--- Hook --- Heute blicken wir auf die beeindruckende Zahl von zweiundneunzig Prozent des KI-Traffics, der von ChatGPT generiert wird, und wie Affiliate Marketing überproportional wächst, während Dentsu und Meta gemeinsam das Influencer-Marketing beschleunigen. Im Fachartikel von Sören Stamer wird beleuchtet, warum Intent wichtiger als Reichweite ist, und im Podcast mit Max Samer erfahren wir, wie sich die Videoproduktion in Unternehmen effizient skalieren lässt. --- Thema 1 --- Eine aktuelle Analyse zeigt, dass ChatGPT mit einem Anteil von über zweiundneunzig Prozent die dominierende Quelle für KI-Referral-Traffic ist. Diese Untersuchung basiert auf mehr als sechs Millionen KI-vermittelten Website-Besuchen und verdeutlicht, dass der Markt für KI-Referral-Traffic sich zunehmend auf einige wenige Anbieter konzentriert. Während ChatGPT seine führende Position weiter ausbaut, gewinnt Claude an Bedeutung und hat Perplexity beim Referral-Traffic überholt. Auch Gemini verzeichnet ein kontinuierliches Wachstum, während Perplexity und Copilot an Einfluss verlieren. Ein wesentlicher Teil des Traffics von ChatGPT führt nicht zu spezifischen Inhalten, sondern zu internen Suchseiten von Websites. Dies weist darauf hin, dass KI-Systeme zwar die richtige Domain finden, jedoch nicht immer die beste Unterseite auswählen. Unternehmen sollten daher ihre Inhalte gezielt für die Sichtbarkeit in KI-Systemen optimieren, indem sie Produktseiten klar strukturieren und Preisinformationen transparent bereitstellen. Eine Anpassung an die Anforderungen KI-gestützter Suchsysteme kann Unternehmen helfen, die wachsende Bedeutung von KI-Referrals effektiv zu nutzen. --- Thema 2 --- Affiliate Marketing zeigt ein überproportionales Wachstum und gewinnt an Bedeutung entlang der Customer Journey. Laut einer Marktanalyse des Affiliate und Partner Marketing Circle, die im Bundesverband Digitale Wirtschaft veröffentlicht wurde, wird das Investitionsvolumen im Jahr zweitausendfünfundzwanzig auf neunhundertzweiunddreißig Millionen Euro steigen, was einem Anstieg von mehr als acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Umsatz, der über Affiliate-Partnerschaften erzielt wird, wächst um zwölf Prozent auf insgesamt achtzehn Milliarden siebenhunderttausend Euro. Dies übertrifft die Entwicklungen im deutschen Werbemarkt sowie im E-Commerce. Ein zentraler Faktor für dieses Wachstum ist der steigende Bedarf an transparenten und leistungsorientierten Marketingmaßnahmen. Die Analyse zeigt, dass rund zweihundertachtundzwanzig Millionen Online-Transaktionen im Jahr zweitausendfünfundzwanzig über Affiliate-Partnerschaften vermittelt wurden. Zudem war bei nahezu jeder vierten Customer Journey mindestens ein Affiliate-Kontaktpunkt beteiligt. Das Publisher-Umfeld verändert sich ebenfalls, wobei Content-Publisher, Influencer und Social-Content-Formate zunehmend an Bedeutung gewinnen. Das erfolgsabhängige Vergütungsmodell bleibt charakteristisch, da etwa achtzig Prozent der Investitionen erst bei messbarem Geschäftserfolg ausgezahlt werden. --- Thema 3 --- Dentsu hat seine Marketingplattform mit Meta verbunden, um das Influencer-Marketing zu beschleunigen. Durch die Integration des Meta Creator Marketplace per API wird es möglich, Creator-Kampagnen schneller und einfacher zu skalieren. Diese neue Schnittstelle ermöglicht es, Social Listening, die Auswahl von Creatorn und bezahlte Kampagnen zentral über ein gemeinsames Dashboard zu