Der Discounter Netto Marken-Discount testet in ausgewählten Regionen Niederbayerns den möglichen Verzicht auf gedruckte Werbeprospekte. Auf dem Titelblatt des aktuellen Handzettels wird bereits auf die geplante Umstellung hingewiesen, bei der Angebote künftig ausschließlich über die Netto-App abrufbar sein sollen. Diese Maßnahme zielt darauf ab, digitale Funktionen wie exklusive Coupons und die Nutzung von Payback-Punkten zu fördern. Dennoch bedeutet dies für Verbraucher, dass der Zugriff auf Angebote ohne Smartphone oder digitales Endgerät erschwert wird. Aktuell handelt es sich um einen regionalen Test, nicht um eine bundesweite Abschaffung. Studien zeigen jedoch, dass gedruckte Werbung nach wie vor eine hohe Bedeutung hat. Eine Untersuchung ergab, dass mehr als die Hälfte der Befragten Briefkasten-Werbung vermisst. Zudem kauft fast jeder Zweite seltener bei Händlern ein, die gedruckte Prospekte abgeschafft haben. Die Reichweite klassischer Werbeprospekte bleibt ebenfalls hoch, da ein Großteil der Haushalte diese regelmäßig erhält und liest. Internationale Erfahrungen belegen zudem, dass der Wegfall von Printprospekten zu Rückgängen im Einkaufsverhalten führen kann. Netto steht somit vor der Herausforderung, die Balance zwischen Kostensenkung und der Relevanz gedruckter Werbung zu finden.