Das US-Magazin Time testet ein innovatives Werbekonzept, bei dem Anzeigen gezielt an KI-Crawler ausgeliefert werden, anstatt an menschliche Besucher. Hierfür wird eine spezielle Version der Website bereitgestellt, die ausschließlich von KI-Systemen wie ChatGPT, Claude oder Perplexity abgerufen wird. Nutzer haben keinen Zugriff auf diese Inhalte. Ziel dieses Ansatzes ist es, die Informationen zu beeinflussen, die KI-Assistenten bei der Beantwortung von Nutzeranfragen verwenden. Im Gegensatz zur Optimierung für KI-Suchsysteme, bei der bestehende Inhalte besser auffindbar gemacht werden, erhalten die KI-Crawler eigens aufbereitete Inhalte mit werblichen Botschaften. Erste Kampagnen stammen von Unternehmen wie Ally Bank und dem Project Management Institute. Sollte sich dieses Modell etablieren, könnten weitere Verlage Werbeflächen speziell für KI-Systeme vermarkten. Dies würde bedeuten, dass Marken ihre Inhalte nicht nur für Menschen und traditionelle Suchmaschinen optimieren müssten, sondern auch für KI-Modelle, die Antworten generieren. Gleichzeitig wirft dieses Konzept Fragen zur Transparenz auf, da werbliche Inhalte, die ausschließlich KI-Crawler erreichen, später möglicherweise in KI-generierten Antworten erscheinen, ohne dass Nutzer den kommerziellen Ursprung erkennen.