflussen und bestehende Überzeugungen verstärken, was zu einer Polarisierung führt. Unternehmen stehen in der Verantwortung, diese Mechanismen zu reflektieren, insbesondere im Hinblick auf Kinder und Jugendliche. Er schlägt vier Regeln für verantwortungsvolles Social-Media-Marketing vor: den Mehrwert der Inhalte priorisieren, Originalität fördern, den Verbreitungsweg kritisch bewerten und Kennzahlen neu gewichten. Letztlich plädiert Ratzmann dafür, dass Marken die Logik der Plattformen nutzen sollten, ohne problematische Mechanismen zu verstärken. Die zentrale Frage für Unternehmen sollte nicht sein, wie sie den Algorithmus bedienen, sondern welche Wirkung sie tatsächlich erzielen wollen. --- Thema 5 --- In der heutigen Podcast-Episode mit Miriam Fonfe wird erörtert, wie Kunden Marken finden, wenn Künstliche Intelligenz die Suche prägt. Miriam Fonfe erklärt, dass GEO, ähnlich wie früher Suchmaschinenoptimierung, nicht bei null beginnt. Künstliche Intelligenz bewertet die Vertrauenswürdigkeit und Klarheit von Quellen sowie die Menge und Eigenständigkeit des Contents. Ein starkes Team für Suchmaschinenoptimierung ist somit die Grundlage, um die Kriterien zu erfüllen. Im Hinblick auf die Planung von Inhalten wird betont, dass diese künftig für verschiedene Algorithmen, einschließlich Künstlicher Intelligenz, optimiert werden müssen. Nutzersignale, wie Diskussionen auf Plattformen wie Reddit oder TikTok, gewinnen an Bedeutung. Kunden haben die Freiheit, ihren bevorzugten Kontaktpunkt zu wählen, sei es über die Website, einen Chatbot oder persönliche Beratung. Miriam Fonfe hebt hervor, dass Künstliche Intelligenz im Alltag vielseitig eingesetzt wird, um Texte und Bilder zu erstellen oder Kampagnen zu strukturieren. Dabei entscheidet der Aufwand, ob Künstliche Intelligenz oder menschliche Unterstützung zum Einsatz kommt. Zudem wird die Bedeutung von Kundenstimmen für das Marketing betont, während die Auswertung von Kundenservice-Telefonaten als heikel gilt.