Im Interview erläutert Philipp Westermeyer, dass Personenmarken für Unternehmen und Medienhäuser zunehmend an Bedeutung gewinnen. Der Reuters-Institute-Trendbericht zweitausendsechsundzwanzig zeigt, dass mehr als drei Viertel der befragten Publisher ihre Journalisten sichtbarer machen möchten, um sie näher an das Creator-Modell zu bringen. Dennoch erwarten nur etwa ein Viertel der Befragten, dass dies zu einer höheren Zahlungsbereitschaft führt. Westermeyer betont, dass digitale Plattformen Inhalte von Menschen gegenüber anonymen Unternehmensmarken bevorzugen. Dabei sei nicht die maximale Reichweite entscheidend, sondern die Glaubwürdigkeit und das Fachwissen der Persönlichkeit. Erfolgreiches Personal Branding sollte auf einer authentischen Geschichte und einem relevanten Thema basieren, wobei das Produkt oder Projekt im Mittelpunkt stehen sollte. Authentizität und klare Positionierung seien langfristig wichtiger als kurzfristige Aufmerksamkeit. Für Medienhäuser empfiehlt er, ihren Mitarbeitern Autonomie beim Aufbau eigener Marken zu gewähren. Podcasts und LinkedIn sind geeignete Formate, wobei die Wahl von der Zielgruppe und der Persönlichkeit abhängt. Der Aufbau einer Personenmarke erfordere Zeit und könnte langfristig ein Modell entwickeln, das mehrere eigenständige Künstler unter einem Dach vereint.