--- Hook --- Heute geht es bei uns um „34 Prozent nutzen Agentic AI im Marketing“, „ChatGPT sichert sich lokale Infos von Yelp“, „Tinder baut Event-Funktion aus“, den Fachartikel von Lars Hilsebein zu „Werbung im richtigen Nachfragemoment“ und den Podcast mit Philipp Helberg über „Warum Vertrauen im B2B wichtiger ist als Reichweite“. --- Thema 1 --- Agentische Künstliche Intelligenz übernimmt zunehmend Marketingaufgaben und zeigt sich besonders erfolgreich, wenn hochwertige Daten und klare Governance vorhanden sind. Rund vierunddreißig Prozent der Großunternehmen setzen bereits agentische KI im Marketing ein. Diese Systeme beschleunigen Kampagnen um bis zu siebenundzwanzig Prozent und tragen zu höheren Marketing-Renditen bei. Ein entscheidender Faktor für den Erfolg dieser Automatisierung ist die Qualität der Daten. Nur wenn Zielgruppeninformationen, historische Leistungswerte und Prozessdaten strukturiert und kontextreich aufbereitet sind, können KI-Agenten fundierte Entscheidungen treffen und Maßnahmen erfolgreich umsetzen. Mit der Automatisierung steigen jedoch auch die Anforderungen an Governance, Compliance und Erfolgsmessung. Vorgaben wie der EU-KI-Act fordern eine transparente Dokumentation sowie klare Verantwortlichkeiten. Unternehmen sollten den Erfolg ihrer KI-Investitionen regelmäßig anhand definierter Kennzahlen überprüfen. Agentische KI beeinflusst nicht nur Marketingprozesse, sondern auch Organisationsstrukturen und Geschäftsmodelle. Langfristig wird der Wettbewerb weniger durch den Einsatz von KI, sondern durch deren professionelle Steuerung und Integration in bestehende Prozesse bestimmt. --- Thema 2 --- OpenAI hat ChatGPT um lokale Informationen von Yelp erweitert. Diese Integration ermöglicht es der Künstlichen Intelligenz, auf Bewertungen, Fotos und Unternehmensdaten von Yelp zuzugreifen. Nutzer können künftig direkt Angebote lokaler Dienstleister anfragen, was die Interaktion mit der KI verbessert. Die Qualität lokaler Suchanfragen wird durch den Zugang zu Echtzeitdaten von Yelp gesteigert, wodurch Empfehlungen für Restaurants, Geschäfte oder Dienstleister präziser werden. Die angezeigten Yelp-Bewertungen und Sterne-Ratings sowie die Unternehmensinformationen bieten eine transparente Grundlage für die Nutzer, die Vertrauen in die bereitgestellten Informationen haben möchten. Ein weiterer Aspekt dieser Erweiterung ist die Funktion „Request a Quote“, die es Nutzern ermöglicht, direkt aus einer Unterhaltung heraus Angebote oder Beratungsgespräche zu vereinbaren. Für Unternehmen eröffnet sich dadurch ein zusätzlicher Kontaktpunkt zu potenziellen Kunden. Diese Kooperation unterstreicht die wachsende Bedeutung hochwertiger Daten externer Plattformen für KI-gestützte Suchergebnisse und betont die Notwendigkeit von Transparenz in der Informationsquelle. --- Thema 3 --- Tinder hat seine Event-Funktion erheblich erweitert und bringt diese nach einem erfolgreichen Testlauf in Los Angeles nun in neun weitere Städte. Dieser Schritt erfolgt als Reaktion auf die veränderten Erwartungen der Generation Z, die zunehmend nach echten Erlebnissen statt nach bloßem Swipen sucht. Die neue Funktion ermöglicht es den Nutzern, sich für lokale Veranstaltungen anzumelden, andere Interessierte zu entdecken und Tickets über Partner zu buchen. Ziel ist es, digitale Kontakte in reale Begegnungen zu überführen. Die Strategie von Tinder zielt darauf ab, die Vorlieben der Generation Z zu bedienen, die