--- Hook --- Heute widmen wir uns der spannenden Frage, wie künstliche Intelligenz die Werbewelt verändert, während Nike mit Guerilla-Marketing gegen Adidas antritt und Walmart auf Connected TV setzt. Außerdem schauen wir auf Kaliforniens neues Gesetz gegen laute Werbung und analysieren im Fachartikel von Sergej Plovs, warum künstliche Intelligenz keine schlechte Personalisierung retten kann. --- Thema 1 --- Künstliche Intelligenz verändert die Werbebranche grundlegend und führt zu einem der größten Umbrüche seit der Digitalisierung. Marken automatisieren ihre Kampagnen, wodurch sich die Produktionszeiten von Wochen auf Stunden verkürzen. Agenturen passen ihre Geschäftsmodelle an, da KI nahezu jeden Schritt der Wertschöpfung unterstützt, von der Ideenentwicklung über die Erstellung von Werbemitteln bis hin zu Mediaplanung und Erfolgsmessung. Diese Veränderungen sind bereits Realität, während sie auf den Cannes Lions zweitausendsechsundzwanzig noch als Zukunftsvision diskutiert wurden. Plattformen wie Google, Meta und Amazon haben ihre Dominanz im Werbemarkt ausgebaut und vereinen einen erheblichen Anteil der Werbeumsätze in den Vereinigten Staaten. Gleichzeitig investieren auch andere Plattformen in KI-gestützte Werkzeuge zur Automatisierung und Personalisierung von Werbeanzeigen. Für Werbeagenturen bedeutet dies einen tiefgreifenden Strukturwandel, da Kunden schnellere Ergebnisse und niedrigere Produktionskosten erwarten. Der Wettbewerb verlagert sich auf strategische Beratung und Datenkompetenz, während große Agenturgruppen massiv in KI investieren und ihre Organisationen neu ausrichten. Die Branche steht vor einer tiefgreifenden Transformation. --- Thema 2 --- Nike hat eine Guerilla-Marketingkampagne gestartet, um den Wechsel als Ausrüster der deutschen Fußballnationalmannschaft ab dem Jahr zweitausendsiebenundzwanzig von Adidas zu bewerben. Im Rahmen dieser Kampagne wurde ein auffälliges Plakat mit Jamal Musiala am Hudson River platziert, das die Botschaft „Hallo New Jersey. Hallo, neues Trikot!“ vermittelt. Das neue Trikot, das an das Weltmeistertrikot von neunzehnhundertvierundsiebzig erinnert, wird jedoch noch nicht vollständig präsentiert. Adidas hingegen reagiert gelassen auf den Verlust und hebt die Bedeutung anderer strategischer Schwerpunkte sowie die Stärke seiner eigenen Nationalmannschaften hervor. Vorstandschef Björn Gulden betont, dass Sichtbarkeit, Design und die Verbindung von Fußball mit Popkultur entscheidend sind. Mit Kampagnen wie „Backyard Legends“ und Retro-Designs bleibt Adidas im internationalen Fußballumfeld erfolgreich. Der Wettbewerb zwischen Nike und Adidas findet nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch durch kreative Markeninszenierungen statt. Während Nike mit seiner Guerilla-Aktion auf den künftigen DFB-Deal aufmerksam macht, kann Adidas auf den Verkauf von drei Millionen DFB-Trikots zur WM verweisen. Damit stellt Adidas hohe Anforderungen an Nike, die zeigen muss, dass die neue Partnerschaft auch wirtschaftlichen Erfolg mit sich bringt. --- Thema 3 --- Walmart verstärkt seine Aktivitäten im Bereich Connected TV, indem das Unternehmen die CTV-Plattform Vibe.co übernimmt. Diese Akquisition zielt darauf ab, die Werbeplattform von Walmart auszubauen und die Verbindung von Streaming-Werbung mit den umfangreichen Handels- und Kundendaten zu optimieren. Vibe.co bietet eine Self-Service-Plattform, die es insbesondere kleineren und mittelständischen