Die digitale Werbebranche sieht sich einem wachsenden Fokus auf Nachhaltigkeit gegenüber, während gleichzeitig das Risiko von Greenwashing steigt. Besonders kritisch sind Aussagen zu klimaneutralen Werbeprodukten, wenn Emissionen durch Kompensationsmaßnahmen ausgeglichen werden, deren Effekt erst Jahre später spürbar ist. Corinna Heßler, COO von Pyure, betont die Bedeutung der transparenten Kommunikation dieser Maßnahmen. Bei der Bewertung nachhaltiger Werbung ist es entscheidend, die Beziehung zwischen verursachten Emissionen und erzielter Wirkung zu betrachten. Eine emissionsintensive Werbeform kann nachhaltiger sein, wenn sie effizienter Marketingziele erreicht. Das Activity-based Carbon Accounting setzt sich zunehmend durch und ermöglicht eine präzisere CO₂-Bilanzierung, indem es konkrete Faktoren berücksichtigt. Auch die Adtech-Infrastruktur hat Einfluss auf den CO₂-Fußabdruck von Kampagnen. Der Markt entwickelt sich hin zu einem integrierten Impact-Return on Advertising Spend, der verschiedene Faktoren gemeinsam betrachtet. Künstliche Intelligenz bietet Chancen, aber auch Herausforderungen, da sie Produktionsprozesse ressourcenschonender gestalten kann, jedoch den Energiebedarf erhöht. Nachhaltigkeit wird somit als Optimierungsfaktor in der Kampagnensteuerung betrachtet und könnte zu einem zentralen Wettbewerbsvorteil werden.