steuern. Die Umsetzung von Influencer-Kampagnen wird dadurch erheblich beschleunigt, da diese künftig in wenigen Stunden starten können. Informationen zu Reichweite, Standort und Engagement der Creatorn werden automatisch übernommen, was die Auswahl geeigneter Partner erleichtert. Der Prozess von der Auswahl bis zur Aktivierung von Partnership Ads verkürzt sich von mehreren Tagen auf wenige Stunden. Zudem setzt Dentsu künstliche Intelligenz ein, um die Auswahl und Aktivierung von Creatorn zu unterstützen. Diese Lösung soll zunächst in weiteren Märkten ausgerollt werden, bevor ähnliche Integrationen mit anderen Social-Media-Plattformen angestrebt werden. Der Hintergrund dieser Entwicklungen ist der anhaltende Boom der Creator Economy, in der Marken zunehmend mit großen Netzwerken aus Micro- und Nano-Influencern zusammenarbeiten. --- Thema 4 --- Im Fachartikel von Sören Stamer wird das Konzept des Intent Marketings vorgestellt, das darauf abzielt, vorhandene Kaufabsichten besser zu nutzen. Sören Stamer erläutert, dass viele Marketingteams in Reichweite und Kampagnen investieren, jedoch oft den entscheidenden Moment übersehen, in dem Nutzer zögern oder abspringen. Er identifiziert das Effizienzproblem im digitalen Marketing und betont, dass Kaufentscheidungen selten linear verlaufen. Stattdessen beschreibt er, dass Nutzer oft in entscheidungsnahen Situationen abbrechen, weil sie unsicher sind oder Informationen fehlen. Stamer hebt hervor, dass Intent Marketing den Fokus von rückblickender Analyse auf Echtzeit-Reaktionen verlagert. Er erklärt, dass durch die Bewertung von Echtzeit-Signalen, wie Verweildauer und Navigationsmuster, Unternehmen gezielt auf Kaufabsichten reagieren können. Der operative Rahmen von Intent Marketing umfasst die Schritte See, Sense, Act und Prove, um Kaufabsichten sichtbar zu machen, zu bewerten und in Echtzeit zu handeln. Abschließend betont Sören Stamer, dass Intent Marketing nicht nur die Effizienz steigert, sondern auch die Zusammenarbeit zwischen Marketing, Vertrieb und Service verändert. Der Schlüssel liegt darin, vorhandene Nachfrage im richtigen Moment zu realisieren, was zu einer signifikanten Steigerung der Conversions führen kann. --- Thema 5 --- In der heutigen Podcast-Episode mit Max Samer wird besprochen, wie sich die Videoproduktion in Unternehmen skalieren lässt. Ein zentraler Aspekt ist die Automatisierung, die den klassischen Schnitt ersetzt. Max Samer erklärt, dass Softwareanbieter vorab ein Brand Kit erstellen, das Logo, Schriftarten, Farben und Übergänge umfasst. Mitarbeitende ohne Videografie-Erfahrung können dann dezentral Rohmaterial aufnehmen, das automatisch zu markenkonformen Videos geschnitten wird. Im Recruiting zeigt sich der Effekt von Video besonders stark. Bei den Wiener Linien nehmen Führungskräfte kurze persönliche Videos für offene Stellen auf, was zu dreimal mehr Bewerbungen führt und die Passung der Kandidaten verbessert. Auch im Vertrieb profitieren Unternehmen von der automatisierten Videoproduktion. Außendienstmitarbeitende können Eindrücke und Testimonials sammeln, während Pre-Sales-Teams individuelle Produktvideos erstellen. Ein weiterer Vorteil ist der Zeitgewinn im Rohschnitt. Videografen benötigen für Event-Videos nur noch rund eine Stunde, anstatt eines halben Tages. Max Samer betont zudem, dass Authentizität gegenüber KI-generierten Inhalten weiterhin wichtig bleibt, da echte Bilder langfristig überzeugender wirken.