Werbetreibenden ermöglicht, ihre Streaming-TV-Kampagnen eigenständig zu planen, auszusteuern und zu analysieren. Durch die Integration in Walmarts Werbeökosystem können diese Kampagnen künftig besser mit Commerce-Daten und Erfolgsmessungen verknüpft werden. Dies ermöglicht eine genauere Messung des Kampagnenerfolgs in Bezug auf das tatsächliche Kaufverhalten, was für Unternehmen mit begrenzten Budgets von wachsender Bedeutung ist. Diese Übernahme wird auch als strategischer Schritt im Wettbewerb mit Amazon betrachtet, da beide Unternehmen ihre Retail-Media-Angebote ausbauen und verstärkt mit Video- und Streaminginventaren verknüpfen. Der Abschluss der Übernahme steht noch unter regulatorischem Vorbehalt, und es bleibt abzuwarten, wie Vibe.co in Walmarts bestehendes Mediengeschäft integriert wird. --- Thema 4 --- Kalifornien hat eine neue Regelung eingeführt, die ab dem ersten Juli in Kraft tritt und Streaming-Dienste verpflichtet, ihre Werbespots leiser zu gestalten. Die Lautstärke der Werbung darf nicht lauter sein als die Inhalte, in die sie eingebettet sind. Diese Maßnahme zielt darauf ab, störende Lautstärkesprünge zwischen Programm und Werbung zu vermeiden, da Verbraucher in den letzten Jahren häufig über lautere Werbeeinblendungen geklagt haben. Durch diese Initiative soll das Nutzungserlebnis verbessert und die Akzeptanz von werbefinanzierten Streaming-Angeboten erhöht werden. Obwohl die Regelung zunächst nur für Kalifornien gilt, könnte sie weitreichende Auswirkungen auf die gesamte Branche haben. Streaming-Anbieter steuern ihre technischen Systeme in der Regel zentral, was bedeutet, dass Anpassungen wahrscheinlich nicht nur lokal, sondern auch auf breiter Ebene vorgenommen werden. Zudem wird bereits in Illinois an einer ähnlichen Gesetzgebung gearbeitet. Branchenverbände äußern jedoch Bedenken hinsichtlich der technischen Komplexität, da unterschiedliche Endgeräte wie Fernseher, Smartphones und Tablets berücksichtigt werden müssen. Anbieter stehen vor der Herausforderung, eine einheitliche Lautstärke über verschiedene Geräte und Nutzungssituationen hinweg zu gewährleisten. --- Thema 5 --- Im Fachartikel von Sergej Plovs wird die Herausforderung der KI-gestützten Personalisierung in Unternehmen thematisiert. Sergej Plovs erläutert, dass KI nicht automatisch bessere Personalisierung liefert, sondern vielmehr aufzeigt, ob Unternehmen ihre Kunden wirklich verstehen. Er betont, dass die entscheidende Frage oft unbeantwortet bleibt: Ist die Kommunikation für den Kunden in diesem Moment relevant? Plovs hebt hervor, dass Personalisierung einen Gesamtblick erfordert, da Kunden ein Unternehmen als Einheit erleben und nicht in getrennten Bereichen wie Marketing, Sales und Service. Er kritisiert, dass viele Unternehmen bei der Oberfläche beginnen und sich auf greifbare Aspekte wie Kampagnen und Zielgruppen konzentrieren, während die grundlegenden Faktoren wie Datenqualität und Entscheidungslogik vernachlässigt werden. Plovs stellt fest, dass ohne klare Logik und hochwertige Daten keine relevante Personalisierung möglich ist. Zudem weist er darauf hin, dass Verantwortung und klare Leitplanken notwendig sind, um sicherzustellen, dass automatisierte Entscheidungen kundenfreundlich und nachvollziehbar sind. Abschließend betont Sergej Plovs, dass Technologie allein kein Wettbewerbsvorteil ist. Es sind die Entscheidungen und die Qualität der Kommunikation, die letztlich für ein besseres Kundenerlebnis sorgen.