gemeinsame Aktivitäten wie Sport, Quiz-Abende oder Kreativ-Workshops bevorzugt. Diese Event-Funktion ergänzt das bestehende Matching-Angebot und bietet niedrigschwellige Möglichkeiten, neue Menschen in entspannter Atmosphäre kennenzulernen. Der Ausbau der Event-Funktion wird vor dem Hintergrund rückläufiger Nutzerzahlen vorgenommen. Tinder möchte mit dieser neuen Funktion den Rückgang der monatlich aktiven Nutzer bremsen und sucht nach Impulsen für weiteres Wachstum. Die Kombination aus digitalen Matches und realen Veranstaltungen soll die Attraktivität der Nutzung erhöhen und die Bindung der Nutzer stärken. --- Thema 4 --- Im Fachartikel von Lars Hilsebein wird die Notwendigkeit des situativen Targetings in der Werbung hervorgehoben. Lars Hilsebein erläutert, dass herkömmliche Mediaplanung oft an den realen Nachfragemomenten vorbeiläuft, da sie sich auf vergangenheitsbasierte Daten stützt. Dies führt dazu, dass Werbe-Impressionen nicht mit der tatsächlichen Nachfrage übereinstimmen. Er führt Beispiele an, wie Allergie-Mittelhersteller und Versicherer, deren Kampagnen nicht auf aktuelle Wetterbedingungen oder regionale Gegebenheiten reagieren. Lars Hilsebein betont, dass situatives Targeting die Frage umkehrt und sich auf aktuelle Ereignisse wie Wetter oder Pollenwerte konzentriert. Dadurch kann Werbung in Echtzeit geschaltet werden, was zu einer signifikanten Reduzierung von Streuverlusten führt. Dies ermöglicht eine effiziente Nutzung von Mediabudgets, die direkt auf die relevanten Zeitpunkte ausgerichtet sind. Die Veränderungen in der Mediaplanung umfassen eine Verschiebung des Fokus vom Profil des Käufers hin zu den Anlässen, die die Botschaft verstärken. Zudem wird die Trennung zwischen Online- und Offline-Kanälen irrelevant, da Kampagnen über verschiedene Plattformen hinweg gesteuert werden können. Lars Hilsebein schließt mit der Feststellung, dass situatives Targeting nicht nur eine Methode, sondern eine grundlegende Neuausrichtung der Mediaplanung darstellt. --- Thema 5 --- In der heutigen Podcast-Episode mit Philipp Helberg wird das Thema behandelt, warum Vertrauen im B2B-Bereich wichtiger ist als Reichweite. Philipp Helberg erklärt, dass beim Verkauf von Investitionsgütern im Wert von mehreren Millionen Euro nicht die Reichweite einer Kampagne entscheidend ist, sondern die persönliche Beziehung. Der Aufbau von Vertrauen erfolgt durch regelmäßige Kontakte wie WhatsApp-Chats und Kaffeetermine, die über Jahre gepflegt werden. In solchen Nischen ist es daher sinnvoll, in Mitarbeiterbindung und lokale Präsenz zu investieren, anstatt auf kurzfristige Kampagnen zu setzen. Er betont zudem, dass regelmäßige Servicekontakte nicht nur Umsatz generieren, sondern auch als wichtige Informationsquelle über Kundenbedürfnisse dienen. Die Auswertung dieser Daten kann die Produktentwicklung erheblich beeinflussen. Philipp Helberg weist darauf hin, dass die Disziplin zur Dokumentation von Gesprächen im Vertrieb oft wichtiger ist als neue Softwarelösungen. Erst wenn diese Disziplin etabliert ist, können Informationen effektiv genutzt werden. Obwohl Social Media oft nicht direkt zu Kaufentscheidungen führt, spielt der professionelle Auftritt eines Unternehmens eine bedeutende Rolle, insbesondere bei jüngeren Entscheidern. Schließlich hebt er hervor, dass KI-Tools zwar hilfreich sind, jedoch die menschliche Kontrolle über Texte unerlässlich bleibt, da Kunden authentische Inhalte bevorzugen.