Der E-Mail-Dienst Gmail hat durch eine technische Anpassung, bekannt als Image Prefetching, die Messung der Öffnungsrate im E-Mail-Marketing beeinflusst. Diese Funktion lädt Bilder und Tracking-Pixel automatisch, sobald eine E-Mail während einer aktiven Sitzung eingeht. Dadurch entstehen Öffnungen, die nicht auf tatsächlichen Nutzerinteraktionen basieren, was zu einer Verzerrung der Daten führt. Schätzungen zufolge machen diese sogenannten „Fake Opens“ einen Anteil von ein bis sechs Prozent aus. Die Relevanz der Öffnungsrate als Kennzahl nimmt dadurch ab. Sie kann lediglich als grober Richtwert, beispielsweise für Tests von Betreffzeilen, dienen, jedoch nicht mehr als zentrale Kennzahl für den Erfolg von Kampagnen oder die Aktivität von Zielgruppen betrachtet werden. Unternehmen sollten daher ihre Tracking- und Reporting-Methoden anpassen und Prefetch-Events filtern. Zukünftig sollten belastbare Kennzahlen wie Klicks, Conversion Rates sowie Umsatz- und Kundenwertmetriken im Fokus stehen, um eine realistischere Einschätzung der Performance im E-Mail-Marketing zu ermöglichen.